Afrikanische Staaten wollen unter anderem gegen Wilderei und Schmuggel vorgehen
Gland - Jene afrikanischen Staaten, in denen der Östliche Schimpanse
beheimatet ist, haben sich auf einen Aktionsplan zum Schutz der Primaten
geeinigt. Mit diesem Zehn-Jahres-Plan sollen 96 Prozent der bekannten
Gesamtpopulation - also rund 50.000 Tiere - geschützt werden, berichtete die
Weltnaturschutzunion (IUCN). Die größten Gefahren drohen den
Schimpansen demnach durch Jagd und Schmuggel.
Der Östliche Schimpanse lebt als eine von vier Unterarten des Gemeinsamen
Schimpansen in der Zentralafrikanischen Republik, in der Demokratischen Republik
Kongo, Sudan, Uganda, Burundi, Ruanda, Tansania und Sambia. Er befindet sich auf
der Roten Liste bedrohter Tierarten der IUCN. Nach Schätzungen teilen die
Östlichen Schimpansen 98 Prozent des Genpools mit dem Menschen. Sie zählen zu
den am besten erforschten Großaffen.
Gesamtpopulation
In dem Aktionsplan wird der Schutz von 16 Gebieten festgelegt. Das könnte
rund 50.000 Tieren helfen. Die IUCN räumte aber ein, dass die Gesamtpopulation
wesentlich höher als bisher vermutet sein könnte. So könnte es möglicherweise
bis zu 200.000 Östliche Schimpansen geben. "Es gibt große Gebiete im
Kongo-Becken, in denen wir sehr wenig über diesen Affen wissen", sagte Liz
Williamson, Großaffen-Koordinatorin der IUCN Artenschutz-Kommission.
Der Plan umfasst Maßnahmen gegen die Wilderei und den Schmuggel der Affen.
Weiters befasst er sich mit dem Schutz der Lebensräume, etwa des Waldes. Auch
wollen die Länder das Verständnis für Gesundheitsrisiken fördern, etwa Krankheitsübertragungen von Menschen auf Affen. Nicht zuletzt soll
die nachhaltige Finanzierung vom Schimpansen-Schutzeinheiten gesichert werden. (APA)