Fed bleibt ultralocker

23. Juni 2010, 20:23
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Das mäßige Erholungstempo hinterlässt Spuren: Die US-Notenbank hat den Leitzins auf historischem Tief belassen

Washington/Wien - Im Zuge der Krise hat die US-Notenbank Fed den Leitzins auf das historische Tief von 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Über Käufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren weitete sie ihre Bilanz auf zeitweise 2300 Milliarden US-Dollar aus. Auch am Mittwoch hat sie den Refinanzierungssatz  unverändert gelassen. Auch wenn innerhalb der Fed der Ruf nach einem Ausstieg aus der Nullzinspolitik lauter wird. Marktteilnehmer rechnen erst 2011 mit einer Zinsanhebung.

Dabei hatten noch vor nicht allzu langer Zeit viele Analysten eben die anstehende Juni-Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses (FOMC) der US-Notenbank als den Zeitpunkt angesehen, ab dem Fed-Chef Ben Bernanke mit der kommunikativen Vorbereitung der Zinswende in den USA beginnen könnte. Dagegen spricht allerdings, dass die Lage am Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten noch nicht stabil genug ist. Auch die Schuldenkrise in Europa wirft ihre Schatten bis nach Washington.

Mäßiges Tempo der Erholung

Wirtschaftliche Lage und Perspektiven haben sich wohl seit dem letzten Treffen des geldpolitischen Rates (FOMC) Ende April nicht verbessert, sondern sogar wieder etwas eingetrübt. "In diesem Umfeld ist eine Abkehr von der extrem expansiven Geldpolitik auf absehbare Zeit wenig wahrscheinlich", schreibt Patrick Franke von der Helaba in einer Analyse. Die Fed dürfte also heute erneut erklären, dass sich das "außerordentlich niedrige Zinsniveau noch für einen längeren Zeitraum" nicht ändern wird. Die Bewertung der Konjunktur fiel dementsprechend in der Mitteilung der Notenbank angesichts der Schuldenkrise in Europa um eine Schattierung negativer aus als bei der vorangegangenen Fed-Sitzung Ende April. (rb)

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    Ben Bernanke berät mit den wichtigsten US-Kollegen über die Leitzinspolitik.

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