Börse Frankfurt: Dax schließt im Minus

23. Juni 2010, 18:08
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Enttäuschende US-Daten

Frankfurt - Enttäuschende Daten vom US-Immobilienmarkt haben den DAX am Mittwoch ins Minus gedrückt. Nach einem wechselhaften Verlauf notierte der deutsche Leitindex zum Börsenschluss 1,03 Prozent schwächer bei 6.204,52 Punkten. Der MDax verlor 0,87 Prozent auf 8.386,47 Punkte und der TecDax büßte 1,05 Prozent auf 772,47 Punkte ein.

Laut IG-Markets-Analyst Patrick Pflüger verlief das späte Geschäft sehr ruhig. In den auch für den deutschen Markt wichtigen Londoner Handelsräumen hätten die entscheidenden Fußball-WM-Vorrundenspiele von England und den USA im Fokus gestanden. Nun warteten die Anleger mit Spannung auf die Sitzung der US-Notenbank Fed am Abend. Eine Leitzinserhöhung scheine derzeit zwar sehr unwahrscheinlich, doch dürften die Marktteilnehmer sehr genau auf die Wortwahl von Fed-Chef Ben Bernanke achten.

Lufthansa legen zu

Die angekündigte Übernahme des Spezialchemiekonzerns Cognis für 3,1 Mrd. Euro bescherte den Aktien von BASF gegen den Trend bescheidene Kursgewinne von 0,19 Prozent auf 46,830 Euro. Die Transaktion ist zwar keine wirkliche Überraschung, da Börsianer diesen Schritt seit längerem erwartet hatten. Analysten hätten allerdings mit einem etwas höheren Preis von 3,2 Mrd. Euro gerechnet, hieß es am Markt. Lufthansa-Titel kletterten dank positiver Analystenkommentare mit plus 2,30 Prozent auf 12,030 Euro an die Dax-Spitze.

Dagegen gehörten die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank zu den größten Verlierern. Börsianer verwiesen auf die allgemeine Schwäche der Bankentitel, die nach ihrem Anstieg seit Mitte Juni nun wieder etwas zurückfielen. Zudem habe es zuletzt negative Analystenkommentare zur Branche gegeben. Deutsche Bank verloren 1,84 Prozent auf 48,780 Euro und Commerzbank verbilligten sich um 2,54 Prozent auf 5,996 Euro. Anteilsscheine des Dax-Neulings HeidelbergCement fielen als Index-Schlusslicht um 4,13 Prozent auf 42,900 Euro. Händler verwiesen auf Berichte, der Baustoffe-Konzern könnte sich an einem Bieterkampf um die Zementsparte des indischen Wettbewerbers Murli Industries beteiligen.

Aktien von Dialog Semiconductor setzten sich mit Gewinnen von 4,97 Prozent auf 10,300 Euro an die TecDax-Spitze. Händler sprachen von vagen Gerüchten, der Halbleiterkonzern Infineon habe ein Auge auf den Schaltkreis-Hersteller geworfen. Solarwerte litten indes unter kritischen Aussagen eines spanischen Solar-Lobby-Verbandes. Die Vorzugsaktien von Villeroy & Boch stürzten außerhalb der führenden Indizes um 24,16 Prozent auf 3,883 Euro ab. Sechs deutsche Sanitärunternehmen, darunter Villeroy & Boch, müssen wegen verbotener Preisabsprachen Bußgelder zahlen. Villeroy & Boch erhielt mit 71,5 Millionen Euro die höchste Strafe - sie entspricht einem Börsianer zufolge in etwa der gesamten aktuellen Marktkapitalisierung der Vorzugsaktien. (APA)

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