Karl will Studierende weg von Massenfächern bringen

22. Juni 2010, 14:24
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Informationsoffensive von Karl wirbt für Studium der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

Wien - Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (VP) arbeitet an einer Kampagne, mit der sie die Tausenden Maturanten des heurigen Jahrgangs zu einem Studium eines der sogenannten "MINT"-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) animieren will. Der Sommer und Herbst sollen im Wissenschaftsministerium ganz im Zeichen einer Informationsoffensive stehen, so Karls Sprecher. Immerhin seien 60 Prozent der Inskriptionen in nur 20 der insgesamt 203 Uni-Studien zu verzeichnen.

Karl macht in Annonce auf Jobchancen aufmerksam

Einen Vorgeschmack auf die Kampagne gab es schon am Dienstag mit einer Annonce in der Gratiszeitung "Heute". Dort rät die Ministerin den Maturanten: "Wer ein Studium mit besten Studienbedingungen und hervorragenden Jobaussichten will, sollte sich bei der Studienwahl ernsthaft mit MINT auseinandersetzen." Karl zitiert Umfragen, wonach 42 Prozent der Industrieunternehmen derzeit Probleme hätten, Fachkräfte im Bereich Technik und Produktion zu finden. Im Bereich Forschung und Entwicklung hätten das sogar 54 Prozent angegeben.

Zusätzlich zur Informationskampagne in Form von Inseraten und weiterer Öffentlichkeitsarbeit wird im Ministerium an einer Verbesserung der Studienwahlberatung gearbeitet. So soll die Maturantenberatung gemeinsam mit der HochschülerInnenschaft (ÖH) ausgebaut und die Studienberatung an den Schulen durch sogenannte "Studienchecker" ausgeweitet werden.

Am beliebtesten sind Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Laut Zahlen des Ministeriums haben 37.572 der insgesamt 62.179 Neuinskriptionen im Wintersemester 2009 - das entspricht 60,4 Prozent - nur ein Zehntel der angebotenen Fächer betroffen. Am stärksten werden demnach die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften nachgefragt (4.991 Einschreibungen), gefolgt von Jus (4.843), Publizistik (2.348), Pädagogik (2.220), Psychologie (2.174) und Wirtschaftsrecht (2.040).

Unter den 20 gefragtesten Studien finden sich mit Biologie (1.831 Inskriptionen), Informatik (1.491) und Pharmazie (1.043) zwar auch drei MINT-Studien. Im Ministerium betont man allerdings, dass etwa in Informatik der Bedarf dennoch deutlich größer sei und verwies auf Fächer wie Chemie, Elektrotechnik oder Mechatronik, bei denen die Wirtschaft dringenden Bedarf an Fachkräften melde. (APA)

  • Karl will die Studierenden besser auf die verschiedenen Studienrichtungen verteilen.
    foto: standard/cremer

    Karl will die Studierenden besser auf die verschiedenen Studienrichtungen verteilen.

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