Publikation der Stresstests am Freitag

23. Juni 2010, 13:05
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Allerdings wird die OeNB keine Einzeldaten veröffentlichen, sondern "aggregierete" für den österreichischen Bankensektor

Wien - In der zweiten Julihälfte sollen die Ergebnisse der Stresstests für die 25 führenden Banken der Gemeinschaft veröffentlicht werden. Bisher wurden solche Beurteilungen, ebenso wie die Ergebnisse nationaler Stresstests für alle Banken eines Landes, streng geheim gehalten. In Deutschland haben sich die deutsche Bankenlobbyisten (Verbände) vorweg skeptisch gezeigt. In Österreich hat der Bankenverband keine Formalposition. Verbandspräsident und Bawag-Vizechef Stephan Koren hat sich am Mittwoch differenziert geäußert.

Er persönlich hätte kein Problem mit der Publikation der Zahlen der Belastungstests für sein Haus, sagte Koren bei einer Pressekonferenz des Verbands. "Wir fürchten uns nicht." Koren räumte zugleich ein, dass es sich für die Branche aber um eine relativ delikate Geschichte handle. Das Problem: "Man hat nicht die Interpretationshoheit".

Aktuell ist auf Europaebene von der Offenlegung der Belastungstests für die grenzüberschreitend tätigen größten 25 Institute die Rede. Aus der Debatte in Brüssel und in Deutschland schließt Koren aber, dass man dort breiter diskutiere als um die zwei Dutzend Bankenriesen in der EU. Es gebe schon eine Mehrheit dafür, das zu publizieren. Nach vergangenen Tests (größte Institute Europas sowie nationale Testläufe) wurden keine individuellen Ergebnisse publiziert, sondern nur Gesamtergebnisse.

Heimische Stresstests am Freitag

Dabei wird es die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) auch belassen, wenn sie diesen Freitag in Wien zum Finanzmarktstabilitätsbericht die aktuellen Belastungstests für die österreichischen Bankenszene präsentiert. Die OeNB wird weiter keine Einzelergebnisse für die österreichischen Finanzhäuser nennen, sondern in "aggregierter Form" vorlegen, bekräftigte OeNB-Sprecher Oliver Huber am Mittwoch.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" heute berichtete, wird die EU die Ergebnisse der Banken-Stresstests für die Großbanken in kritischen Fällen zusammen mit Hilfsplänen veröffentlichen."Wenn wir schlechte Ergebnisse ohne Lösungsvorschläge publizieren würden, bekämen wir ganz schnell ein großes Problem", schrieb das Blatt unter Berufung auf diplomatische Kreise in Brüssel. Die EU plädiere zudem für eine "koordinierte Veröffentlichung" der bisher geheimen Ergebnisse. Das müsse nicht notwendigerweise am selben Tag geschehen, aber innerhalb einiger Tage.

Mittels der Stresstests soll untersucht werden, wie stabil Finanzinstitute unter außergewöhnlicher Belastung agieren und ob sie Krisen standhalten können.

Von den Härtetests der großen systemrelevanten Institute in Europa sind in Österreich Erste Group und Raiffeisen betroffen. Die Bank Austria fließt ins Italien-Ergebnis (UniCredit) ein. (APA)

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    Österreichs Banken-Verbandspräsident Stephan Koren hat keinen Stress, vor den publizierten Daten aus den Stresstests fürchtet er sich nicht.

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