Kamerasteuerung soll PCs und Fernseher erobern

23. Juni 2010, 14:02
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Microsoft erforscht künftiges Anwendungspotenzial von Kinect - Hersteller PrimeSense schmiedet große Pläne

Mit der Kamerasteuerung "Kinect" will Microsoft neuen Schwung in sein Videospielgeschäft bringen. Besitzer der Xbox 360 werden ab November die Möglichkeit haben, die neue Technologie zu testen. Einstweilen forschen sowohl Entwickler des Redmonder IT-Konzerns als auch des israelischen Herstellers der dahinter steckenden Hardware - PrimeSense - an zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten des controllerlosen Steuerungskonzepts.

Zukunft

"Games stellen nur die Initialzündung für Kinect dar", ist Jamie Shotton von Microsoft Research Großbritannien gegenüber dem Magazin NewScientist überzeugt. Mögliche Anwendungsbereiche sieht der Froscher etwa in der Medizin, im Sicherheitsbereich oder bei der Dokumentverwaltung bzw. -präsentation. Die Hardware von Kinect kombiniert zwei Infrarotsensoren zur Erfassung von Bewegungen sowie eine Foto/Video-Kamera und ein Mikrofon zur Spracheingabe. Letztere Entwicklung wird auch bei Windows 7 eingesetzt.

Um das technologische Potenzial von Kinect in Zukunft voll ausschöpfen zu können, müsse Microsoft aber zunächst noch an der Verbesserung der integrierten Hardwarekomponenten arbeiten. "Die gegenwärtige Kamera und Rechenleistung limitiert die Genauigkeit von Kinect. Mit schnelleren Kameras und einer stärkeren Rechenleistung könnten wir eine Präzision von einem Millimeter erreichen", ist Microsoft-Forscher Shotton überzeugt.

Andere Wege

Während Microsoft aber offiziell noch keine weiteren Einsatzgebiete von Kinect konkretisieren will, schmiedet der Hardware-Zulieferer PrimeSense bereits große Pläne. Gegenüber dem Techblog Engadget betont Vice President Adi Berenson, man wolle die Technologie in Wohnzimmer-PCs unterbringen. Bis Ende des Jahres würden die ersten Verträge abgeschlossen, im Sommer 2011 erwarte man die ersten freihändig gesteuerten Set-top-Boxen. Letztendlich sei es das Ziel, den gesamten Medienkonsum über den Fernseher mit der Gestensteuerung zu vereinfachen. Eine Sprachsteuerung werde es bei PrimeSense eigenen Produkten jedoch nicht geben, dies sei Microsofts Idee gewesen. Allerdings sollen die Infrarotsensoren und die räumliche Erfassung des Körpers seit der Entwicklung von Kinect mittlerweile verbessert worden sein. (zw)

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    Gestensteuerung soll sich künftig nicht nur auf Spiele beschränken.

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