England und die USA machen Aufstieg klar

23. Juni 2010, 18:05
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Briten reicht knapper 1:0-Sieg gegen Slowenien - US-Kicker fixieren Achtelfinale dank Donovan-Tor in der Nachspielzeit

Port Elizabeth/Pretoria - Erlösung für das Fußball-Mutterland England und die USA: Teammanager Fabio Capello hat die Three Lions dank seines Glückshändchens vor der größten WM-Blamage seit 52 Jahren bewahrt und doch noch ins Achtelfinale geführt. Der italienische Star-Trainer setzte beim 1:0 (1:0) gegen Slowenien zum ersten Mal im Turnierverlauf von Beginn an auf Jermain Defoe - und der 27-Jährige bedankte sich in Port Elizabeth prompt mit dem Siegtor (23.).

Ex-Bundesliga-Profi Landon Donovan war unter den Augen des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in Pretoria der Matchwinner für die US-Auswahl gegen Algerien. Der ehemalige Leverkusener und Münchner bewahrte den Confed-Cup-Finalisten von 2009 in allerletzter Minute vor dem WM-Aus und hat den Amerikanern mit seinem Tor in der ersten Minute der Nachspielzeit zugleich den ersten Gruppensieg seit 1930 beschert. Donovan belohnte den Sturmlauf des US-Teams in Pretoria die Nordafrikaner mit dem späten, aber hochverdienten Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg.

Der Held des Tages gab seine ersten Interviews mit Tränen in den Augen. 'Ich bin geradezu schockiert. Ich bin so stolz auf meine Jungs. Der Ball fiel mir vor die Füße, die Zeit blieb stehen, ich konnte ihn nur reinmachen', sagte der Offensivspieler: 'Wir leben noch, Baby! Wir sind noch nicht am Ende unseres Weges.'

Für die USA, die nun ein potenzieller Gegner der deutschen Nationalmannschaft im Achtelfinale sind, war es der erste Sieg in einem dritten WM-Gruppenspiel. Die Wüstenfüchse aus Algerien scheiterten auch bei ihrer dritten WM-Teilnahme in der Vorrunde. Kapitän Anthar Yahia vom Bundesligisten VfL Bochum sah zu allem Überfluss in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte.

England, das in der Schlussphase noch gewaltig unter Druck geriet und um das Weiterkommen zittern musste, ist als Gruppenzweiter für die K.o.-Runde qualifiziert. Die Slowenen schieden in letzter Minute aus.

Die USA und England sind ein möglicher Achtelfinal-Gegner von Deutschland. Die DFB-Elf musste aber selbst erst im Spiel gegen Ghana am Abend noch um das Ticket für die Runde der letzten 16 kämpfen. 'Jetzt ist der Kopf frei. Wir haben keine Angst mehr, sagte Capello nach dem Sieg erleichtert.

Vor 36.893 Zuschauern im Nelson-Mandela-Bay-Stadion hatte England nur in der Anfangsphase einige Probleme mit den Slowenen. So mangelte es den Briten zunächst wie schon bei den Unentschieden zum Turnierauftakt gegen die USA (1:1) und Algerien (0:0) an Ideen und Durchschlagskraft.

Vor 35.000 Zuschauern im Loftus-Versfeld-Stadion waren die US-Amerikaner unter den Augen ihres ehemaligen Präsidenten Bill Clinton die bessere Mannschaft und verdienten sich das Weiterkommen, obwohl sie erhebliche Probleme mit der Chancenverwertung hatten. verdient. Mit ihrem Kurzpassspiel und viel Bewegung ohne Ball leitete das Team von Trainer Bob Bradley viele gefährliche Szenen ein. Ideengeber und Antreiber waren dabei der Gladbacher Michael Bradley und Donovan. In der 58. Minute hatte Clint Dempsey nur den Innenpfosten getroffen.

Im Abschluss hatten die US-Amerikaner generell nicht die nötige Coolness. In der 20. Minute scheiterte Herculez Gomez allein vor M'Bolhi. Kurz danach entschied Schiedsrichter Frank De Bleeckere (Belgien) bei einem Treffer Dempseys auf Abseits - eine fragwürdige Entscheidung. Jozy Altidore und Ex-Bayern-Profi Donovan behinderten sich in der 37. Minute gegenseitig und vergaben die Riesenchance zum 1:0 für die USA. Auch nach dem Wechsel blieben die US-Ameriknaner am Drücker. Dempsey hatte die Doppelchance, als er zunächst nur den Innenpfosten traf, anschließend noch am leeren Tor vorbeizielte. (SID)

Slowenien - England 0:1 (0:1). Port Elizabeth, Nelson-Mandela-Bay-Stadium, 38.000, SR Wolfgang Stark (Deutschland).

Tor: 0:1 (23.) Defoe

Slowenien: Handanovic - Brecko, Suler, Cesar, Jokic - Birsa, Radoslavljevic, Koren, Kirm (79. Matavz) - Ljubijankic (62. Dedic), Novakovic

England: James - Johnson, Terry, Upson, A. Cole - Milner, Lampard, Barry, Gerrard - Defoe (86. Heskey), Rooney (72. J. Cole)

Gelbe Karten: Jokic, Birsa, Dedic bzw. Johnson

USA - Algerien 1:0 (0:0). Pretoria, Loftus-Versfeld-Stadion, 35.000 Zuschauer, SR Frank De Bleeckere (Belgien).

Tor: 1:0 (91.) Donovan

USA: Howard - Bornstein (80. Beasley), DeMerit, Bocanegra, Cherundolo - Dempsey, Bradley, Edu (64. Buddle), Donovan - Gomez (46. Feilhaber), Altidore

Algerien: M'Bolhi - Bougherra, Halliche, Yahia - Yebda, Lacen - Kadir, Matmour (85. Saifi), Ziani (69. Guedioura), Belhadj - Djebbour (65. Ghezzal)

Gelb-Rote Karte: Yahia (93./Foul und Kritik)

Gelbe Karten: Altidore, Beasley bzw. Yebda, Lacen

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    Jermaine Defoe sichert England das Achtelfinale-Ticket.

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    Und eine ganze "Fußballnation" atmet auf.

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    Freude zum verbiegen: Die US-Kicker machten in der Nachspielzeit den Aufstieg perfekt.

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