SocGen drohte durch Spekulationen Bankrott

22. Juni 2010, 13:37
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Die Milliardenrisiken des ehemaligen Börsenhändlers Kerviel hätten die französische Großbank in den Ruin treiben können

Paris - Die Milliardenrisiken des ehemaligen Börsenhändlers Jerome Kerviel hätten die französische Großbank Societe Generale in den Ruin treiben können. Das sagte der bei dem Institut beschäftigte Zeuge Maxime Kahn in dem Prozess gegen den Ex-Bankier am Dienstag in Paris aus. Der Börsenhändler Kahn musste nach den waghalsigen Spekulationen von Kerviel in Höhe von 50 Mrd. Euro Anfang 2008 diese Geschäfte rückabwickeln.

Dabei ergaben sich Verluste von insgesamt 4,9 Milliarden für die Bank. Kahn versicherte, die Societe Generale sei damals vor dem "potenziellen Konkurs" gestanden. Die Verluste hätten sich ihm zufolge auf bis zu 30 Mrd. Euro belaufen können, wenn die Spekulationen erst später rückabgewickelt worden wären.

Kerviel lehnt es ab, die Verantwortung für diese Verluste zu übernehmen. Der 33-jährige Händler ist der Ansicht, dass die Auflösung seiner Spekulationen zu einem schlechten Zeitpunkt am Markt vorgenommen worden sei und dass er die Gelder hätte zurückholen können, wenn die Bank ihm die Zeit dafür gelassen hätte. Die Milliardenspekulationen waren im Jänner 2008 aufgeflogen. Kerviel behauptet, die Bank habe durch die ihm zugeschobenen Verluste ihre eigentlichen Schwierigkeiten durch Kreditausfälle am US-Immobilienmarkt vertuschen wollen.

Astronomische Summe

Nach Angaben des Zeugen Kahn entsprach die "astronomische" Summe von 50 Mrd. Euro "der zehnfachen Höhe aller Risiken der 2.500 Händler der Societe Generale". Dies sei um das 25.000-fache über dem durchschnittlichen Risiko gelegen, das ein Händler der Bank eingeht. Kahn, der derzeit für 90 Händler zuständig ist, fügte hinzu, dass Kerviel die für ihn zulässige, von der Bank gesetzte Risikogrenze um 50.000 Prozent überschritten habe.

Der Prozess gegen den Ex-Bankier Kerviel geht diese Woche zu Ende; am Dienstag sagt auch der ehemalige Chef der Societe Generale aus, Daniel Boutin. Der frühere oberste Vorgesetzte des Händlers hatte im Zuge des Skandals seinen Posten räumen müssen. Kerviel drohen fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 375.000 Euro. (APA)

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    Der Prozess gegen den Ex-Bankier Kerviel geht diese Woche zu Ende.

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