Mit Häupl gegen das "Gacki"

23. Juni 2010, 18:54
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Gerhard Haderer outet sich als Fan des Wiener Bürgermeisters

Wien - Der kleine Karli trifft an der Straßenbahnhaltestelle auf Heinz-Christian Strache - und ruft laut "Gacki!". Seine Mutter erklärt ihm daraufhin, er habe einen vornehmen Herrn vor sich, der gern Bürgermeister werden möchte - und der Bub spricht den FPÖ-Chef fortan mit "Herr Gacki" an.

Cartoonist Gerhard Haderer outet sich mit seinen "fliegenden Blättern", die dem Bezirksblatt bei- und beim Portier der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße aufliegen, als Fan des roten Wiener Bürgermeisters. 20 Folgen soll es insgesamt geben, am Ende jeder Bildgeschichte steht "Für Häupl". "Nach 25 Jahren habe ich das Keuschheitsmäntelchen abgeworfen und beziehe klar Stellung", sagt Gerhard Haderer. Angesichts der Stimmung in Wien sei es notwendig, sich politisch einzumischen. "Ich stehe nun einmal nicht rechts, das ist eine klare Breitseite gegen Strache."

Mit dem "peinlichen Beleidigungscomic", heißt es denn auch auf der FPÖ-nahen Seite unzensuriert.at, bewege sich Haderer vom "Niveau her in den ganz niederen Regionen". Muss man sich gleich zum absolut regierenden Bürgermeister bekennen, um gegen das rechte Lager aufzutreten? "Häupl ist halt ein Sympathler für mich", sagt Haderer, "ich amüsiere mich oft sehr über seine Aussagen." Eine persönliche Freundschaft verbinde sie aber nicht. "Ich habe Häupl erst zweimal getroffen."

Dass sein Umfeld auf die Wahlkampf-Hilfe überrascht reagiert habe, war laut Haderer "ebenfalls vorprogrammiert". Bis kurz vor der Wahl im Oktober will er weiter für Häupl zeichnen. "Schauen wir, was bis dahin noch passiert." (Martina Stemmer, DER STANDARD, Printausgabe, 24.6.2010)

  • Mit den "fliegenden Blättern" will sich Gerhard Haderer in den Wiener 
Wahlkampf einmischen. "Ich stehe nun einmal nicht rechts", sagt er.

    Mit den "fliegenden Blättern" will sich Gerhard Haderer in den Wiener Wahlkampf einmischen. "Ich stehe nun einmal nicht rechts", sagt er.

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