Kopf des Tages

Ein Arbeitersohn als Vertrauter Arigona Zogajs

23. Juni 2010, 18:30

Christian Schörkhuber hilft der kosovarischen Familie weiterhin

Nein, eine zurückhaltendere Form von Öffentlichkeitsarbeit hätte nichts an der fatalen Entwicklung geändert, die die Causa Zogaj letztlich genommen hat, meint Christian Schörkhuber. "Es gab viele Gespräche hinter den Kulissen, um den Fall aus den Medien rauszunehmen und zu einer für die Familie tragbaren Lösung zu kommen", sagt der 47-jährige Geschäftsführer der oberösterreichischen Volkshilfe Flüchtlings- und Migrationsberatung - und Zogaj-Vertraute in deren jetzt härtesten Tagen.

Genutzt habe das ganze Verhandeln und Antichambrieren "nichts, gar nichts". Zu wirkmächtig seien die von den politisch Handelnden erzielten "Eigentore" gewesen. Ex-Innenminister Günther Platters Beharren auf "Nichterpressbarkeit" durch die aus Verzweiflung untergetauchte, damals 15-jährige Arigona, Innenministerin Maria Fekters Rede von deren "Rehlein-Augen": "Zum Einlenken waren beide danach persönlich viel zu sehr involviert", interpretiert der langjährige Flüchtlingshelfer, der verheiratet ist und selber eine Tochter von nunmehr 15 Jahren hat.

Als Asylexperte stellte der gebürtige Sierninger in seinen bald zwanzig Jahren einschlägiger Arbeit bei der SPÖ-Vorfeldorganisation Volkshilfe "Verschärfungen von Minister zu Minister" fest - egal, ob rot oder schwarz. Mit einer Ausnahme: "Caspar Einem hatte den Mut, Neues zu denken und zu tun - etwa, indem er Arbeitsmigranten eine Aufenthaltsverfestigung gewährte." Im Ministerium bekämpft, habe der "Mann mit Charisma" bald das Handtuch werfen müssen. Doch Einems Satz von den "Polizisten, die in gewisser Hinsicht auch Sozialarbeiter sind", würde Schörkhuber jetzt gern den mit den Zogajs beschäftigten Fremdenpolizisten ins Stammbuch schreiben.

Dass sich die SPÖ unter Kanzler Alfred Gusenbauer das Innenressort "nicht zurückgeholt" hat, löst bei dem Sozialdemokraten immer noch "Kopfschütteln" aus. Für die SPÖ bestehe kein Grund, das Thema Einwanderung als heiße Kartoffel zu behandeln, meint er. Vielmehr müssten die diesbezüglichen "historischen Widersprüche" in der Parteigeschichte aufgearbeitet werden, sagt der Sohn zweier Akkordarbeiter in den Steyr-Werken. "Als ich in den 70er-Jahren die Sierninger Ortsgeschichte aufgearbeitet habe, wurde mir klar, wie ausgeprägt die Spaltung der Sozialdemokratie nach 1934 war: ein kleiner Teil ging zur KP, die meisten geradewegs zu den Nazis." (Irene Brickner, DER STANDARD Printausgabe 24.6.2010)

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dadahans
 
00
Entweder - oder!

Verstehe nicht: wie können einem die "Hühner-Augen" der "Tante-Mitzti" lieber sein als die "Reh-Äuglein" der Arigona?

Stifter
12
26.6.2010, 11:36

Christian Schörkhuber ist ein wirklich großartiger Mensch! Danke dem STANDARD für diesen "Kopf des Tages"!

vormariniertes Grillfleisch
 
35
24.6.2010, 15:06
"Experten"

wie diese tragen primär schuld daran, fleissigst unterstützt durch mediales Trommelfeuer der Grün- und Gutmenschen (und -frauen), sich durch Hinwegsetzen über bestehende Gesetze die Zogajs im Glauben gelassen zu haben im Land bleiben zu können.

Hätten die verantwortlichen Organe nicht erst jetzt, sondern schon vor Jahren im Sinne des Gesetzes agiert, wäre uns diese unsägliche Geschichte erspart geblieben.

perau1
 
41
25.6.2010, 00:35

eh klar, nur d.innenministerIn sind schuldlos.

d.vater hat alle gesetzl.möglichk.ausgeschöpft u.machte daher nichts ungesetzl. d.gesetzgeber muss sich doch was dabei gedacht haben,als er diese möglichkeiten gab.
als sich d.15jährige nach d.abschiebung v.vater u.geschwister versteckte u.aus verzweiflung ihren selbstmord im falle 1 abschiebung ankündigte faselte d.dam.IM v.erpressung usw.dazu wurden a.d.IM unwahrh.über 1 angebl.straftat d.sohnes (keine verurteilung) a.zeitungen gespielt (datenschutzverletzg),d.Z.1 haus i.K.angedichtet etc.-u.d.auf d.offiz.seite d.innenmin.so wurde gg.d.Z.gehetzt b.sich d.stimmung i.d.bevölkerg drehte.
recht muss recht bleiben gilt wohl nur f.voll integriere junge,kranke u.kinder - f.politiker aber nicht

cumulus nimbus
51
24.6.2010, 12:19
Überschrift

Lt. Überschrift scheinen die Zogaj,s, Noblesse Obligate, "blaues Blut" zu besitzen. Eine unsägliche also, das ausgerechnet ein Arbeitersohn der Vertraute ...............
Der Leser sollte daher gewappnet sein für etwaige zukünftig brandaktuelle Enthüllungen ...............

Lord Lurch
01
24.6.2010, 10:49
Christian Schörkhuber

hat übrigens noch eine ganz andere, "einschlägige" Erfahrung mit dem Innenministerium, sprich Exekutive, gemacht. Ende der 80er/Anfang der 90er wurde ihm am Rand einer Opernballdemo als Zuschauer/Nicht-Demonstrant (!) von einem Polizisten die Brille mit einem Schlagstock eingedroschen, worauf ein Glassplitter ins Auge drang und er dieses nur durch eine Notoperation nicht verlor. War damals in allen Zeitungen.

mika33
23
24.6.2010, 10:34
Warum ist es denn notwendig, bei dem Thema einen Konnex

zu den Nazis zu konstruieren. Das ist doch einfach nur lächerlich und dumm.
Das einen hat mit dem anderen aber schon so von garichts zu tun ...

apostata
12
25.6.2010, 09:35
die nazis waren die besten gesetzeshüter

und die grössten schwerverbrecher.das law and order gebrabbel ist halt nazistisch.da liegt der zus.hang.

mika33
01
25.6.2010, 10:31
Die Nazis hatte z.B. auch gerne Helme auf.

Unser Bundesheer ist also auch nazistisch!!!!! Hilfe!

Gailous
411
24.6.2010, 10:31

Schörkhuber führt einen Kleinkrieg gegen das Innenministerium, die Familie Zogaj ist ein Kollateralschaden.
Niemand von den Verantwortlichen hat der Familie jemals Hoffnungen gemacht, dass sie mit ihren Verschleppungsstrategien Erfolg haben wird. Die Entscheidung von Innenminister Platter war klipp und klar.
Die Familie wäre besser beraten gewesen, die angebotene staatlich Rückkehrhilfe anzunehmen, und sich im Kosovo eine Existenz aufzubauen. Es gab damals Jobangebote im Kosovo und private Spender, viel mehr Untersützung als alle anderen Kosovaren erhalten haben, die in den letzten Jahren sang- und klanglos zurückgekehrt sind.

Schörkhuber und Friedl - Masters of Disaster.

mika33
02
24.6.2010, 10:30
Eigentlich sind an der ganzen Misere die Medien schuld, die durch

ihre überschwängliche Berichterstattung es der Regierung bzw. dem entsprechenden Minister unmöglich gemacht haben, eine humanitäre Lösung zu finden ohne komplett das Gesicht zu verlieren bzw. als erpressbar dazustehen.
Arigona kannst dich bedanken bei den österreichischen Medien .....

Jochen Rinter
42
24.6.2010, 10:16
Causa Arigona

Kaum hat man vor der "Causa Kampusch" ein wenig Ruhe, muß man täglich von den Reh-Äuglein lesen. Mich interessiert eigentlich überhaupt nicht, daß die "historischen Widersprüche in der Parteigeschichte aufgearbeitet" gehören, und auch Herrn Schörkhubers ortsgeschichtliche Versuche gehen mir am Popo vorbei. Der Rechtsstaat hat seine Entscheidung gefällt. Die junge Dame möge das akzeptieren oder sich ein Land suchen, wo sie mit Hilfe der Medien das Recht beugen kann.

MUNGO1
11
26.6.2010, 06:46
genauso ist es, dem ist nichts hinzuzufügen!

rosalie68
1610
24.6.2010, 09:44
und für alle..

denen es jetzt wirklich reicht und die ein Zeichen setzen wollen - kommt am 1. Juli ab 18.30 auf den Wiener Heldenplatz, Großdemo für eine menschenwürdige Asylpolitik unter dem Motto
"GENUG IST GENUG"

Stahl_____666
14
24.6.2010, 10:24
.

Eine menschenwürdige Asylpolitik bestünde darin, den Menschen schon an der Grenze zu erklären, daß sie hier in Österreich nichts erwarten können, daß ihre persönliche und wirtschaftliche Situation verbessern könnte. Das könnte so manche Enttäuschung ersparen.

rosalie68
21
24.6.2010, 15:32
ich find..

eure Nicks so witzig, gibts eigentlich schon Studien was der Nick über eine/n PosterIn aussagt ??

Karl Kater
11
24.6.2010, 09:41
Frage

Warum muss denn in Österreich eigentlich wirklich ALLES parteipolitisch organisiert sein?

ich dachte bisher, es sollte hier um soziale Anliegen gehen und nicht um sozialistische.

Lord Lurch
00
24.6.2010, 11:03
Wäre der Herr von der Caritas,

würde es Sie verwundern oder aufregen, wenn er Mitglied der katholischen Kirche wäre?

Karl Kater
00
24.6.2010, 16:07

Ist die katholische Kirche jetzt schon eine politische Partei?

ta tü
00
24.6.2010, 10:54

warum darf ein sozial engagierter mensch bei keiner partei sein? und warum müsste er verheimlichen?

Karl Kater
00
24.6.2010, 16:12
Pisa sagt: 1) sinnergreifendes Lesen --> Posten

Es geht auch nicht um einzelne Individuen mit Parteimitgliedschaft, die ganze Volxhilfe ist nämlich Vorfeldorganisation einer Partei.

Ich denke es ist schon irgendwie erstaunlich, wenn man in Österreich in rote und schwarze Autofahrerclubs, Alpinorganisationen, Fussballvereine, Jugendgruppene, ..... (nicht genügend Platz bei 400 Zeichen) .... einteilen muss?

Herr und Frau Österreicher
 
22
24.6.2010, 10:13

Dass die Volkshikfe rot ist, ist das eine, dass die Caritas NICHT schwarz ist, spricht nicht für die ÖVP!

Stahl_____666
01
24.6.2010, 08:47
.

Gute Idee - bitte in Zukunft immer die Kaste der betreffenden Person dazuschreiben, man kann ja nie wissen wo man beim Lesen so anstreift.

schafmeister
54
24.6.2010, 06:21
Hardliner

Platter ist gut nach Tirol abgeschoben und Fekter kann man als Dame vergessen. Sie erinnert an Polizeiminster untergegangener Regime.

Schlapsi
20
24.6.2010, 10:28
Hört auf mit der Beleidigung und Herabwürdigung des Kosovo

Beleidige nich den freien unabhängigen und demokratischen Kosovo, wo geordnete und friedliche und wirtschaflich hoffnungsvolle Verhältnisse herrschen!!!!!

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