Europas Leitbörsen schließen einheitlich deutlich tiefer

23. Juni 2010, 18:45
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Schwache US-Immobiliendaten im Fokus

Wien - Nach enttäuschenden US-Immobiliendaten sind die europäischen Leitbörsen am Mittwoch mit deutlich tieferen Notierungen aus dem Handel gegangen. Der paneuropäischen Index Euro-Stoxx-50 verlor 1,50 Prozent auf 2.704,80 Einheiten. Händler berichteten, dass vor allem zyklische Titel stärker unter Abgabedruck standen.

Nach einem über weite Strecken des Handelsverlaufs sehr ruhigen Geschäft dienten schwache Daten vom US-Immobilienmarkt als Orientierungshilfe für die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks. Die Zahl der verkauften Neubauten ist im Mai um 32,7 Prozent drastisch eingebrochen, erwartet worden war ein Minus um 18,7 Prozent. Marktteilnehmer beruhigten jedoch, der Einbruch sei unter anderem durch den Wegfall von Steuergutschriften bei Immobilienkäufen im Mai zu begründen.

BASF gegen den Trend im Plus

Überhaupt nur ein Titel im Euro-Stoxx-50 schaffte es in die Gewinnzone. BASF-Papiere gingen mit einem Plus von 0,19 Prozent auf 46,83 Euro aus dem Handel. Nach jahrelangen Erwägungen hat der Chemieriese nun endlich zugeschlagen und den Mitbewerber Cognis um 3,1 Mrd. Euro einverleibt. BASF übernimmt im Zuge der Transaktion auch die Schulden von Cognis.

Zu den größten Verlierern gehörten Papiere des französischen Medienkonzerns Vivendi mit einem Minus von 3,09 Prozent auf 17,435 Euro. Das Unternehmen will einem Medienbericht zufolge einen 26-prozentigen Anteil an Reliance Communications, dem zweitgrößten indischen Mobilfunkbetreiber, erwerben.

Die Kursverluste zogen sich jedoch quer durch alle Branchen. So schlossen auch Finanzwerte wie Credit Agricole (minus 2,58 Prozent auf 9,249 Euro), ING Groep (minus 2,29 Prozent auf 6,75 Euro) oder BNP Paribas (minus 2,17 Prozent auf 48,285 Euro) sehr schwach.

In Zürich verloren die Anteilsscheine des Baustoffkonzerns Holcim um 2,22 Prozent auf 77,1 Franken. Die Wertpapiere des Zementherstellers reagierten damit auch auf eine Abstufung von "equal weight" auf "underweight" durch die Analysten von Morgan Stanley. Über dem Marktdurchschnitt präsentierten sich in Zürich die Papiere von Roche (minus 0,32 Prozent auf 155,1 Franken). Händler verwiesen darauf, dass sdie Konzerntochter Genentech von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für Lucentis erhalten hatte. (APA)


Börse Index Schluss Diff (%)

Wien ATX 2.426,54 -0,87
Frankfurt DAX 6.204,52 -1,03
London FT-SE-100 5.178,52 -1,30
Paris CAC-40 3.641,79 -1,71
Zürich SPI 5.623,56 -1,18
Mailand FTSE MIB 20.358,92 -1,21
Madrid IBEX-35 9.886,00 -1,30
Amsterdam AEX 335,11 -1,38
Brüssel BEL-20 2.494,34 -1,65
Stockholm SX Gesamt 326,59 -0,98
Europa Euro-Stoxx-50 2.704,80 -1,50

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