Casino-Betreiber Adria blitzt gegen Kroatien vor Schiedsgericht ab

23. Juni 2010, 09:25
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Zagreb/Wien - Die österreichische Firma Adria Beteiligungs GmbH, die dem Wiener Geschäftsmann Gert Schmidt gehört, ist mit ihrer Klage gegen Kroatien auf Schadenersatz in der Höhe von 80 Millionen Euro bei einem Schiedsgericht in Den Haag abgeblitzt. Der Hintergrund für das 2007 eingeleitete Verfahren ist ein 1989 gegründetes ehemaliges Joint Venture der Adria mit der damaligen staatlichen Lotteriegesellschaft in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik, das 50 Spielhallen und 3 Casinos betrieben hatte. Nach der Unabhängigkeit Kroatiens wurde das Gemeinschaftsunternehmen 1992 aufgelöst. Seit 1994 streitet Adria mit Kroatien um Schadenersatz.

Den Schiedsspruch beabsichtigt Adria nun in den Niederlanden von den ordentlichen Gerichten "wegen grober Mängel" überprüfen zu lassen, erklärte eine Adria-Sprecherin auf APA-Anfrage. Auch vor kroatischen Gerichten werden seit 17 Jahren über die Höhe des Schadenersatz gestritten. Bisher erhielt das Unternehmen rund 4,4 Mio. Euro vom kroatischen Staat als Entschädigung für Investitionen. Die Investitionskosten des gemeinsam aufgezogenen Spielbetriebs haben laut Adria etwa 100 Mio. Schilling (7,27 Mio. Euro) betragen.

Das Joint Venture zwischen Adria und den Lotterien war laut Adria im Jahr 1989 für die Casino-Betriebe und 1990 für die Spielhallen mit einer Laufzeit von zehn Jahren vereinbart worden. 60 Prozent am Joint Venture habe das österreichische Unternehmen gehalten, der Rest von 40 Prozent lag in den Händen des damaligen kroatischen Staatsbetriebes. Im Jahr 1992 habe die kroatische Regierung per Regierungsentscheid das Joint Venture für null und nichtig erklärt und das Management, das bisher die Österreicher stellten, ausgetauscht. (APA)

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