Automatenbauer macht mobil

22. Juni 2010, 11:31
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Ein Unternehmer strebt wegen des neuen Glücksspielgesetzes eine Sammelklage gegen die Republik Österreich an

Linz - Ein oberösterreichischer Automatenbauer, die Firma Schuller Consulting mit Sitz in Hörsching (Bezirk Linz-Land), strebt wegen des neuen Glücksspielgesetzes eine Sammelklage gegen die Republik Österreich an. Hunderte Betriebe und tausende Arbeitsplätze würden Opfer "dieser verfehlten Politik", befürchtet Firmenchef Walter Schuller. Die prognostizierten Steuereinnahmen von 15 bis 20 Mio. Euro bezweifelt er, der Spielerschutz werde "mit Füßen getreten".

Der Nationalrat hat Mittwoch eine Novelle beschlossen, die unter anderem mehr Casinos und höhere Spieleinsätze an Automaten bringt. Oberösterreich will nun das sogenannte kleine Glücksspiel legalisieren und erwartet daraus 15 bis 20 Mio. Euro an Steuereinnahmen. Die aktuell geschätzten 2.500 bis 3.500 illegalen Spielautomaten sollen durch maximal 1.173 legale ersetzt werden.

Durchmarschieren bis Straßburg

Schuller macht gegen das neue Gesetz mobil: Er wolle alle Firmen, die sich in Oberösterreich mit Automatenspiel beschäftigen, ins Boot holen "und auch ein paar von außerhalb", kündigte er am Dienstag an. "Wir wollen durchmarschieren bis Straßburg (zum Europäischen Gerichtshof EuGH, Anm.)." Die prognostizierten Steuereinnahmen halte er für nicht erreichbar. Denn 95 Prozent der Spieler würden ohnehin nur mit Einsätzen unter 50 Cent operieren. Damit könne man pro Automat und Monat rund 1.000 Euro lukrieren, das mache bei einem Steuersatz von 40 Prozent nur 400 Euro, rechnete er vor.

Größere Beträge würden die meisten erst wagen, wenn sie bereits verloren haben, "dann wollen sie sich das zurückholen". Da die erlaubten Einsätze nun angehoben wurden, hätten sie jetzt die Möglichkeit dazu. Durch das neue Gesetz kann man laut Schuller pro Stunde 10.000 statt wie bisher 500 Euro verlieren - die Grünen, die das Gesetz heftig kritisieren, hatten sogar von einem möglichen Verlust von 36.000 Euro in der Stunde gesprochen. Schuller: "Da wird der Spielerschutz mit Füßen getreten." Außerdem gebe es künftig eine schlechtere Auszahlungsquote. Die Kundschaft werde "ausgeraubt" und ins Ausland oder in das "unkontrollierbare Internet" vertrieben, ist er überzeugt. (APA)

 

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