Mehr als 2000 Behandlungsfehler im vergangenen Jahr

23. Juni 2010, 16:43

Am häufigsten ärztliche Behandlungsfehler bei Verschleiß von Hüft- und Kniegelenken

Berlin - Die Zahl ärztlicher Fehlbehandlungen in Deutschland bleibt hoch: Von rund 7.400 Beschwerdeanträgen von Versicherten wurden im vergangenen Jahr in 2184 Fällen ein Behandlungsfehler oder eine mangelnde Risikoaufklärung durch den Arzt bestätigt. Dies geht aus einer in Berlin vorgelegten Statistik der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern hervor. In 1771 Fällen führte das Fehlverhalten nachweislich zu einem Gesundheitsschaden für den Patienten.

Häufigste Fehler

Am häufigsten wurden Behandlungsfehler bei Verschleiß von Hüft- und Kniegelenken (134) sowie bei Frakturen an Händen, Armen und Beinen festgestellt. Im Jahr davor waren von den rund 7100 Anträgen in 2090 Fällen ein Behandlungsfehler bestätigt worden, bei knapp 1700 davon wurde die Gesundheit des Patienten in Mitleidenschaft gezogen.

Die seit 1975 bei den Ärztekammern in Deutschland eingerichteten Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen für Arzthaftungsstreitigkeiten bieten eine Begutachtung durch unabhängige Experten sowie eine außergerichtliche Streitschlichtung an. Der Patient kann durch ein gebührenfreies Verfahren überprüfen lassen, ob sein Vorwurf gerechtfertigt ist. In 90 Prozent der Fälle werden nach Angaben der Bundesärztekammer die Entscheidungen von beiden Parteien akzeptiert und die Streitigkeiten beigelegt. Den Patienten steht es aber frei, weitere rechtliche Schritte einzuleiten. (Reuters)

Share if you care
1 Posting
"Mehr als 2000 Behandlungsfehler im vergangenen Jahr"

Viel, viel, viel mehr.
Wenn es nur 2000 wären, dann wären tatsächlich die Ärzte Halbgötter in weiß.

Da es aber nur Menschen sind, kann man die Zahl getrost mit hundert oder gar mit tausend multiplizieren.

Weil sich ja nur die wenigsten Patienten offiziell beschweren.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.