Aktionsplan zum Schutz der Schimpansen

27. Juni 2010, 20:30

Afrikanische Staaten wollen unter anderem gegen Wilderei und Schmuggel vorgehen

Gland - Jene afrikanischen Staaten, in denen der Östliche Schimpanse beheimatet ist, haben sich auf einen Aktionsplan zum Schutz der Primaten geeinigt. Mit diesem Zehn-Jahres-Plan sollen 96 Prozent der bekannten Gesamtpopulation - also rund 50.000 Tiere - geschützt werden, berichtete die Weltnaturschutzunion (IUCN). Die größten Gefahren drohen den Schimpansen demnach durch Jagd und Schmuggel.

Der Östliche Schimpanse lebt als eine von vier Unterarten des Gemeinsamen Schimpansen in der Zentralafrikanischen Republik, in der Demokratischen Republik Kongo, Sudan, Uganda, Burundi, Ruanda, Tansania und Sambia. Er befindet sich auf der Roten Liste bedrohter Tierarten der IUCN. Nach Schätzungen teilen die Östlichen Schimpansen 98 Prozent des Genpools mit dem Menschen. Sie zählen zu den am besten erforschten Großaffen.

Gesamtpopulation

In dem Aktionsplan wird der Schutz von 16 Gebieten festgelegt. Das könnte rund 50.000 Tieren helfen. Die IUCN räumte aber ein, dass die Gesamtpopulation wesentlich höher als bisher vermutet sein könnte. So könnte es möglicherweise bis zu 200.000 Östliche Schimpansen geben. "Es gibt große Gebiete im Kongo-Becken, in denen wir sehr wenig über diesen Affen wissen", sagte Liz Williamson, Großaffen-Koordinatorin der IUCN Artenschutz-Kommission.

Der Plan umfasst Maßnahmen gegen die Wilderei und den Schmuggel der Affen. Weiters befasst er sich mit dem Schutz der Lebensräume, etwa des Waldes. Auch wollen die Länder das Verständnis für Gesundheitsrisiken fördern, etwa Krankheitsübertragungen von Menschen auf Affen. Nicht zuletzt soll die nachhaltige Finanzierung vom Schimpansen-Schutzeinheiten gesichert werden. (APA)

fuerTiere
00
29.6.2010, 07:50
Es steht nicht gut um die Überlebenschancen

unserer nächsten Verwandten: Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans oder Bonobos: alle Primatenarten sind in ihrer Existenz in unterschiedlichem Maße durch den Menschen bedroht! Vermutlich existieren nur noch 23.000 Orang-Utans und jeweils 100.000 Gorillas und Schimpansen. Ihr Überleben ist vor allem durch die zunehmende Zerstörung der tropischen Regenwälder gefährdet: Diese Wälder werden von 90% aller Menschenaffen genutzt. Aber nicht nur die regenwaldbewohnenden Primaten sind betroffen. Das Bevölkerungswachstum in den Staaten Afrikas, Süd- und Mittelamerikas sowie Asiens schränkt auch die übrigen Lebensräume stark ein. Außerdem sind die Affen eine beliebte Beute bei Tierhändlern und Jägern.

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