Kopf des Tages

Raymond Domenech

22. Juni 2010, 19:05

Der Teamchef, dem ein Fisch in den Rücken fiel

Wann genau es im Berufsleben von Raymond Domenech, dem derzeit wohl bestgehassten Mann in Frankreich, dem "schlechtesten Nationaltrainer seit Ludwig XVI." (Ex-Teamstar Eric Cantona), zum Bruch kam, ist nicht überliefert. Denn der am 24. Jänner 1952 in Lyon geborene Sohn katalanischer Immigranten war vor seinem Engagement als Sélectionneur der Équipe Tricolore durchaus erfolgreich.

Der Exverteidiger, wegen seines Umgangs mit Gegnern "Schlächter" geheißen, wirkte ab 1993 im Trainerstab des Nationalteams, betreute die U20 und die U21. Zwar war ihm da kein Titel beschieden, aber viele spätere Stars der Bleus gingen zumindest unbeschadet durch seine Hände.

Ins Grübeln kam die Nation bei seiner Präsentation als Teamchef. "Mein Name ist Raymond Domenech. Ich bin Sternzeichen Wassermann, Aszendent Jungfrau" , sagte er am 11. Juli 2004. Die fortan kolportierte Behauptung, er stelle vor allem nach astrologischen Gesichtspunkten auf, hat Domenech nie dementiert. Ja, er verriet, dass er Krebsen vertraue, Löwen in der Abwehr fürchte und dass ihm Skorpione ein Gräuel seien.

Nachdem Krebs Zinédine Zidane ein an und für sich schwaches französisches Team ins WM-Finale 2006 geführt und dort durch seinen Kopfstoß wohl um den Triumph gebracht hatte, saß Domenech trotz Dauerstreits mit Journalisten fest im Sattel. Ihm wurde auch der Umstand nicht zum Verhängnis, dass seine Lebensgefährtin, die TV-Journalistin Estelle Denis, immer mit sehr exklusiven Geschichten über die Mannschaft aufwarten konnte.

2008, unmittelbar vor dem blamabel frühen Aus bei der EM, wunderte sich sogar die Madame, als ihr Domenech an der Outlinie und live im TV einen Heiratsantrag machte. Ein Ja gab's nicht, aber das Paar hat zwei Kinder. Die Tochter, Victoire, war am Tag des Amtsantritts von Domenech zur Welt gekommen, was der Papa des kleinen Krebses, no na, als glückliches Vorzeichen interpretierte. Er glaubte, an Victoires sechstem Geburtstag als Weltmeister abtreten zu können. Längst ist Laurent Blanc als Nachfolger fixiert.

Dass seine Spieler in Südafrika revoltieren, hat Domenech, der sich locker auch das Amt des Präsidenten der Republik zutraut, nicht erwartet. Dass ihn Stürmer Nicolas Anelka vor Zeugen alles mögliche heißen würde, konnte er auch nicht voraussehen. Anelka, ein Fisch, galt Domenech als völlig unbedenklich. (Sigi Lützow - DER STANDARD PRINTAUSGABE 23.6. 2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 209
1 2 3 4 5
MiNeum71
 
01
24.6.2010, 11:03


Das einzige, das Domenech in der Rücken fiel, war Domenech selbst.

qwertzu
11
24.6.2010, 10:09
Typischer Franzose

Papageninho
01
24.6.2010, 06:49
Der berühmte französische Philosoph und Seelenkundige Franc Ribery sagte:

Wir sind elf und er ist nur einer. Er muss das geistige Gleichgewicht mit uns halten.

Poldi Schrumpl
02
23.6.2010, 23:32
lasst domenech jetzt mal an die öfb-elf ran!

fauler willi
01
24.6.2010, 07:56
du meinst: - + - = + ? könnte funktionieren...

Nothing else matters
 
00
24.6.2010, 15:06
- * - = + wenn schon

Kra Wuzikabuzi
06
23.6.2010, 15:41
wird wohl bald nur mehr rumpf des tages sein.

11fi
00
23.6.2010, 15:04
"… und dass ihm Skorpione ein Gräuel seien."

Na das passt ja wunderbar! Ausgerechnet Laurent Blanc ist ein Skorpion. Da musste Domenech ja grauen… ;-)

uncle sam3
01
23.6.2010, 14:59
Olivio Tasso
00
23.6.2010, 16:24
Warum

hat Domenech Parreira den Handshake verweigert??

frank rosner
00
24.6.2010, 06:55
weil er ein prolllllllllllll ist

Olivio Tasso
10
23.6.2010, 16:27
Danke!

steht etwas weiter unten im Thread

uncle sam3
01
23.6.2010, 15:06
"Kopf" des Tages?

oder hat der standard ein anderes körperteil - ausgang hinten - gemeint...;-)


ichdenkealsobinich?
00
23.6.2010, 14:23

ERBÄRMLICH: wenn kleine kinder sich so aufführen ist man geneigt es auf die eltern zu schieben.

hier fällt es einfach nur schwer die situation auf einen vernünftigen nenner zu bringen.

wenn man mit dieser aktion das fußballprofigeschäft ad absurdum führen möchte BITTE GERNE, aber dann sollten sie es auch offen aussprechen diese memmen.

Ano
01
23.6.2010, 14:12

Man kann zu Domenech stehen wie man will, aber es stellt sich viel mehr die Frage warum er nicht schon lange abgesägt wurde. Der französische Fussballbund ist der Hauptschuldige, an denen sollte man sich abputzen, weil schon lange, sehr lange zu sehen war was Sache ist.

Daher ist des bissl Schadenfreude über das ausscheiden der Franzosen nur gerechtfertigt und so ein Sauhaufen hat im 1/8 Finale nix zu suchen.

King Nikochan
00
23.6.2010, 20:17

Stimmt... die Erfolge des Franz. Teams kamen eher immer trotz Domenech, nicht wegen.

MadProfessor
00
23.6.2010, 14:02
Sonne im Wassermann, Asz in der Jungfrau

witzig, was so auf pseudo-astrologischen Seiten steht:
http://www.horoskope.org/wm-2010-f... d-domenech
fast so, als würde Frankreich Weltmeister werden ...

duke box
00
23.6.2010, 14:02

textilrestchenhaupt des tages

Sternendeuter
01
24.6.2010, 14:22
Probleme und Streit schon lange vorhergesagt

Wer lesen kann ist klar im Vorteil, lieber MAD Professor. Da ist der Name wohl Programm. Im horoskop bei horoskope.org beschreiben wir zunächst die grundsätzlichen Fähigkeiten und dann die Situation bei der WM.

Bisher lagen wir immer richtig.

berti russell
00
23.6.2010, 13:30

constantini auf hohem niveau sozusagen.

ichdenkealsobinich?
00
23.6.2010, 14:14

hm: gut kombiniert

Josey Wales
00
23.6.2010, 13:37
Dico hat auch "sehr exklusive Geschichten"?

Wär' mir noch nie aufgefallen.....

Winnetou
01
23.6.2010, 13:14
Es ist nur gerecht

So wie sich die Franzosen mit dem Handstor die Teilnahme erschichen haben, so erbärmlich scheiden Sie nun auch wieder aus. Man kann jetzt sagen - ausgleichende Gerechtigkeit. Die Iren werden wohl einen Feiertag einlegen!

aiuto
00
23.6.2010, 12:46
Ich hätt' mir von Frankreich bei dieser Wm eigentlich viel viel mehr erwartet.

naja, es kommt ja wieder eine WM.

New Hampshire
012
23.6.2010, 12:35
Symbolhaft


Der krönende Abschluss von Demenechs Amtszeit war, als er Trainerkollegen Parreira den Handschlag verwehrte.

Das machte er mit der ganzen Arroganz, die man sich von einem überheblichen Franzosen so vorstellt.

Da fiel mir eine Folge der Simpsons ein, als sich Frankreich um die Austragung der olympischen Sommerspiele bewirbt, und der französische Delegationsleiter dem Vorsitzenden des IOC ein Glas Wein ins Geschicht schüttet und sagt "Ich lehne es ab euch zu erklären, warum ihr uns lieben sollt".

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 209
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.