Ösi-Dienstag in ORF 1 ab Herbst, sagt Wrabetz

23. Juni 2010, 17:41
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Diskussion, Dokus, Coaching - ORF muss weiter sparen, sonst 90 Millionen Minus

Was tut der ORFmit den extra Gebührenmillionen des Bundes? Drei Formate für ORF 1 sind für Herbst "in Vorbereitung", sagt ORF-Chef Alexander Wrabetz. Dienstag solle dort zum Österreich-Tag werden und "die Eigenständigkeit stärken":

  • Ein Diskussionsformat für jüngere Zuschauer, dabei helfen laut Wrabetz "die Erfahrungen mit Meine Wahl" . Der ORF-Chef meint wohl Wahl 10 - meine Frage, wo Jungwähler Präsidentschaftskandidaten Fragen stellten. Meine Wahl heißen ATV-Wahlsendungen.
  • Eine Dokumentationsleiste "bestimmten Typs" (Wrabetz), ebenfalls für jüngere Zielgruppen. Voraussichtlich überwiegend mit Kaufdokus, sagt der ORF-Chef.
  • Coaching/Dokusoaps Diese Leiste soll nach Serien wie Schnell ermittelt oder Soko Kitzbühel kurz nach 21 Uhr (gegen den Report) laufen.

Samstag soll zum "Eventtag" werden - etwa mit Shows wie Whole 19 Yards (mit ProSieben).

Im Vorabend von ORF 1 sind "keine weiteren Eigenproduktionen vorgesehen" , sagt Wrabetz. Chili "läuft" , zu anderen Zeiten "tut es sich leichter" - etwa vor Mitternacht. "In den nächsten Tagen" berate man Änderungen - der Mediensenat sieht in Chili verbotene Unterbrecherwerbung. Ein neuer Sendeplatz sei"derzeit kein Thema" . Wrabetz sah zuletzt für das Societyformat im Vorabend kaum andere Möglichkeiten.

Den neuen Finanzplan des ORF mit mehr Geld vom Bund beschloss der ORF-Stiftungsrat Mittwoch einstimmig. 50 Millionen extra alleine für heuer lehnt kein Aufsichtsrat leichtfertig ab.

  • Neue Sparwelle Das extra Geld finanziert auch weitere Sparmaßnahmen, etwa Golden Handshakes für 1953 geborene Männer (wie TV-Unterhaltungschef Edgar Böhm) und 1958 geborene Frauen. Mehr als 500 Jobs hat der ORF in den vergangenen 18 Monaten schon gekürzt. Zwar schreibe der ORF auch im zweiten Quartal 2010 schwarze Zahlen. Damit das so bleibe, "dürfen wir nicht nachlassen" . Ohne Maßnahmen fehlen laut Mittwoch präsentierter Finanzvorschau 2013 90 Millionen. Laut Wrabetz sind "zweistellige Millionenbeträge" zu sparen.
  • Petition gegen Prämien 182 Mitarbeiter des Funkhauses, auch pensionierte, protestierten gegen die Prämien für das ORF-Management. Sie lägen beim "Vielfachen" der Verdienste geringfügig beschäftigter Mitarbeiter. Wrabetz will für sie "in prekärenSituationen" neue Regelungen finden.

  • "Journalisten-Akademie" Unter dem Titel plant der ORF Praktika, um Nachwuchskräfte zu finden.
  • Neue ORF-Zentrale Im ersten Halbjahr 2010 wollte Wrabetz über einen neuen Standort entscheiden - sein Finanzdirektor Richard Grasl sprach sich für Absiedelung aus. Nun legt sich Wrabetz auf keinen Entscheidungstermin bis Ende 2011 fest, wenn seine Amtszeit endet. Dieser Tage entscheide sich, welche Teile des Küniglbergs denkmalgeschützt werden. 
  • Die Beschwerde der Privatsender gegen die Regeln für Regionalwerbung im neuen ORF-Gesetz hält Wrabetz für unberechtigt. Sie schließe "Privatsender nicht aus" , sagt er. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 24.6.2010)
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