Arlbergbahnstrecke wieder freigegeben

22. Juni 2010, 23:16
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Die Arlbergbahnstrecke wurde nach dem Zugsunglück der vergangenen Woche wie geplant am Dienstagabend ab 20.00 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben. "Wir haben alles planmäßig fertiggebracht", erklärte ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel am Dienstagnachmittag. 60 Einsatzkräfte erledigten am Dienstag mit großem Eifer die letzten Instandsetzungsarbeiten.

Um 19.50 Uhr unternimmt ein Güterzug ab Bludenz die erste Fahrt über die in Braz (Bezirk Bludenz) neu verlegten Schienen. "Der Güterzug wird um Punkt 20.00 Uhr in Braz sein und die Unglücksstelle mit 30 km/h passieren", so der ÖBB-Sprecher. Anschließend können laut Zumtobel bereits die beiden Eurocity-Züge EC761 und EC568 wieder über die Arlbergbahnstrecke geführt werden. Der EC761 fährt um 19.40 Uhr in Bregenz ab, der EC568 kommt aus Wien und nimmt die Arlbergpassage ab 21.01 Uhr (Abfahrt in Landeck) in Angriff.

Eine Woche Aufräumarbeiten

Zumtobel zeigte sich erfreut, dass die Reparaturarbeiten plangemäß von statten gingen. Seit vergangenem Mittwoch waren die Aufräumungs- und Reparaturarbeiten mit Nachdruck im Gang. Als besonders schwierig entpuppte sich dabei die Bergung der 84 Tonnen schweren Lokomotive. Unter anderem mussten auf 800 Metern Länge neue Schienen verlegt werden. Außerdem galt es eine Weiche zu ersetzen, elf neue Fahrleitungsmasten zu stellen und über 1.000 Meter Fahrleitung aufzuspannen. Aufgaben für den Dienstag waren etwa noch das Anbringen von Erdungskabeln sowie der Einbau des elektronischen Sicherungssystems.

Auf der Arlbergbahnstrecke bei Braz (Bezirk Bludenz) war in der Nacht auf vergangenen Mittwoch aufgrund einer gerissenen Bremsleitung ein über 500 Meter langer und 777 Tonnen schwerer Autozug entgleist. Die Zuggarnitur war während sechs Kilometern außer Kontrolle und erreichte im sogenannten "Brazer Bogen" 125 anstatt der dort üblichen 60 km/h. Zehn der 16 Waggons des Pkw-Transportzugs wurden aus den Schienen gehoben und wie viele der geladenen Autos auf und neben den Bahndamm geschleudert. Außer dem Lokführer, der Prellungen und einen schweren Schock erlitt, wurde niemand verletzt. An der Bahninfrastruktur entstand ein Schaden von mehreren Millionen Euro. (APA)

Nachlese
Entgleister Zug hatte nur drei funktionierende Motoren
- ÖBB: Beschädigtes viertes Aggregat spielte bei Entgleisung keine Rolle

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