ÖVP-Kärnten stimmt indirekt über Koalition mit FPK ab

23. Juni 2010, 10:00
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Amtierender VP-Chef Martinz ist für die Koalition mit Scheuchs FPK, sein Herausforderer Auer will die Partei darüber abstimmen lassen

Klagenfurt - Die Kärntner ÖVP wird am kommenden Samstag bei ihrem Parteitag indirekt darüber entscheiden, ob sie in der Koalition mit der FPK bleiben oder aus dem Bündnis. Die rund 600 Delegierten werden darüber abstimmen, ob der amtierende Parteichef Josef Martinz oder der ehemaligen VP-Nationalratsabgeordnete Klaus Auer von der Plattform "Schwarz!Bewegt." die Partei künftig leitet.

Auer hatte angekündigt, im Falle seiner Wahl, "für eine neue politische Kultur" in Kärnten einzutreten und die Parteibasis über die Fortführung der Koalition mit der FPK abstimmen zu lassen. Martinz hingegen hält an dem Koalitionsabkommen mit FPK-Chef Uwe Scheuch fest und will seinen "Sanierungs- und Reformkurs für Kärnten" fortsetzten. Nach der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens zwischen der FPK und der FPÖ unter Heinz-Christian Strache beeilte sich Martinz allerdings festzustellen, dass der Koalitionsvertrag seine Gültigkeit verliere, wenn Strache "Dirigent der FPK und seines Parteichefs" werde.

Beobachter glauben an Sieg von Martinz

Obwohl die Koalition von Martinz mit der FPK ganz offensichtlich in den eigenen Reihen nicht unumstritten ist, erwarten sich die meisten politischen Beobachtern am Parteitag keine großen Überraschungen. Spannend bleibt die Frage nach der Höhe der Zustimmung für den amtierenden Parteichef. Beim vergangenen Parteitag im Oktober 2007 erreichte Martinz 93,89 Prozent Zustimmung, freilich war er damals der einzige Kandidat.

Gallup sieht FPK und SPÖ in Kärnten gleichauf

Eine in der Mittwochausgabe der Zeitschrift "Woche" veröffentlichte Gallup-Umfrage sieht Martinz und die ÖVP jedenfalls im Aufwind. Demnach würden derzeit 22 Prozent der Kärntner den Schwarzen ihre Stimme geben, bei der Landtagswahl im März 2009 waren es nur 16,8 Prozent gewesen. Nach Gallup liegen FPK und SPÖ mit je 31 Prozent in Führung, das BZÖ und die Grünen kommen auf je acht Prozent. Bei der Landeshauptmann-Direktwahlfrage liegt Martinz mit 30 Prozent zwar hinter FPK-Amtsinhaber Gerhard Dörfler (36 Prozent) aber noch vor SPÖ-Chef Peter Kaiser (27 Prozent). (APA)

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    Der Herausforderer des amtierenden VP-Chefs Martinz, Klaus Auer (Bild) hat angekündigt "für eine neue politische Kultur" in Kärnten einzutreten und die Parteibasis über die Fortführung der Koalition mit der FPK abstimmen zu lassen.

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