Europas Leitbörsen schließen mit Abschlägen

22. Juni 2010, 18:48
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Gewinnmitnahmen - Schlechte Nachrichten aus Bankensektor

Wien - Die europäischen Aktienmärkte sind am Dienstag mit Abschlägen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 büßte 0,81 Prozent oder 22,30 Einheiten auf 2.745,97 Zähler ein. Marktteilnehmer verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach den starken Aufschlägen am Montag, nachdem China am Wochenende eine Lockerung seiner Wechselkurspolitik angekündigt hatte.

Mittlerweile zeigen sich aber mehr und mehr Marktteilnehmer skeptisch über die Ankündigung aus China. Man unterstelle China nur kritische Stimmen vor dem G-20-Gipfel am Wochenende in Toronto beruhigen zu wollen. Die schwachen US-Immobiliendaten am Nachmittag dämpften zusätzlich.

Die Abstufung der Kreditwürdigkeit der BNP Paribas durch die Ratingagentur Fitch am Vorabend drückte auf die Stimmung für Finanzwerte, die in der Branchenbetrachtung am schlechtesten abschnitten. Zudem gab es eine Studie von der Citigroup zum europäischen Bankensektor, in welcher die Kursziele zahlreicher Bankenaktien wie BBVA, Santander, Credit Agricole, BNP Paribas und Societe Generale gesenkt wurden.

Auch die Verdoppelung der Verlustschätzung durch die Credit Agricole für ihre griechische Tochter Emporiki verunsicherte die Anleger. So wird für dieses Jahr mittlerweile mit einem Nettoverlust von 750 Mio. Euro gerechnet. Zudem werde die Credit Agricole in diesem Quartal 400 Mio. Euro auf ihre Anteile an Emporiki abschreiben.

Die Titel der BNP Paribas zeigten sich in Folge mit Abschlägen von 1,92 Prozent auf 49,36 Euro. Credit Agricole notierten gar um 4,69 Prozent schwächer bei 9,49 Euro und waren damit zugleich der schwächste Wert im Euro-Stoxx-50. Die Papiere der Societe Generale sackten gleich dahinter um 3,96 Prozent auf 37,35 Euro ab.

Anteilsscheine von Aegon gaben 2,76 Prozent auf 4,96 Euro nach. Der vom Staat gestützte niederländische Versicherer zieht den Verkauf seiner Lebens-Rückversicherungssparte in Betracht, um seine Profitabilität zu heben. Auch andere strategische Optionen für die Sparte würden geprüft. (APA)

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