Briten reicht knapper 1:0-Sieg gegen Slowenien - US-Kicker fixieren Achtelfinale dank Donovan-Tor in der Nachspielzeit
Port Elizabeth/Pretoria - Erlösung für das
Fußball-Mutterland England und die USA:
Teammanager Fabio Capello
hat die Three Lions dank seines Glückshändchens vor der größten
WM-Blamage seit 52 Jahren bewahrt und doch noch ins Achtelfinale
geführt. Der italienische Star-Trainer setzte beim 1:0 (1:0) gegen
Slowenien zum ersten Mal im Turnierverlauf von Beginn an auf
Jermain Defoe - und der 27-Jährige bedankte sich in Port Elizabeth
prompt mit dem Siegtor (23.).
Ex-Bundesliga-Profi Landon
Donovan war unter den Augen des
ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in Pretoria der Matchwinner
für die US-Auswahl gegen Algerien. Der
ehemalige Leverkusener und
Münchner bewahrte den Confed-Cup-Finalisten von 2009 in
allerletzter Minute vor dem WM-Aus und hat den Amerikanern mit
seinem Tor in der ersten Minute der Nachspielzeit zugleich den
ersten Gruppensieg seit 1930 beschert. Donovan belohnte den
Sturmlauf des US-Teams in Pretoria die Nordafrikaner mit dem
späten, aber hochverdienten Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg.
Der
Held des Tages gab seine ersten Interviews mit Tränen in
den Augen. 'Ich bin geradezu schockiert. Ich bin so stolz auf meine
Jungs. Der Ball fiel mir vor die Füße, die Zeit blieb stehen, ich
konnte ihn nur reinmachen', sagte der Offensivspieler: 'Wir leben
noch, Baby! Wir sind noch nicht am Ende unseres Weges.'
Für
die USA, die nun ein potenzieller Gegner der deutschen
Nationalmannschaft im Achtelfinale sind, war es der erste Sieg in
einem dritten WM-Gruppenspiel. Die Wüstenfüchse aus Algerien
scheiterten auch bei ihrer dritten WM-Teilnahme in der Vorrunde.
Kapitän Anthar Yahia vom Bundesligisten VfL Bochum sah zu allem
Überfluss in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte.
England, das in der Schlussphase noch gewaltig
unter Druck
geriet und um das Weiterkommen zittern musste, ist als
Gruppenzweiter für die K.o.-Runde qualifiziert. Die Slowenen
schieden in letzter Minute aus.
Die USA und England sind ein möglicher Achtelfinal-Gegner
von
Deutschland. Die DFB-Elf musste aber selbst erst im Spiel gegen
Ghana am Abend noch um das Ticket für die Runde der letzten 16
kämpfen. 'Jetzt ist der Kopf frei. Wir haben keine Angst mehr,
sagte Capello nach dem Sieg erleichtert.
Vor 36.893 Zuschauern
im Nelson-Mandela-Bay-Stadion hatte
England nur in der Anfangsphase einige
Probleme mit den Slowenen.
So mangelte es den Briten zunächst wie schon bei den Unentschieden
zum Turnierauftakt gegen die USA (1:1) und Algerien
(0:0) an Ideen
und Durchschlagskraft.
Vor 35.000 Zuschauern im
Loftus-Versfeld-Stadion waren die
US-Amerikaner unter den Augen ihres ehemaligen Präsidenten Bill
Clinton die bessere Mannschaft und verdienten sich das
Weiterkommen, obwohl sie erhebliche Probleme mit der
Chancenverwertung hatten. verdient. Mit ihrem Kurzpassspiel und
viel Bewegung ohne Ball leitete das Team von Trainer Bob Bradley
viele gefährliche Szenen ein. Ideengeber und Antreiber waren dabei
der Gladbacher Michael Bradley und Donovan. In der 58. Minute hatte
Clint Dempsey nur den Innenpfosten getroffen.
Im Abschluss
hatten die US-Amerikaner generell nicht die
nötige Coolness. In der 20. Minute scheiterte Herculez Gomez allein
vor M'Bolhi. Kurz danach entschied Schiedsrichter Frank De
Bleeckere (Belgien) bei einem Treffer Dempseys auf Abseits - eine
fragwürdige Entscheidung. Jozy Altidore und Ex-Bayern-Profi Donovan
behinderten sich in der 37. Minute gegenseitig und vergaben die
Riesenchance zum 1:0 für die USA. Auch nach dem Wechsel blieben die
US-Ameriknaner am Drücker. Dempsey hatte die Doppelchance, als er
zunächst nur den Innenpfosten traf, anschließend noch am leeren Tor
vorbeizielte.
(SID)
Slowenien - England 0:1 (0:1). Port Elizabeth, Nelson-Mandela-Bay-Stadium, 38.000, SR
Wolfgang Stark (Deutschland).
Tor: 0:1 (23.) Defoe
Slowenien: Handanovic - Brecko, Suler, Cesar, Jokic - Birsa,
Radoslavljevic, Koren, Kirm (79. Matavz) - Ljubijankic (62. Dedic),
Novakovic
England: James - Johnson, Terry, Upson, A. Cole - Milner,
Lampard,
Barry, Gerrard - Defoe (86. Heskey), Rooney (72. J. Cole)
Gelbe Karten: Jokic, Birsa, Dedic bzw. Johnson
USA - Algerien 1:0
(0:0). Pretoria, Loftus-Versfeld-Stadion, 35.000 Zuschauer, SR Frank
De Bleeckere (Belgien).
Tor: 1:0 (91.) Donovan
USA: Howard - Bornstein (80. Beasley), DeMerit, Bocanegra,
Cherundolo - Dempsey, Bradley, Edu (64. Buddle), Donovan - Gomez (46.
Feilhaber), Altidore
Algerien: M'Bolhi - Bougherra, Halliche, Yahia - Yebda, Lacen -
Kadir, Matmour (85. Saifi), Ziani (69. Guedioura), Belhadj - Djebbour
(65. Ghezzal)
Gelb-Rote Karte: Yahia (93./Foul und Kritik)
Gelbe Karten: Altidore, Beasley bzw. Yebda, Lacen