Krise und Inflation drücken Urlaubseuro

22. Juni 2010, 12:55
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Wer im Sommer günstiger urlauben will als im Vorjahr, sollte besser nicht in die Türkei oder nach Übersee fahren

Wien - Wer im Sommer urlaubsmäßig weniger ausgeben will als im Vorjahr, sollte besser nicht in die Türkei oder nach Übersee fahren. In diesen Gebieten bekommt man nämlich heuer wegen des schwächeren Euros deutlich weniger für sein Geld. Wer in der Türkei für 100 Euro einkauft, bekommt aber immer noch Waren und Dienstleistungen im Wert von 125 Euro - nach 151 Euro im Vorjahr. Den Grund für den Rückgang sieht die Bank Austria nicht nur in der Aufwertung gegenüber dem Euro, sondern auch in der höheren türkischen Inflationsrate von fast 10 Prozent. Im Schnitt ist der sogenannte Urlaubseuro heuer im Sommer 3 Prozent weniger wert als im Vorjahr.

"Neben der Abwertung des Euro zu fast allen Währungen der Welt war dafür auch die teilweise deutlich höhere Preissteigerung in vielen Regionen verantwortlich, sagte Bank-Austria-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer in einer Aussendung vom Dienstag.

Vor allem in Überseedestinationen, wo der Urlaubseuro heuer im Schnitt um 16 Prozent weniger wert ist, macht sich die Schwäche der Gemeinschaftswährung bemerkbar. Besonders stark war der Rückgang in Südamerika. In Südafrika, dem Land der Fußball-Weltmeisterschaft, ist der Urlaubseuro gar um fast 25 Prozent weniger wert als im Vorjahr. Trotzdem ist es für Österreicher in den meisten Überseeländern nach wie vor billiger als zu Hause.

Ungarn und Kroatien

Untern den beliebtesten Ferienzielen der Österreicher ist der Urlaubseuro in Ungarn und in Kroatien am meisten wert. Dort bekommt man für 100 Euro Güter und Dienstleistungen im Wert von 143 (149) bzw. 132 (130) Euro. Auf Platz drei liegt die Türkei, gefolgt von Slowenien (118 Euro) und Portugal (114 Euro).

Einen spürbaren Rückgang von 13 Prozent gab es auch in den USA, wo 100 Euro heuer umgerechnet nur mehr 108 (122) Euro wert sind. In Großbritannien bekommt man für den gleichen Betrag heuer nur mehr Waren und Dienstleistungen im Wert von 107 statt 111 Euro.

Unter den beliebtesten Urlaubsländern stieg der Urlaubseuro lediglich in Kroatien, Deutschland und Portugal, allerdings nur um jeweils 1 Prozent.

Weniger für sein Geld als in Österreich bekommt man nach wie vor in Italien (98 Euro) und in der Schweiz (73 nach 80 Euro). In Kanada, wo 100 Euro vorigen Sommer noch 110 Euro wert waren, bekommt man heuer für denselben Betrag nur mehr Waren und Dienstleistungen um 89 Euro.

Unter den weniger häufig besuchten Ländern in Europa ist der Urlaubseuro weiterhin in Rumänien, Bulgarien und Polen deutlich mehr wert als im Inland. Ebenso in Tschechien und der Slowakei, wo es allerdings einen leichten Rückgang gegeben hat. Am stärksten ist der Wert des Urlaubseuro in Brasilien zurückgegangen (-29 Prozent). (APA)

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