iPad - Eine Insel gegen die Überforderung

22. Juni 2010, 15:31
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Mathias Müller von Blumencron und Frank Schirrmacher über die "Sehnsucht nach Simplifizierung" und die "Antwort auf die Überforderung"

"Spiegel"-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron erzählt im Interview mit FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, wie er das Internet in den neunziger Jahren wahrgenommen hat und "wie wir mit dem Jetzt eins wurden".

Waren damals noch die Compuserve-Foren reizvoll, "im Prinzip das Web 2.0, ohne grafische Ablenkung", so ist der "Spiegel"-Chef 2010 vom iPad angetan. Apples Tablet-PC bediene die "Sehnsucht nach Simplifizierung", es sei ideal für jene, "die derzeit angesichts der digitalen Informationsflut Zeichen der Erschöpfung zeigen." Auch für Schirrmacher ist das iPad eine "Antwort auf die Überforderung" - und eine Insel.

"Es gibt eine mächtige Strömung drum herum, aber die Leute sehnen sich nach dem festen Grund", beschreibt Müller von Blumencron die "Spiegel"-Insel. Und die, wie andere Medien-Inseln, sollen die Userinnen und User im App-Meer finden. Schirrmacher gehört jedenfalls schon dazu: "Ich habe mir das 'Spiegel'-App auf dem iPad angesehen. Ich musste mich erst daran gewöhnen. Dann kam die entscheidende Frage: Lese ich den "Spiegel" weiter auf dem iPad oder auf Papier? Meine Antwort lautet: erst einmal auf dem iPad, obwohl es noch gar nicht perfekt ist."

Wie oft der "Spiegel" via iPad-App bereits heruntergeladen wurde, verrät der "Spiegel"-Chefredakteur noch nicht. Er rechnet anfangs allerdings mit "nüchternen Zahlen". Nach der Begeisterung ist die Zeit des Investierens gekommen, denn "die neuen Pads bieten tolle Möglichkeiten für den Journalismus."

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    "Spiegel" am Tablet-PC oder Papier? Der FAZ-Herausgeber neigt zum iPad.

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