US-Gericht hebt Öl­bohrverbot auf

22. Juni 2010, 23:38

Obama hätte Verbot für Tiefseebohrungen nicht ausreichend begründet - Klage wurde von Ölbohrindustrie-Dienstleister eingereicht

New Orleans - Ein US-Bundesgericht in New Orleans hat das von Präsident Barack Obama angeordnete Verbot von Tiefseebohrungen am Dienstag gestoppt. Richter Martin Feldman erklärte, dass Innenministerium habe das sechsmonatige Moratorium nicht ausreichend begründet. Die Regierung nehme offenbar an, dass wegen der Panne auf einer Bohrinsel alle Tiefseebohrungen eine unmittelbare Gefahr darstellten, kritisierte er. Mehrere Dienstleister der Ölbohrindustrie und Fährbetreiber haben die Klage eingereicht.

Obama hatte das Verbot als Reaktion auf die Ölpest im Golf von Mexiko nach der Explosion auf der Plattform "Deepwater Horizon" verhängt. Die Anordnung bedeutete die Schließung von 33 Bohrinseln im Golf von Mexiko. 

Richter erklärte Bohrstopp für willkürlich und deshalb ungültig

In der Urteilsbegründung schrieb Richter Martin Feldman, die Kläger könnten "ohne Zweifel" beweisen, dass die Entscheidung der US-Behörden "willkürlich" gewesen sei. Der Bohrstopp sei daher "ungültig". Zudem sei eine Aufhebung des Moratoriums im öffentlichen Interesse. Damit folgte er der Argumentation von Anwalt David Rosenblum, der mehrere der 32 klagenden Unternehmen vertritt.

33 Ölquellen im Golfwaren von Sperre betroffen

Rosenblum hatte am Montag bei einer Anhörung in New Orleans erklärt, der sechsmonatige Bohrstopp bestrafe die gesamte Branche. Es gebe im Golf von Mexiko "ein ganzes Ökosystem von Unternehmen, die durch dieses Moratorium jeden Tag geschädigt" würden. Von dem Bohrstopp sind 33 Ölquellen im Golf von Mexiko betroffen. Die Ölindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region.

Weißes Haus kündigt Berufung an

Das Weiße Haus kündigte Berufung gegen die Entscheidung an. Regierungssprecher Robert Gibbs erklärte, Obama halte an seiner Auffassung fest. Solange die Ursache der Katastrophe nicht ermittelt sei, würde eine Fortsetzung der Tiefseebohrungen Arbeiter und Umwelt einer Gefahr aussetzen, die "wir uns nicht leisten können", sagte er. 

Neues Verbot angekündigt: "Pause der Tiefseebohrungen notwendig"

US-Innenminister Ken Salazar bezeichnete das Moratorium in einer Erklärung als "richtige Entscheidung". Er kündigte an, eine neue Anweisung zu erteilen, um dem Stopp der Tiefseebohrungen Geltung zu verschaffen. Jeder Tag, an dem das Öl weiter ungehindert aus dem Bohrleck am Grund des Golfs ins Meer ströme, führe mit "aller Deutlichkeit" die "Notwendigkeit einer Pause der Tiefseebohrungen" vor Augen. Die Ölindustrie müsse zunächst für Sicherheit sorgen. Er werde in den kommenden Tagen eine neue Anweisung erteilen, die "jeden Zweifel beseitigt, dass ein Moratorium nötig ist, angemessen ist und unsrer Befugnis unterliegt."

US-Regierung legt zweite Rechnung weitere 51 Millionen Dollar von BP

Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, BP und seinen Partner müssten weitere 51 Millionen Dollar (umgerechnet rund 41 Mio. Euro) zahlen. BP müsse als Verursacher der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko für die Kosten ihrer Beseitigung aufkommen.

Zwei vorherige Rechnungen in Gesamthöhe von 70,89 Millionen Dollar habe der Konzern bereits "in vollem Umfang" bezahlt. Nach jüngsten Konzernangaben hat die Ölpest BP bisher rund zwei Milliarden Dollar gekostet. BP kündigte dennoch an, auch künftig auf Ölförderung in der Tiefsee zu setzen. (APA)

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Basis
00
26.6.2010, 20:42
Ursache - Verursacher

Unseren Teil an der ganzen Misere schieben wir aber ganz schön unter den Teppich, nicht?
Ist BP besonders schlecht / fahrlässig , oder waren das nur die ersten, die es getroffen hat.

Durch unser Konsum - Verhalten fördern wir einen immer höheren Verbrauch von Erdöl:
Kunstoff: http://de.wikipedia.org/wiki/Kuns... erstellung
Strom
Mobilität

Unangenehmes Thema, ja stimmt.

silverbridge
00
24.6.2010, 11:07
Für mich bleibt es immer noch unerklärlich

wie es möglich ist politische Rahmenbedingungen per Gerichtsbeschluss zu umgehen.

Na beim nächsten Steuerbescheid werde ich eben auch einfach eine einstweilige Verfügung dagegen einbringen und sicher einen Richter finden der auch grad schlecht auf das Finanzamt zu sprechen ist.

Andreas Prucha
01
24.6.2010, 13:08

Naja, Gerichte haben schon die Möglichkeit Verordnungen und Gesetze auf ihre Verfassungsmässigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu kippen. Das ist an und für sich auch gut so - wirft aber eben auch Probleme auf - insbesondere bei Einzelrichtern.

tickets zu gewinnen
00
24.6.2010, 03:15
"The Pentagon and Interior and Energy Departments told Obama that the newly-discovered estimated 3-4 billion barrels of oil in the Gulf of Mexico would cover America's oil needs for up to eight months if there was a military attack on Iran

President Obama and Secretary of Interior Ken Salazar, Secretary of Energy Steven Chu, and Defense Secretary Robert Gates were informed that BP would drill an unprecedented 35,000 feet well bore at the Macondo site off the coast of Louisiana. In September 2009, the Deepwater Horizon successfully sunk a well bore at a depth of 35,055 below sea level at the Tiber Prospect in the Keathley Canyon block 102 in the Gulf of Mexico, southeast of Houston.

http://tinyurl.com/33jdhfe

Ravi Ravendro
00
23.6.2010, 23:04
Schlecht!

Balrok Gauron
00
23.6.2010, 18:36
Obama hat nicht ausreichend begründet ...

Das war ausgemachte Sache. Er hätte ein Heer von Anwälten beauftragen können und das Verbot genauer begründen können. Wer in der Politik arbeitet muss korrupt sein, sonst bleibt man ein armer Schlumpf.

Stephan Schaefer
 
00
24.6.2010, 12:01
Falsch!

Der Richter hat Anteile an der Firma Transocean, dem Eigner der abgesoffenen Borhinsel.

Ich behaupte, der Richter hat seine eigenen Dividenden schwinden gesehen und das Verbot aufgehoben.

Siehe: http://www.heise.de/tp/blogs/2/147879

Mfg

Kottan's Erben
 
00
24.6.2010, 03:34
Also, nun machen Sie doch den armen Obama nicht nieder!

Der Mann hat sich nun wirklich Zeit genommen:
10 Minuten Treffen mit McChrystal - beim Rausschmiss waren es sogar ca. 20 Minütchen.
Und sogar zweimal in die Ölkrisenregion ist er gereist:
Für jeweils 10 Minuten Fotoshooting.
Er wird auch ganze 10 Minuten geopfert haben, um das Ölbohrverbot vorzubereiten.

Also gönnen Sie ihm die entspannte Runde Golf mit seinem Vize "Bite Me". Irgendwo muss er ja auch mal gewinnen.

Und seine Nase trägt er nur so hoch, weil er hofft, dann nicht draufzufallen.

Der Mechaniker
00
23.6.2010, 17:54

Die Sache fängt gerade erst an übel zu werden. Sobald der Ölfilm in den Golfstrom gelangt, ist DIESES Szenario weltweit zu befürchten:

http://www.alles-schallundrauch.blogspot.com/


Kantig
00
23.6.2010, 16:23
Die Erde ist der einzige Platz den die Lebewesen hier haben - wieso glauben Ölmultis sie gehöre ihnen?

Es wird mit jedem Störfall auch unser Eigentum zerstört und nicht entschädigt.

Wer Folgen direkt zu tragen hat ist besonders arm dran. Die Einsicht ein gefährliches Geschäft mit Gewinnoptimierung ohne Sicherheitsverzicht zu betreiben kann nur mit harten Strafen erreicht werden.

Enteignung bis zur völligen Wiedergutmachung. Ich weiß das treibt den Ölpreis, aber besser Entschädigung direkt an Betroffene als an korrupte Behörden.

teukros
01
23.6.2010, 14:48
Der Richer hält Anteile

an Ölfirmen und wurde damals von Ronald Reagan ernannt. Kein weiterer Kommentar von Nöten.

_valina
00
23.6.2010, 16:26
kommentar...

und hier gibts den beweis dafür:
http://www.judicialwatch.org/jfd/Feldm... C/2008.pdf

die firma transocean ist der punkt in seiner akte, die seine befangenheit mit einem papierwisch beweist!

franz der freie
 
00
23.6.2010, 14:22
entweder ist obama schon eine "lame duck", oder

die justiz ist korrupter, als gedacht.

Andreas Prucha
01
23.6.2010, 14:28

Vielleicht beides zu einem gewissen Grad. Wobei ich beispielsweise den Republikanern zutrauen würde, nicht mal zu versuchen, den Unternehmen auf die Finger zu klopfen.

silverbridge
08
23.6.2010, 13:19
Man sollte die Karriere des Richters im Auge behalten

Das persöhnliche wirtschaftliche Wohl dieses Richters wird in absehbarer Zukunft vermutlich darin liegen Mineralölgesellschaften juristisch zu beraten.

Therimon
00
23.6.2010, 13:09
das/dass

"...dass Innenministerium habe das sechsmonatige Moratorium nicht ausreichend begründet."

Also entweder "DAS Innenministerium" oder "DASS DAS Innenministerium ... nicht begründet habe" ...

Eleazar
01
23.6.2010, 13:06

wieso soll dies die US-Regierung wollen

Das war ein einzelner Lobbyist der alle in Ungnade zieht

Versenkt ihn

denkansatz
01
23.6.2010, 12:56
Die Ölkonzerne sollten alle ihre Kräfte zusammenlegen

um BP bei dem Ökowahnsinn zu helfen.

Von einem Ökosystem bei Ölbohrfirmen zu sprechen ist zynissmus pur.

Mostbluzza
00
23.6.2010, 16:34
die haben alle hände voll zu tun

ölleck auf dän. insel gestoppt

ölhavarie auf bohrinsel in ägypten

die ölkatastrophe (von bald globalem ausmass) im golf.

die letzte katastrophe - wohl kaum ... die hurricanes kommen.

hawkeyelinz
00
23.6.2010, 12:45

eine handvoll konzerne steuern das leben auf unserem planeten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Stoascheissa Korl
00
23.6.2010, 14:07
So schlimm ist es auch wieder nicht!

Das sind doch ETLICHE Kapitalagglomerationen, und nicht nur produzierende Unternehmen, sondern auch Finanzierungsgesellschaften, Versicherungen, Rentenfonds, blabla und deren Verflechtungen.

Die wissen, was gut ist für uns, also nimm ´s easy.

Nick Knattertoni
00
23.6.2010, 13:59

durch eine handvoll menschen.

trollvottel
00
23.6.2010, 13:04

... oder ein republikanisch verseuchter Richter wollte es dem Dem Obama zeigen - das wäre dort nichts ungewöhnliches.

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