Monitoring-Ausschuss fordert Ende der Sonderschulen

22. Juni 2010, 16:01
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Ausschuss für Überwachung der Behindertenrechte empfiehlt einen "Inklusionsfahrplan" in "absehbarer Zeit"

Der österreichische Monitoring-Ausschuss hat in einer Stellungnahme ein sogenanntes "inklusives" Schulsystem gefordert. "Um die Segregation und Exklusion von Menschen mit Behinderung zu beenden, bedarf es einer tiefgreifenden Strukturreform des österreichischen Bildungswesens", so der Ausschuss in einer Aussendung.
Das Ziel eines inklusiven Bildungssystem ist es, alle Schüler und Schülerinnen, egal ob behindert oder hochbegabt, in derselben Schule zu unterrichten.

Der Monitoring-Ausschuss, überwacht die Einhaltung der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen durch die öffentliche Verwaltung im Bundesbereich. In seiner Stellungnahme fordert er „innerhalb eines absehbaren Zeitraumes" einen „Inklusionsfahrplan", der die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Bildungsbereich umsetzt. Darin wird Menschen mit Behinderungen der „volle Zugang" zur Bildung zugesprochen.

Die Forderung nach der Abschaffung der Sonderschulen bedeute jedoch nicht, dass die Leistungen und die Kenntnisse der SonderschulpädagogInnen nicht infrage gestellt würden, heißt es in der Stellungnahme.
Die Lebenshilfe begrüßte in einer Aussendung die Forderung nach einem Inklusionsfahrplan für das Schulsystem. "Wir brauchen ein inklusives Bildungssystem für alle", sagte der
Lebenshilfe-Präsident Germain Weber. Das Ziel von Inklusion sei, dass „jeder Mensch einen Anspruch auf selbstverständliche, gesellschaftliche Teilhabe in allen Bereichen des Lebens hat - auch in der Regelschule", so Weber.

Die grüne Behindertensprecherin Helene Jarmer machte unterdessen in einer Aussendung darauf aufmerksam, dass die Sonderschulen den Menschenrechten widersprechen und kritisierte die Regierung dafür, dass diese noch keinen Termin für die Umsetzung des Inklusionsfahrplanes festgesetzt hat. (lis, derStandard.at, 22.6.2010)

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