Keine Einigung auf Riedler-Nachfolger

23. Juni 2010, 22:19
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Kandidat von neuer Parteichefin fand im Präsidium keine Mehrheit

Gar nicht rund gelaufen ist es am Mittwochabend bei der Präsidiumssitzung der Grazer SPÖ: Erst fand der Stadtrats-Kandidat von Neo-Stadtparteichefin Elke Edlinger - die sich vergangene Woche gegen Wolfgang Riedler durchgesetzt hatte - keine Mehrheit, dann gab es Diskussionen über die weitere Vorgangsweise bis in die späten Nachtstunden. In der Sitzung war es zuvor zu einem Eklat gekommen.

Die Präsidiumsmitglieder der Grazer SPÖ hatten zuvor Edlinger teilweise die Gefolgschaft verweigert. Ihr Kandidat für die Riedler-Nachfolge, der Grazer Unternehmensberater Thomas Wychodil, hatte nur 32 Pro-, dafür aber 25 Gegenstimmen erhalten, was nicht ausreichend war. Edlinger hatte danach von Riedler nach eigenen Worten verlangt, sofort seinen Rücktritt zu erklären und nicht erst wie ursprünglich gedacht am Donnerstag. Dem wollte Riedler nicht nachkommen, er zeigte sich im Gegenteil empört: "Wer glaubt, mich unter Druck setzen zu können, wird mich kennenlernen, ich lasse mich nicht erpressen", so der amtierende Kulturstadtrat. Wychodil hätte eigentlich bei der Gemeinderatssitzung ab Donnerstagmittag schon angelobt werden sollen.

Stadträtin Edlinger meinte zu der Entwicklung, dass einige im Präsidium sich schwertun würden dabei, demokratische Ergebnisse zu akzeptieren. Sie hatte sich vergangenen Freitag in einer Abstimmung äußerst knapp mit nur sieben Stimmen Vorsprung gegen Riedler durchgesetzt. Tatsächlich zeigten sich in den Diskussionen auf den Gängen des SPÖ-Parteihauses in Graz-Eggenberg offenbar tiefe Differenzen zwischen den einzelnen Gruppen: "Jetzt haben wir den Scherb'n auf" oder "Am Freitag war das Ergebnis demokratisch gewählt. Soll das jetzt anders sein?"  (APA)

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