Pfeifen?

"Wenn das die besten Referees sind"

22. Juni 2010, 18:49
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    foto: reuters/paul hanna

    Ausschluss oder nicht Ausschluss? Tor oder nicht Tor? Fehlpfiffe haben auch in Südafrika schon Spiele entschieden.

Die Schiedsrichter haben die Vuvuzelas als WM-Aufreger abgelöst. Selbst Franz Beckenbauer, obwohl Fifa-Funktionär, ist fassungslos.

Johannesburg - Der Fußball-Weltverband insgesamt, die Fifa also, stärkt den WM-Schiedsrichtern trotz der zahlreichen Fehlentscheidungen den Rücken. Franz Beckenbauer indes, nicht nur Lichtgestalt, sondern auch Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees, macht aus seiner Fassungslosigkeit kein Hehl. "Warum kriegt man das nicht hin? Früher hat man das Schiedsrichter-Gespann von allen Erdteilen zusammengestellt. Jetzt hat man Teams aus einem Land, und trotzdem funktionierts nicht" , sagte Beckenbauer als, weil er schließlich von irgendetwas auch leben muss, Experte für den TV-Sender Sky.

Beckenbauer plädierte deshalb einmal mehr für die Einführung von zwei Torrichtern. "Ich könnte mir - die Uefa hat's ja in der Europa League getestet - den zusätzlichen Schiedsrichter oder Assistenten neben dem Tor vorstellen" , sagte Beckenbauer, der betonte, dass das fragwürdige Tor des Brasilianers Luís Fabiano gegen die Elfenbeinküste nach zweimaligem Hands dann wohl nicht anerkannt worden wäre.

Die FIFA ist sehr zufrieden

Die Fifa sieht das erwartungsgemäß anders als ihr Exekutivkomiteemitglied. "Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit den Leistungen. Fehler sind nur menschlich" , sagt Schiedsrichter-Kommissions-Chef José María García-Aranda. "Wir haben exzellente Vorstellungen gesehen. Mit Blick auf Entscheidungen, die wir für nicht gut genug halten, versuchen wir uns aber auch zu verbessern." Einzelne Entscheidungen will der Spanier nicht kommentieren. "Wenn ein Superstar den Ball weit über das Tor oder in Richtung Eckfahne schießt, stellt auch niemand gleich die Glaubwürdigkeit des ganzen Spiels infrage."

Am Montag hatte sich der Ärger über die WM-Schiedsrichter fortgesetzt. Beim 0:1 der Schweiz gegen Chile zeigte Khalil Al Ghamdi aus Saudi-Arabien neun gelbe und eine rote Karte wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit des Eidgenossen Valon Behrami - bei der WM in Südafrika ein neuer Rekord. "Die rote Karte war aus meiner Sicht keine. Das war nicht mal eine gelbe. Ich finde, dass bei einer WM nur die besten Schiedsrichter pfeifen sollten, die auch sonst in den großen Ligen pfeifen - und nicht irgendwo am Strand" , sagte Schweiz-Coach Ottmar Hitzfeld und war damit outspoken für seine Verhältnisse.

Dass, wie von der Fifa behauptet, die weltbesten Schiedsrichter pfeifen, hält auch Neuseelands Kapitän Ryan Nelsen für einen schlechten Witz. "Wenn das die besten Referees sind, die die Fifa zu bieten hat, will ich die schlechtesten nicht sehen."

Ungleiche Regelauslegung

Am Wochenende hatten mehrere umstrittene Entscheidungen erneut die Gemüter erhitzt. So erkannte der Franzose Stéphane Lannoy beim Spiel zwischen Brasilien und der Elfenbeinküste (3:1) das Tor von Luis Fabiano trotz zweimaligen Handspiels an, zwei Ivorern ließ er brutale Fouls durchgehen, dafür sah kurz vor Schluss der brasilianische Spielmacher Kaká eine überzogene gelb-rote Karte.

Mit Blick auf die massive Kartenflut beim Spiel Deutschland gegen Serbien (0:1) hatte auch der dreimalige (deutsche) Weltschiedsrichter Markus Merk die ungleiche Regelauslegung der Referees bei der WM kritisiert. "Das ist Wettbewerbsverzerrung. Die Diskrepanz in der Regelauslegung bei der WM ist gravierend. Und es sind ja keine Einzelfälle."

Aktuell sorgt die Fifa mit der Ansetzung des deutschen Referees Wolfgang Stark für das entscheidende Gruppenspiel der Engländer gegen Slowenien für Verwunderung. Auch wenn Herr Stark als über jeden Zweifel erhaben gilt - einem Deutschen die Möglichkeit zu geben, über den möglichen deutschen Achtelfinalgegner zu entscheiden, ist zumindest unglücklich. (fri, sid, Der Standard Printausgabe 23.06.2010)

Kommentar posten
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Quant N. Sprung
00
Wenn doch endlich alle auf mich hoeren wuerden...

Also:

- Drei Schiedsrichter wie immer bis auf nationales Zeitliganiveau.

- Fuenf Schiedsrichter (= Schiri + vier Linienrichter, davon zwei immer das Tor im Auge habend) ab nationalem Top-Niveau.

- International (= EM/WM-Quali, EM/WM, CL, EL, ...) Videobeweis, und der funktioniert wie das Instant Replay beim Football (http://en.wikipedia.org/wiki/Inst... _football)

Statt bei falschen Challenges Timeouts zu verlieren, die's ja nicht gibt, waere eine Gelbe Karte vorstellbar fuer einen Spieler der Wahl des GEGNERS. Jedenfalls sollte ein Video nur dann angeschasut werden, wenn gechallenged wird, das bringt ein zusaetzliches Element von managerial skills ins Spiel. Beim American Football funktionierts.

vor diktat verreist
00
"....sagte Schweiz-Coach Ottmar Hitzfeld und war damit outspoken für seine Verhältnisse"//zitat standard

jesses na! *loooool*. das erinnert mich an jil sander:
„Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, dass man contemporary sein muss, das future-Denken haben muss. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, dass man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewusste Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen." / http://de.wikipedia.org/wiki/Jil_Sander in der FAZ.

Thomas Felder
00
23.6.2010, 16:52
und weiter gehts

mit Schiri Fehlentscheidungen

dasandere
14
23.6.2010, 13:45
1 und 1 zusammen zählen

die meisten Spiele sind schlicht gefälscht...wenn nicht mit Schiedsrichterhilfe, dann eben mit diesem "Ball"...und die Fifa verdient daran.

star observer
11
23.6.2010, 15:13

das erratische geball verhindert wenigstens massiven wettbetrug :-)

Ernst-Albert Rum
02
23.6.2010, 13:29
Man sollte sich auch überlegen, wie man wieder ein bischen mehr Sportsgeist ins Spiel bekommt.

Geschummelt wird zwar in allen Sportarten, nirgends aber ist es so lächerlich wie im Fußball. Mehr als falsche Abseitsentscheidungen geht mir diese dauernde Schummelei auf den Senkel. Natürlich kann man keinem Spieler vorwerfen, er habe das Handspiel vor dem Tor nicht zugegeben, täte er das, bekommt er es als "Lohn" noch mit dem Sportsgericht zu tun. Auch Standards zu "schinden" ist für mich als taktisches Mittel akzeptabel. Nicht aber diese ständig sterbenden Schwäne im Spiel, diese auf dem Bodenwälzer, wo sich die Schwere der Verletzung am Spielstand orientiert, das Kartenfordern, ständige Rummaulen obwohl man weiss, dass der Schiri recht hat, etcpp. Bevor sich das nicht ändert haben Spieler und Trainer kein Recht die Schiris zu schelten!

Jim Kirk
01
23.6.2010, 13:48

Noch viel lustiger sind ja die langen "reaktionszeiten" mancher spieler auf tätlichkeiten. Da sieht man richtig wie langsam das hirn arbeitet bis ihnen eine innere stimme sagt lass dich dramatisch hinfallen auch wenn der gegner nur mit der faust gedroht oder eine kopfnuss angedeutet hat.

19k
11
23.6.2010, 15:15
wie langsam das hirn arbeitet

Fouls, die den Kopf eines Fußballers betreffen, sollten nicht geahndet werden - da kann ohnehin nichts kaputt werden.

Ernst-Albert Rum
00
23.6.2010, 15:35
da muss ich doch widersprechen

mit einer großen Beule auf der Stirn ist es erheblich schwieriger Kopfbälle zu platzieren!

19k
10
23.6.2010, 15:42
Zustimmung

zum Widerspruch - Schäden an der Oberfläche können auftreten und stören

Lucky Strike Light
18
23.6.2010, 13:25
VB

Zählen wir mal die Sportarten auf, in denen ein Videobeweis sinnvolll wäre, aber bisher noch nicht eingeführt wurde:

Fussball.

Abartig
00
23.6.2010, 18:17
Ob im Match

Hintertupfing gegen Vordertupfing ein VB notwendig ist, ist sehr fraglich.

Generell ist ein VB bei einer WM - und ganz speziell bei dieser - notwendig und Spiel entscheidend.

my antichrist
21
23.6.2010, 14:31

und wie stellen Sie sich das vor? Wenn dann pro strittiger Szene 5-10 Minuten diskutiert werden, wie viel Zeit soll nachgespielt werden? Umsetzbar also nur mit Uhrstop, wie beim Eishockey. Und: wer entscheidet überhaupt, ob die Szene strittig war oder nicht? Weil genau letzteres wird der Knackpunkt sein. Und das liegt eben nun mal im Ermessen des Schiedsrichters. Wie schon im Wort steckt: er richtet über das Spiel.

ipatov_19
 
01
27.6.2010, 18:31
lese-fehler!

im wort SCHIEDSRICHTER steckt kein SPIEL. die/der SCHIEDSRICHTER richten nich über das spiel sondern sind für die entscheidung bei rechtsstreitigkeien zuständig...

und dazu muss man einspruch erheben ;o)
so gesehen kann man teams die möglichkeit geben (wie beim football) kontingentiert auf jedes spiel einspruch zu erheben.
oder man verwendet einen sensor im ball um zumindest linien-überschreitungen zu erkennen.
und wenn man einen video-schiri hat der sich strittige szenen sofort anschaun kann und die (ohnehin schon per funkt vernetzten) kollegen informiert, hindert das den spielfluss nicht.

aber ja: bei Hintertupfing vs. Vordertupfing ist das eventuell overkill (vom finanz.aufwand betrachtet ;)

Nothing else matters
 
01
24.6.2010, 13:18

Entscheiden tut der Schiri der am Spielfeldrand vorm Monitor sitzt indem er einfach bei Fehlentscheidungen overruled oder bestätigt. Der kann sich zwar auch noch irren aber immerhin hat er vorher die Zeitlupe gesehen. Das geht sich aus in der Zeit wo am Feld ohnehin gestritten wird. Wir sehen ja auch im Fernsehen die Szene 3x in der Lupe bevor überhaupt weitergespielt wird.

Lucky Strike Light
01
23.6.2010, 14:43

10 Minuten pro Szene diskutieren? Sagen sie mal, wissen sie eigentlich was ein VB ist?
Ihre Fragen können sie sich selber beantworten, in dem sie mal andere Sportarten schauen, wo es das auch gibt (nicht nur Eishockey und Football).

my antichrist
00
23.6.2010, 14:51

Schon mal was von der subjektiven Wahrnehmung gehört?
Außerdem, VB bei beispielsweise einer strittigen Übertretung der Out-Linie oder so ist etwas komplett anderes, wie zum Beispiel das nicht gegebene Tor für Red Bull Salzburg am vorletzten Spieltag gegen die Wiener Austria.

Dass es nicht in jedem Fall 10 Minuten werden, ist mir klar. Dass es sehr wohl fallabhängig zu langen Diskussionen kommen kann (grad bei so Geschichten wie passivem Abseits, "Handspiel" im Schulterbereich, ..), sollte Ihnen ebenso klar sein.

Thoumääääs
14
23.6.2010, 18:21
Ich erklärs dir.

Jeder Trainer hat 2 Möglichkeiten Einspruch zu erheben. Erhebt er Einspruch, läuft der Schiri zur Seite auf der Mittellinie , schaut sich die 4 Einstellungen kurz an und entscheidet. Diskutiert wird nicht (wirds ja jetzt auch ned). Diese 2-3 Minuten können 1:1 nachgespielt werden.
Hat der Trainer recht, bekommt er eine weitere Möglichkeit Einspruch zu erheben zugesprochen, hat er Unrecht, verliert er eine. So einfach ist das.

Diese Argument "Sogar Superstars machen manchmal Fehler und schießen daneben, also dürfen Schiris auch Fehler machen" (offizieller FIFA-Sprech) is ganz einfach falsch, denn es wird Fußball gespielt, also Mannschaft A gegen mannschaft B, nicht A gegen B gegen Schiri. Der spielt beim Fußball nicht mit.

bernhard wolff
00
28.6.2010, 22:47

genau!

my antichrist
00
23.6.2010, 18:30

Theoretisch ja eine Super Idee, daran hab ich ja nichts auszusetzen. Nur stellen Sie sich das mit dem Otto-Normal-Trainer vor.
Ums noch ein wenig bildhafter zu machen, will ich nochmal das nicht gegebene Tor in der vorletzten Bundesliga-Runde zwischen Red Bull Salzburg und der Austria Wien ansprechen. Was denken Sie, wie lang hätte Herr Stevens darauf bestanden, dass dieses Tor gültig ist? Und von diesen Szenen und diesen (in diesen speziellen Situationen) sturen Trainern gibt es - leider - mehr als genug im Fußball.

Und, um ganz ehrlich zu sein - den VB im Eishockey tolerier ich nur, weil das restliche Spiel dafür schnell gehalten ist. Wollen Sie den VB echt bei dem Standkick, der teilweise geboten wird? ;)

Thoumääääs
01
23.6.2010, 18:44
Hm,

Ich versteh die Argumentation ned ganz. Wars regulär, wirds anerkannt, wars irregulär, dann kann sich der Stevie grün und blau ärgern, und es wird nicht gegeben.

Was ist da jetzt das Problem?

my antichrist
00
23.6.2010, 18:49

Damals war sogar der Schiedsrichter beider Meinungen - dass es Abseits geben kann, oder aber auch nicht. Wer trifft nun die Entscheidung?

Thoumääääs
02
23.6.2010, 19:06
Lesen

... läuft der Schiri zur Seite auf der Mittellinie , schaut sich die 4 Einstellungen kurz an und entscheidet. Diskutiert wird nicht (wirds ja jetzt auch ned)...

100% richtige Etscheidungen wirds nie geben, das ist unmöglich, kameras können auch ned 100% abdecken. Ist das so schwer?

Ceremony God
00
27.6.2010, 13:39
Nur nicht aufgeben...

Ich bin ganz auf deiner Seite. Dass ein ANTI-christ oder was auch immer ANTI die Welt nicht versteht, ist klar. Die Welt gehört den PRO Menschen!

Hackbrett Schorsch
20
23.6.2010, 13:49

Und dann gäbe es weniger Karten und die Spiele würden weniger zerpfiffen werden?

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