Heuer weniger Zivildiener als 2009

22. Juni 2010, 10:22
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2009 Rekord von 13.122 Zivildiener, heuer nur noch 12.800

Österreich hat heuer weniger Zivildiener im Einsatz als zuletzt. War im Vorjahr ein Rekordwert von 13.122 Zuweisungen verzeichnet worden, soll es heuer nur noch 12.800 geben. Verglichen mit den vergangenen Jahren, ist dieser Wert trotzdem sehr hoch. So waren beispielsweise im Jahr 2000 nur 6.326 Zuweisungen vorgenommen worden.

Die größte Trägerorganisation der gesamt rund 1.170 anerkannten Einrichtungen ist derzeit das Rote Kreuz (3.900 Zuweisungen), gefolgt vom Arbeitersamariterbund (1.130). Dahinter rangieren Lebenshilfe (820) und Caritas (540).

Blaulichtorganisationen bevorzugt

Die im Rettungswesen engagierten Organisationen sind ebenso wie jene in Sozial- und Behindertenhilfe sowie beim Katastrophenschutz bei der Zuweisung bevorzugt. Tätig sind Zivildiener beispielsweise auch in der Altenbetreuung, bei der Betreuung Drogenabhängiger, im Umweltschutz, bei der Jugendarbeit sowie bei Gedenkstätten insbesondere für die Opfer des Nationalsozialismus. Künftig sollen noch Kinderbetreuungs- und Integrationseinrichtungen hinzukommen.

Unterschieden wird grundsätzlich zwischen jenen Organisationen, die vom Bund ein monatliches Zivildienstgeld erhalten - je nach Kategorie 635 (Blaulicht-Organisationen) oder 445 Euro (Sozialeinrichtungen) - und jenen, die an den Bund eine monatliche Vergütung (95 Euro) zahlen müssen. Bei letzteren handelt es sich um öffentliche Einrichtungen, die Zivildiener einsetzen wollen, beispielsweise als Schülerlotsen. Umstritten ist derzeit eine Ankündigung des Innenministeriums an mehrere Sozialorganisationen, im zweiten Halbjahr 2010 Zivildiener nur dann zuzuweisen, wenn die Träger für sie selbst aufkommen.

Steigende Popularität des Zivildienst

Die Vergütung für die Tätigkeit an sich liegt bei monatlich 289,20 Euro. Die Einrichtung muss dazu noch für eine ausreichende Verpflegung des Zivildieners sorgen. Ist das nicht möglich, ist ein Beitrag von täglich bis zu 16 Euro abzugelten.

Die Dauer des Zivildienstes ist mit neun Monaten festgelegt, drei Monate länger als der Präsenzdienst. Trotzdem erfreut er sich steigender Popularität. Standen im ersten Jahr - 1975 - 1.257 anerkannte Zivildienstpflichtige immerhin 50.593 Wehrpflichtigen gegenüber, hat sich die Lage seither stark verändert. 2009 gab es 14.115 Zivildienstpflichtige und 39.817 Personen im Präsenzdienst. Der Anteil hat sich also von 2,5 Prozent Mitte der 70er-Jahre auf zuletzt 35,4 Prozent erhöht. (APA)

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