Nobelbezirk mit Gemeindebauten und einem mächtigen Bezirkskaiser

24. Juni 2010, 07:12
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    foto: standard/fischer

    Bezirksvorsteher Adi Tiller. Im Hintergrund der Karl-Marx-Hof.

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    Ergebnis Döbling Gemeindeswahl 2005. Quelle: wien.gv.at

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    Ergebnis Döbling Bezirksvertretungswahl 2005. Quelle: wien.gv.at

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    Blick auf die Weinberge und die Stadt vom Kahlenberg aus.

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    apa-foto: rene van bakel

    Politiker beim Heurigen in Grinzing.

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    apa-foto: herbert pfarrhofer

    Das Ende der Präsidentenvilla.

Wien-Döbling ist seit 1978 fest in schwarzer Hand

Adolf Tiller ist mächtig. Der 70-Jährige ehemalige "Bunte Vogel" unter Erhard Busek ist Bezirksvorsteher von Wien-Döbling. Wie mächtig Tiller ist, das zeigte sich bei Johannes Hahns Wechsel als EU-Kommissar nach Brüssel. Hahn wollte nämlich trotz seines Karriereschritts weiterhin Chef der Wiener ÖVP bleiben. "Das wird nicht gehen", sagte jedoch der ÖVP-Bezirksvorsteher. Es sei "sehr sympathisch", dass Hahn der Wiener Volkspartei helfen wolle, von Brüssel aus sei dies aber nicht möglich.

Gleichzeitig betonte Tiller, dass er sowohl Staatssekretärin Christine Marek als auch den EU-Abgeordnete Othmar Karas für geeignet halte. Und siehe da - Marek war dann auch diejenige, die Wiener Parteiobfrau wurde.

32 Jahre Bezirksvorsteher

Tiller ist seit 1978 Bezirksvorsteher von Wien-Döbling. Seit 32 Jahren hat er das Amt inne, das macht ihm kein anderer Bezirksvorsteher in Wien nach. Abgeschlagen auf Platz zwei ist der Bezirksvorsteher von Wien-Landstraße, Erich Hohenberger, der immerhin auch schon seit 1989 in seinem Bezirk regiert.

In Döbling leben 68.277 Personen (Stand 1. Jänner 2009), der Anteil der Ausländer beträgt 15,9 Prozent.

Bezirk der Reichen und Armen

Der 19. Bezirk ist voll von Gegensätzen. Auf der einen Seite gibt es viele Gemeindebauten. Der Karl-Marx-Hof im Bezirksteil Heiligenstadt etwa, ein Wohnbau, der in den Jahren 1926 bis 1933 nach Plänen von Karl Ehn mit 1.272 Wohnungen errichtet wurde, und der größte Wohnbau dieser Art in der Stadt ist. Auf der anderen Seite gibt es in Grinzing die Villen, wo der Geldadel, allen voran Bauunternehmer Richard Lugner, und andere Reiche der Stadt leben. Die Gemeindebauten wurden im Bezirk geschaffen, um die soziale Durchmischung zu gewährleisten. So liegt der Karl-Marx-Hof nur wenige hundert Meter von der ehemaligen Präsidentschaftsvilla an der Hohen Warte entfernt. Die Villa wurde jedoch vor wenigen Monaten abgerissen. Bundespräsident Heinz Fischer hatte bei Amtsantritt auf die Villa verzichtet. Da sie ohnedies bereits renovierungsbedürftig war, entschied man sich für einen Verkauf.

Auf der Hohen Warte befindet sich neben der Wetterstation auch ein Traditionsfußballverein, der Vienna FC. Bekannt sind auch die Heurigen im Stadtteil Grinzing, die viele Touristen anziehen. Auch viele Politiker laden nach Grinzing, um ihre Sommer-Heurigen zu veranstalten.

Altes Döbling

Auffallend ist der hohe Altersdurchschnitt des Bezirkes. 12,1 Prozent der Menschen waren im Jahr 2008 75 und älter. Nur im 13. Bezirk gibt es noch mehr Personen in dieser Altersgruppe (13,0). Wenig überraschend deswegen auch die hohe Anzahl an Pensionistenheimen. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 44,6 Jahre.

In schwarzer Hand

Bis 1978 war Döbling übrigens in SPÖ-Hand. Erst damals überholte die ÖVP bei den Bezirksvertretungswahlen die Roten. Seither ist sie unangefochtene Nummer eins. Bei der letzten Bezirksvertretungswahl im Jahr 2005 kam die ÖVP auf 40,67 Prozent. Die SPÖ erreichte 34,31 Prozent, die Grünen 14,04 Prozent und die FPÖ 8,45 Prozent. Anders die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen. Hier schnitten 2005 die Roten besser als die ÖVP ab und erzielten 38,06 Prozent. Die ÖVP kam auf 33,51 Prozent.

Ziel der SPÖ wird es wohl auch im Herbst sein, wieder Nummer eins zu werden. Der rote Herausforderer heißt Franz Ekkamp und ist seit 1995 Gemeinderat der SPÖ.

Leergeräumte Parteikasse

Die SPÖ machte in Döbling zuletzt jedoch nur deshalb Schlagzeilen, weil 200.000 Euro aus der Parteikasse gestohlen wurden. Verdächtigt wird ein ehemaliger Bezirksfunktionär. Ob die Partei das Geld jemals wiedersehen wird, ist mehr als fraglich. Der mutmaßliche Dieb hat Privatkonkurs angemeldet. (rwh, derStandard.at, 24.6.2010)

Infos zum Bezirk:

Bezirksvertretung (Mandate): ÖVP 20, SPÖ 16, Grüne 6, FPÖ 4

Wahlberechtigte bei der Gemeinderatswahl 2005: 50.159

Bezirksvorsteher: Adolf Tiller (ÖVP)


Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 241
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erb armen
00
30.7.2010, 22:32
und wann darf der schwarze mann vor roten gnaden endlich abtreten?

Gut und dann...?
00
20.7.2010, 11:33
Ich kenne nur den 18 Milliarden Skandal der uns alle belastet!

Da war aber keine SPÖ dabei!
http://www.youtube.com/watch?v=Jw6VZH03OZY

Der zerbrochene Krug
00
13.7.2010, 15:59
was ist eigentlich aus dem 200.000€-Skandal der Döblinger SPÖ geworden?

http://derstandard.at/127137799... ing-fehlen

Blauer Dunst!
00
Döbling in schwarzer Hand?

Darum ist es dort so teuer!

Standard Posting
00
Reich an Peinlichkeiten

kyselak3
 
00
30.6.2010, 00:09
richard lugner ist reich?

rossotintifinti
00
29.6.2010, 19:51
interessant.

das system t. korrumpiert mittlerweile unhinterfragt ein österr. leitmedium aus dem tageszeitungs-sektor.

Heinz Anderle
 
31
26.6.2010, 06:13
Zum Bild 3 fällt mir nur Karl Kraus ein, als Erscheinung aus den "Letzten Tagen der Menschheit":

"Ins Fiebrige verzerrte Heurigenmusik setzt ein. ... Das Österreichische Antlitz erscheint:

Aus Tod wird Tanz,
aus Haß wird Gspaß,
aus Not wird Pflanz,
was ist denn das?

Is' alles stier,
is' einerlei,
weil mir san mir,
und a dabei.

Ein guter Christ
sagt 'Kinder, bet's',
und Henker ist
man nur aus Hetz'. "

Die Österreichische Gemütlichkeit ist eine gefährliche Drohung an alle anderen (das ist von mir).

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

flaute
01
26.6.2010, 13:10

welche Information wollen sie mit diesen Worten vermitteln und warum?

Heinz Anderle
 
31
26.6.2010, 13:49
Die Diagramme zähle ich nicht mit.

Und nein: Minister Mitterlehner ist mit dem Karl Kraus-Zitat nicht gemeint.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

...und tschüss
11
24.6.2010, 20:17
adé tiller.


und wer folgt nach?

bröhan
12
25.6.2010, 06:13

ich muss sie enttäuschen. tiller bleibt, zu meiner freude als döblinger !

...und tschüss
41
25.6.2010, 10:18
ich muss sie enttäuschen: unsere zukunft sieht anders aus.

alois enzenhofer
11
25.6.2010, 16:23

Und die Ufos können dich kreuzweise, gell.

...und tschüss
21
26.6.2010, 19:53
die zukunft wird vor allem eines zeigen:


adé tiller wird uns schneller verlassen haben,
als das erste ufo hier auf erden gelandet sein wird.

roter mob
51
24.6.2010, 17:14
hat jemand die leicht näselnde stimme

von ing. kaida wahrgnommen, dem mann, der die ansagen der wiener linien macht, wenn er das wort "grinzing" ausspricht???

mir fehlt immer der nachsatz "kein umsteigen, aussteigen bitte nur für touristen und leute die sichs leisten können."

sportlich elegant
00
24.6.2010, 20:27
und auch ganz gut finde ich seine ansage im 39A:


"bellee - vü - eeh - strasse"

sepp schilehrer
00
25.6.2010, 08:11

Der Ingenieur ist Kult!

An den langen Lüssen!!!!!

heute war mal morgen
25
24.6.2010, 15:55
Döbling ist wunderschön.

Kann mir nicht mehr vorstellen in der Stadt wohnen zu müssen.
Leider bezahlt man auch ganz gut für diesen Umstand.

eowyn eowyn
00
13.7.2010, 17:00
hm..

ich mag döbling... allerdings geht für mich nichts über klosterneuburg...
wobei ich wiegesagt hietzing und döbling nicht schmälern möchte..
Aber mir gefällt es ausserhalb von wien zu wohnen und in 15 Minuten beim Francesco im 19ten zu sitzen oder in 20ig in der Stadt einen Bummel zu machen :)

Der groBe Mann
23
24.6.2010, 17:11
Sie haben recht, ich allerdings bin noch lieber in Hietzing.

heute war mal morgen
01
24.6.2010, 22:21
Ja, das kann ich mir vorstellen

ist ja nicht so viel anders.

Weniger Wein, mehr Getier :)

rank7
01
24.6.2010, 18:12

ist die ewige Konkurrenz eigentlich

Döbling ist heiterer, auch jenseits des Weins, würd ich sagen, das Krapfenwaldl, all die Blicke über Wien, die Vienna, die Donau, der Wienerwald, ...

Doktor Leid
21
24.6.2010, 20:10
Genau, in Hietzing hats keinen Wienerwald.

rank7
02
24.6.2010, 21:01

freilich gibt es auch in Hietzing einen Wienerwald, wer sagt, den gäbe es da nicht? hat aber ein ganz anderes Flair als in Döbling übrigens, wo er mit dem Kobenzl, dem Kahlenberg und dem Leopoldsberg in Richtung Donau hin ausläuft.

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