Schwellenländer mischen Einzelhandel auf

23. Juni 2010, 18:04
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Internationale Handelsketten steigen in China, Südamerika und Nordafrika ein

Wien - Handelsketten müssen sich auf mehr Konkurrenz aus Schwellenländern einstellen. Auf Expansionskurs sind neben Einzelhändlern aus Industrienationen zunehmend Konzerne aus Ländern wie Chile und Mexiko. Und sie scheuen auch vor einem Markteintritt in Europa nicht zurück, geht aus einer neuen internationalen Studie des Beraters A.T. Kearney hervor.

Rund 90 Prozent der in Schwellenstaaten befragten Händler wollen über die Heimatmärkte hinaus wachsen. Fast ein Drittel plane Investitionen in Industrienationen - die Wettbewerbssituation werde sich damit grundlegend ändern.

Größtes Magnet für die Branche ist zum ersten Mal seit acht Jahren wieder China, erhob die Untersuchung. Das Konsumverhalten der Chinesen nähere sich dem westlichen Stil an. Indien hingegen fiel heuer vom ersten auf den dritten Platz zurück. Handelsimmobilien und Grundstücke hätten sich verteuert, zu viel internationale Konkurrenz sei bereits am Markt.

Russland rutschte unter den beliebtesten Wachstumsländern um acht Plätze auf den zehnten ab. Es bleibt das größte Europas, geringere Wirtschaftsleistung und zunehmende Marktsättigung kostete jedoch an Attraktivität. Südosteuropa wird reizvoller. Lidl etwa hat Plus-Läden in Rumänien und Bulgarien gekauft, Carrefour plant ein Joint Venture in Griechenland.

Zu den Aufsteigern bei den Expansionszielen des Handels zählen unter anderem Kuwait, Uruguay und Albanien. Stark an Bedeutung gewinnt neben Südamerika Nordafrika. Höhere Einkommen, Bevölkerungswachstum in Städten, Investitionen in Infrastruktur aber auch steuerliche Anreize ziehen Ketten an. Metro stieg etwa in Ägypten und Marokko ein.

Die Mehrheit der befragten Konzerne erwartet, dass sich ihr Engagement in drei Jahren rechnet. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.6.2010)

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