Organisierte Kriminalität

Uno warnt vor Weltherrschaft der Mafia

Michael Simoner, 22. Juni 2010 19:17
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    Foto: apa/roland schlager

    Antonio Maria Costa, Direktor des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, warnt eindringlich davor, dass das organisierte Verbrechen sich immer mehr Macht verschaffe.

Mit den Milliardengewinnen aus Menschen-, Waffen- und Drogenhandel verschaffen sich kriminelle Organisationen immer mehr Macht, warnt die Uno

Gelinge es nicht, diese Marktkräfte zu brechen, sei der Weltfriede bedroht

*****

Wien - Antonio Maria Costa pflegt nicht gerade eine Wortwahl der übertriebenen Zurückhaltung. Doch womit der eloquente Italiener und Direktor des in Wien ansässigen UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) diesmal an die Weltöffentlichkeit geht, hört sich wahrlich dramatisch an: Das organisierte Verbrechen als globales Phänomen bedrohe den Weltfrieden. Das organisierte Verbrechen sei eine der größten wirtschaftlichen Mächte der Welt geworden und benutze Waffen, Gewalt und Schmiergeld, um Politiker, Wahlen und Macht zu kaufen.

Den Warnungen Costas liegt der neueste UNODC-Bericht zugrunde, dem zufolge jährlich rund 140.000 Menschen in Europa Opfer von Menschenhandel werden und zumeist sexuell ausgebeutet werden. Ihre Peiniger verdienen damit rund drei Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) pro Jahr. Für Drogenschmuggler ist dem Bericht zufolge Europa der lukrativste Markt für Heroin, während Russland das Land ist, in dem am meisten von der harten Droge konsumiert wird, nämlich 70 Tonnen jährlich.

Neben Waffen-, Menschen- und Drogenhandel mischen mafiöse Gruppierungen auch kräftig in der Umweltkriminalität mit: Krieg um Rohstoffe bedinge auch die Abholzung der Regenwälder und Ausrottung von Tierarten. Große Sorgen bereitet Costa die zunehmende Kooperation zwischen kriminellen Organisationen und Terroristen. So habe beispielsweise die baskische Separatistenorganisation Eta von der kolumbianischen Farc Kokain erhalten. Das Suchtgift wiederum sei bei der italienischen Camorra gegen Waffen und Sprengstoff eingetauscht worden.

Kriminelle Gruppen könnten nicht zerschlagen werden, indem Mitglieder festgenommen würden, betont Costa. Vielmehr müssten die "Marktkräfte" hinter den illegalen Geschäften unterbrochen werden. Nationale Antworten auf eine globale Plage seien kein angemessenes Mittel, sondern verschöben die Probleme nur von einem Land ins nächste.

Heroinroute durch Österreich

Österreich spielt im UNODC-Bericht in mehreren Bereichen eine tragende Rolle: Was Heroin betreffe, liege Österreich weiterhin auf der Hauptschmuggelroute von Afghanistan in die Hauptabnehmerländer Deutschland, Niederlande und Großbritannien. Und nach den Berechnungen der UNODC gehen heimischen Suchtgiftfahndern dabei rund 55 Tonnen Heroin pro Jahr durch die Lappen. So viel "Stoff" soll zumindest auf der sogenannten Balkan-Route auch über Österreich die Bestimmungsländer erreichen, ohne vorher entdeckt zu werden.

Beim Menschenhandel sei in Österreich ein neuer Trend von südamerikanischen Opfern erkennbar. In nahezu allen Fällen gehe es um sexuelle Ausbeutung, ausdrücklich werden auch Transgender aus Brasilien erwähnt.

Auf welche Bereiche sich die organisierte Kriminalität künftig konzentrieren wird, beschreibt auch ein Europol-Lagebericht. Groß im Kommen ist zum Beispiel Mehrwertsteuerbetrug und hier vor allem der länderübergreifende Handel mit Emissionszertifikaten.

100 Milliarden Steuerbetrug

Und das geht so: Jemand registriert sich national als Trader, erwirbt in einem anderen Land steuerfrei die in der Industrie heißbegehrten Zertifikate, geht damit anderswo an die Börse und kassiert dann die Mehrwertsteuer. Pro Jahr entstehe dadurch bereits ein Schaden von 100 Milliarden Euro, heißt es bei Europol.

Bei seinen Analysen hat das europäische Polizeiamt mit Sitz in Den Haag auch den Typus "Gewalt gegen die Gesellschaft" eingeführt. Dabei handelt es sich um Branding mit bekannten Kriminalitätsgruppen. Die Mafia verleiht quasi ihren Namen gegen Franchise-Gebühren. Dadurch entsteht ein loses Netzwerk, dessen Mitglieder global agieren können. Korruption auf hohem Level gehöre ebenso dazu wie Gewalt gegen Richter und Staatsanwälte. (DER STANDARD, Printausgabe 23.6.2010)

Termin:

Das kommende Standard-Montagsgespräch beschäftigt sich mit dem Thema Mafia in Österreich. Auf dem Podium: Buchautorin Petra Reski, Buchautor Jürgen Roth, Exsicherheitsbürochef Maximilian Edelbacher und der frühere Europol-Direktor Max-Peter Ratzel. 28. Juni, 19.30, im Haus der Musik, Seilerstätte 30, in der Wiener Innenstadt.

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potemtweller
13.07.2010 18:56

da hilft nur anarchie und aufbau einer maffioesen struktur, als teil der"maffia"

popokatepetl
23.06.2010 20:28
In Italien stellen sie immerhin schon den Ministerpräsidenten

Berlusconi...

FriedaKistner
23.06.2010 18:17
Was will uns Antonio Maria Costa sagen?

Erklärt oder bestätigt uns dieser Mann in etwas umständlicher Formulierung, dass seine Branche fast vollständig korrupt sei, und sich problemlos kaufen und manipulieren lässt?

Sollten wir dann nicht erst mal etwas gegen eine korrupte Führungsriege unternehmen, bevor wir noch mehr Geld abgeben, für einen weiteren 'Krieg', den wir genauso wenig gewinnen werden, wie den 'Krieg gegen Drogen'?

Will Antonio Maria Costa jetzt mehr Geld von den Bürgern, damit seine Kollegen Ihren überbezahlten Job endlich richtig machen? Wäre das nicht eigentlich eine Bestechung, die er da vom Bürger verlangt?

dr.no3
23.06.2010 17:51
plumper antiamerikanismus

die haben uns auch gutes gebracht
kaugummi zuckerlimo zuckersemel mit toten tieren drinnen
usw usw

Bastl23
23.06.2010 17:47

Antonio, was machen wir denn heute Abend?

das gleiche wie jeden Abend Herr Sarkosy, Wir werden versuchen die Weltherrschaft an uns zu reißen! ( Bevor die Mafia sie hat :)

hallo51
23.06.2010 17:05
Mitspielen...

Einer der Globalen Player hier in Europa ist deren
eigenes Lieblingskind das Europa seit Jahren pflegt,
schützt, ausbaut und politisch sowie wirtschaftlich
unterstützt. Diese "Gruppierung" ist im Menschenhandel, Drogenhandel,
Schutzgelderpressung, Mord, Entführung und als
anerkannte Terrororganisation trotz dessen gerne
in Europa gesehen.
Es wird seit Jahr und Tag nichts getan
gegen die "Geister" die man gerufen hat,
obwohl alle oben genannten verbrechen die eigene
Bevölkerung in den jeweiligen Ländern betrifft und in
Gefahr bringt.

Diese netten Freunde sind auch hier einer der
größten Drogenlieferanten von Ost nach West.
Sprechen tue ich von der PKK, ich weiß es sind nur
"Freiheitskämpfer" - viel Spaß beim goldenen Schuss...

hallo51

bulversteher
23.06.2010 17:02

die groessten waffenhaendler sind: usa, russland, china, GB, frankreich. die wahre mafia ist die erdoelindustrie.

dergrind
23.06.2010 16:32
"gehen heimischen Suchtgiftfahndern dabei rund 55 Tonnen Heroin pro Jahr durch die Lappen"

und einmal pro jahr steht dann in der krone "schwerer schlag gegen suchtgift ring - 120 kg beschlagnahmt" ...ich haett mir gedacht, dass bei 55 tonnen das bauernopfer groesser ausfaellt...mal im ernst, wer kassiert denn da, dass das durchgeht...

soundpark4
23.06.2010 16:18
die Überschrift muss wie folgt lauten:

Die organisierte Kriminalität der Kapitalisten wird von der organisierten Kriminalität der Mafia bedroht!

eyeyey die Wölt steht nimma long =)

wieso auch nicht
23.06.2010 16:13
’Ndrangheta warnt vor Weltherrschaft der Cosa Nostra

celiz
23.06.2010 15:39

Das Wohlstandesgefälle wächst und auf einmal wundert sich wer dass die Sümpfe tiefer werden?

FinalDestinati0n
23.06.2010 15:18

Mafia?

Da fuerchte ich mich noch eher von Pinky & Brain...






und Hugh Jackman.

Florian gehtdichnixan
 
23.06.2010 17:01

aber Hugh Jackman ist Wolverine !.... :-(

AntiFa201
23.06.2010 15:07

wieso warnt die uno nicht vor den blutsauger-kapitalisten?

der Quell des Versiegens
23.06.2010 21:10
uncle sam3
23.06.2010 15:07
ist schon längst der fall

wir wissen es nur noch nicht...

Kaishakunin
23.06.2010 15:06

die UNO mag keine Konkurenz

Lauschangriff
23.06.2010 17:49

Was heißt hier "vs" die gehören ja eh zusammen!

Francesco Petrarca
23.06.2010 14:49
Übrigens: auch aus der GrasserMadoff-Ecke gibt's wieder lustige News:

http://kurier.at/wirtschaf... 011254.php


(Wenn heute 1. April wär, hätt ich nicht geglaubt, was da zu lesen ist)

krokokater
 
23.06.2010 16:53
Die Fleissigen und Tüchtigen....

danke für den Link.

Und der Saubermann Strache, BZÖ, FPK wie die alle halt so heißen, hat mit all dem natürlich nichts zu tun

aners
 
23.06.2010 14:33
weltherrschaft

na dann sollen sie sich zusammentun, wollen ja auch alle ein one world nation -uno weltbank mafia > mafia = uno = weltbank ?

Flowchi
23.06.2010 14:07
die größten...

...Drogenanbaugebiete sind in den Händen von Militärs! ! !

Burma, Afghanistan usw. alles in Händen von Militärs und somit Spielball der Politik.

Niemand baut kilometerweise harte Drogen an ohne daß eine Regierung davon weiß,...also was wollt Ihr Uns hier erzählen?

Schwachsinn das Alles echt!!!

Francesco Petrarca
23.06.2010 13:58
>140.000 Menschen in Europa Opfer von Menschenhandel... Österreich ist Hauptroute für mafiösen Heroinimport aus Asien...<


Also die Mafia feiert fröhliche Urstände und unterwandert Wirtschaft, Politik und Rechtsstaat.

Und was macht die österreichische Justiz und die Exekutive?

Genau das Richtige: Sie bündeln ihre Personal-, Finanz- und Überwachungstechnik-Ressourcen, um jahrelang Schritt um Tritt das private Liebesleben der Tierschützer zu überwachen und um ihnen dann einen Mafia-Prozess zu machen.

---
Wie hat's seinerzeit John Lennon formuliert?
"Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele. Ich glaube wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende..."

Sophist1
23.06.2010 12:48
Mein Vorschlag:

Al Kaida als Gegenspieler für die Mafia aufbauen. Dann bringen die sich dann gegenseitig um und das Problem erledigt sich von selbst.

Die Lösung drängt sich ja fast auf!?

Simplicius Simplicissimus
23.06.2010 14:05
Die wichtigsten Verbündeten ...

... der westlichen Waffenindustrie entfernen? Da werden sich "Pinky" und "The Brain" eins lachen ...

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