Faymann bietet Israelis Hilfe bei Gaza-Kontrolle an

23. Juni 2010, 21:55

Bundeskanzler auf Nahost-Reise: Österreichische Beamte könnten Grenzkontrollen unterstützen, wenn Blockade gelockert wird

Bundeskanzler Werner Faymann drängte in Israel auf ein Ende der Gaza-Blockade und bot Hilfe bei der Kontrolle von Gütern an. Premierminister Benjamin Netanyahu wetterte gegen Iran und Gazaflotte und antwortete nicht.

***

Die Pressekonferenz mit dem österreichischen Bundeskanzler wurde in den israelischen Abendnachrichten live übertragen und so nützte Premierminister Benjamin Netanyahu die Anwesenheit von Werner Faymann weniger zur Information der Journalisten, sondern als Rede an die Nation - und die war durchwegs emotional. Fragen hätten nur gestört, waren also nicht erlaubt.

Netanyahu lobte kurz Österreichs Rolle bei der Verhängung der Sanktionen gegen den Iran, ließ aber keinen Zweifel offen, dass sich Israel noch weit drastischere Sanktionen und Schritte gegen den Iran wünsche. Damit war der Premier bei seinem Thema: Netanjahu appellierte an alle Friedensaktivisten und Friedensbewegten, "dorthin zu gehen, wo Frauen geknechtet werden, wo Homosexuelle öffentlich hingerichtet werden, wo es keine Meinungs- und keine Pressefreiheit gibt. Gehen Sie in den Iran, gehen Sie in den Gaza-Streifen!"

Faymann war wohl vorbereitet, war auf das Tempo, das sein Gastgeber vorlegte, aber offenbar nicht ganz vorbereitet, er hielt sich mit Grußworten und Dankesbekundungen auf, ehe er nochmals auf ein Ende der Gaza-Blockade drängte. Die Liste, von der Netanyahu sprach, sei ein Schritt, aber die Menschen im Gaza-Streifen bräuchten bessere Lebensbedingungen - das dürfe freilich kein Freibrief für Waffenlieferungen sein. Faymann vertrat die Positionen der EU, er hatte an diesem Tag schon mehrfach in Gesprächen mit israelischen Politikern wie etwa Außenminister Avigdor Liberman ein Ende der Blockade des Gaza-Streifens gefordert. Faymann hatte auch Hilfe angeboten, Hilfe der EU, für die er hier sprach, und Hilfe Österreichs: Man wolle Israel bei den Grenzkontrollen zum Gaza-Streifen beistehen, man könne Beamte schicken, wenn die Blockade gelockert oder aufgehoben werde.

Netanyahu nahm Faymann geschickt den Wind aus den Segeln, die Knesset, das israelische Parlament, habe eben beschlossen, eine Liste mit Gütern, die in den Gaza-Streifen dürfen, zu erstellen, "Lebensmittel, Medikamente, Spielzeug, alles. Nur keine Waffen!" Und die Gaza-Flotte der sogenannten Friedensaktivisten sei ohnedies nur ein Instrument der Hamas und des Iran. "Und jetzt wollen sie auch noch ein Frauenschiff schicken", empörte sich Netanyahu, "jene, die die Frauen knechten" , das sei "zynisch".

Zuvor hatte schon Außenminister Liberman ein Ende der Blockade abgelehnt, der ultrarechte Nationalist argumentierte eingängig: "Wir wollen keine Raketen mehr." Die Blockade des Gaza-Streifens müsse aufrechterhalten werden, das sei essenziell für die Sicherheit Israels.

Zu Beginn seines zweitägigen Besuchs in Israel hatte Faymann auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, in der sechs Millionen ermordeter Juden gedacht wird, besucht. Selbst ein Politiker - und sei es bei einem Staatsbesuch - kann sich den tiefen Eindrücken nicht entziehen, die ein Besuch von Yad Vashem auslöst. So zeigte sich auch Faymann "tief bewegt und beeindruckt" . Er versprach, dass man in Österreich "niemals vergessen" werde. Und er wolle sich um Bildung und Erziehung kümmern, für ein besseres Verständnis und für mehr Toleranz.  (Michael Völker aus Jerusalem/DER STANDARD, Printausgabe, 24.6.2010)

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Mostbluzza
21
24.6.2010, 15:47
nicht mal ignorieren,

dachten sich wohl auch die israelis (ausser jerusalem post).

den besuch von yad vashem kurz eingeschoben, nach gianfranco fini gleich der bk gusenbauer (lt. israel. medien). manche erwähnten weder besuch, noch ihn namentlich (nicht mal falsch). wenn eine israel. medium drauf einging, wurde er ignoriert und nur der netanyahu bekam öffentlichkeit für seine 08/15 statements zur öffent. meinungsmache.

das sollte sich mal österreich erlauben, wenn überhaupt wer zu uns kommt ...

http://kurier.at/nachricht... 011526.php

Karl Heiden
00
24.6.2010, 17:29

Faymann hätte also doch vorher an "Ha'aretz" einen Leserbrief schreiben sollen, dann wäre er von dieser Zeitung (übrigens linksliberal) nicht mit Gusenbauer verwechselt worden ...

Mostbluzza
20
25.6.2010, 10:41
es geht ums prinzip

ich lese gerne haaretz. heute den artikel z b.

http://www.haaretz.com/magazine/... m-1.298113


israel spielt nicht mal die feine klinge der diplomatie, sondern brüskiert eigentlich unseren kanzler (auch die Eu und selbst die USA), nur merkt er es nicht.

israels regierung ist so weit, wie sie sein will. sie hat ihre freunde im griff. und das macht sie unberechenbar (nahostkrieg, iran) und für die palästinensische sache aussichtslos. eines tages setzen sie wohl alles auf eine karte und die freunde werden freunde bleiben ...

epep
00
27.6.2010, 21:04
wenn sie gerne die haaretz lesen, frag ich mich..

..warum sie immer einen solchen unsinn über den nahen osten schreiben. von der haaretz können sie den nicht haben.

sed s/./_242_/g
00
24.6.2010, 14:47
... für ein besseres Verständnis und für mehr Toleranz.

Wäre schön. Ja.

der Rabe
11
24.6.2010, 14:53
und im gleichen Atemzug Hilfe bei der Kontrolle von Gazah


Sein Rückgrat hat er beim Dichand gelassen...

hui buh
10
24.6.2010, 14:27
Ob das dem Onkel Hans in die Gesinnung gepaßt hätte?

Rose Bud
10
24.6.2010, 14:34
Hans Dichands Gesinnung...

...war vielschichtig.

Antisemitisch, antizionistisch oder antiisraelisch war sie - nachweislich - nie. Dass ein Staberl oder ein Wolf Martin manchmal antisemitisch waren, heisst ja nicht, dass das Dichands persönliche Linie gewesen ist.



epep
00
27.6.2010, 21:06
wie bitte?

es gab ein stillhalteabkommen mit der jüdischen gemeinde und dem dichand.

und der wolf martin feiert regelmässig den 20. april.

hui buh
11
25.6.2010, 00:21
Viktor Reimanns Serie "Die Juden in Österreich" vergessen?

Wenn ich, als Herausgeber, solche ausgewiesenen Antisemiten und Rassisten beschäftige, dann gehe ich konform mit deren Meinung. Nicht zu reden davon, wie unglaublich er Haider protegierte und sich nicht entblödete eine Kellernazi Rosenkranz zu fördern und zu unterstützen. Familie Zogaj wurde mehr, als von der Krone verunglimpft etc...etc... Bitte hörn'S mir auf damit, für Onkel Hans in die Bresche zu springen.

Rose Bud
10
25.6.2010, 09:44
Ja eh...

genauso hat er andere gefördert und beschützt.

Er war kein nazi. Sie haben sein konzept und seine weltanschauung nicht verstanden.

epep
00
27.6.2010, 21:07
"Sie haben sein konzept und seine weltanschauung nicht verstanden."

machtgeiles a...och ?

Mostbluzza
10
25.6.2010, 11:06
dichand war ein kreiskyaner

http://www.falter.at/web/print... php?id=724

und genauso sollte man seine einstellung zu israel wohl sehen, aber ich lasse mich auch gern (auf fakten beruhend) eines anderen belehren.

weiters spricht die krone-entstehungsgeschichte (alliierte) nicht gerade für eine antisemitische verschwörung ...

hui buh
00
25.6.2010, 20:28
Warum werde ich durch diese Argumentationen frappierend an die unselige "Affäre Waldheim" erinnert,

als Michael Graff sagte:" „Solange nicht erwiesen ist, dass er, Waldheim, eigenhändig sechs Juden erwürgt hat, gibt es kein Problem”??
Integer war er, Dichand, jedenfalls mit Bestimmtheit auch nicht, die Gründung der Zeitung mit von Franz Olah geheim abgezweigten Gewerkschaftsgeldern anzunehmen und zu akzeptieren.
Siehe auch:
http://tinyurl.com/396lfz4

Rose Bud
10
25.6.2010, 11:37
Ganz genau!

Danke...

hui buh
01
26.6.2010, 00:16
Fein, dass meine Argumente stichhaltig genug und überzeugend waren!

aiuto
00
24.6.2010, 14:12
Abgesprochen?

Ob das der Herr BK mit seinem Abrüstungsminister abgesprochen hat ?

Pyotr Alexeyevich
00
24.6.2010, 13:17
Gute Idee - am besten gleich die Fekter schicken

mikromalist
 
00
24.6.2010, 13:09
Assistenzeinsatz im Gaza-Streifen?

d_parker
00
24.6.2010, 13:08
Ein wirklich "toller" Vorschlag. Oh ja, unbedingt EU-Beamten als Beobachter des Grenzverkehrs schicken. Das hat ja 2005 in Rafah ja auch "her-vor-ra-gend" geklappt...



http://www.israelnationalnews.com/News/News... aspx/95754

Tamara Fogowitz
13
24.6.2010, 13:05
Jetzt macht sich Herr Faymann endgültig zum Dodel.

Mostbluzza
10
25.6.2010, 11:24
man stelle sich die Pressekonferenz vor

unser lieber werner, ein freund israels lt. zeitungen,
sagt sein sprüchlein auf, bekommt ein lob für unsere iran-sanktionen bei der uno.

und dann legt netanyahu los, monologisch, wohl eine halbe stunde, er ahnt etwas, versteht die welt nicht, es gibt kein zurück, .... nun die propaganda:

http://www.israelnationalnews.com/News/News... spx/138248

...Go to the places where there is no freedom of expression, no freedom of the press, no independent courts, no human rights organizations and no human rights. Go to Teheran. Go to Gaza.

werner blieb in israel, weit musste er ja nicht fahren, um diese missstände auch live sehen zu können. alles vorhanden im heiligen land selbst.

Winter20
00
24.6.2010, 13:52

Nach dieser Reise von Werner F. nach Israel kann Omar Al-Rawi seine Klientel besser motivieren, SPÖ zu wählen. Nur darum geht's.

d_parker
00
24.6.2010, 19:32
Glauben Sie, dass es da den Trip nach Nahost gebraucht hat?

Herr al-Rawi & Co haben es doch mit den Demos hierzulande anlässlich der Erstürmung der Mavi Marmara hervorragend geschafft, den Nahostkonflikt auf die Straßen von Wien zu holen....
http://cafecritique.priv.at/blog/2010... r-al-rawi/


Der lustige aus dem zweiten Stock
 
00
24.6.2010, 13:52

Das war er auch schon vorher !

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