Zivildienst

Trägerorganisationen nach "Zivildiener-Gipfel" zufrieden

22. Juni 2010, 18:01
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    Zufrieden haben sich die Vertreter der Trägerorganisationen am Dienstagnachmittag mit den Ergebnissen des "Zivildiener-Gipfels" gezeigt.

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Zwei Millionen Euro sollen locker gemacht werden - Kritik von FPÖ und BZÖ

Wien - Zufrieden haben sich die Vertreter der Trägerorganisationen am Dienstagnachmittag mit den Ergebnissen des "Zivildiener-Gipfels" gezeigt. Man habe eine "durchaus sinnvolle Lösung für die betroffenen Menschen" gefunden, sagte Caritas-Generalsekretär Bernd Wachter nach Ende der Gespräche mit Vertretern des Innenministeriums. Ein Sprecher von Innenministerin Maria Fekter berichtete von einem "guten Einvernehmen". Noch vor Jahresende (vermutlich im November) soll es ein weiteres Gespräch geben, dabei wird es unter anderem auch um die Planung für das Jahr 2011 gehen, hieß es seitens des Ministeriums.

Es werde ab sofort wieder Zuweisungen geben, zeigte sich Wachter erfreut. Bis Jahresende sei jedenfalls eine Bedarfsdeckung im gleichen Ausmaß wie 2009 vorgesehen. Aus dem Innenministerium hieß es, man habe bei dem Treffen unter anderem auch über die Aufstockung auf 12.800 Zivildiener-Zuweisungen gesprochen. "Damit haben wir eine Bedarfsdeckung, die einigermaßen dem entspricht, was notwendig ist", so Wachter. "Im Große und Ganzen kann man mit der Lösung zufrieden sein".

Für diejenigen Zivildienst-Pflichtigen, die in den letzten Wochen einen abschlägigen Bescheid erhalten haben, werde man versuchen, rasch eine Lösung zu finden, sagte der Caritas-Generalsekretär. Damit sollen all jene, die eigentlich per 1. Juli ihre Zivildienst-Stelle antreten hätten wollten, dies spätestens dann Anfang August tun können.

Gleiche Budgetmittel wie 2009

Die Innenministerin hatte zuvor eine Aufstockung der Budgetmittel für den Zivildienst angekündigt: "Ich bin ja niemand, der sich einen Rucksack von Zivildienern umbinden will", versicherte die Ministerin.

Während es am Montag aus dem Innenministerium noch geheißen hatte, dass die Budgetmittel für den Zivildienst heuer leicht gekürzt wurden, betonte Fekter nun, man habe mit 59 Millionen Euro exakt gleich viel Geld veranschlagt wie 2009.

Medialer Aufschrei unverständlich

Die "medialen Bemühungen der Träger" seien für sie unverständlich gewesen, betonte die Ministerin mit Blick auf die Kritik von Caritas, Diakonie und Co. Die Organisationen hatten vorige Woche beklagt, dass ihnen vom Ministerium beschieden worden sei, ab Juli zwar weiterhin Zivildiener zu bekommen, diese aber selbst bezahlen zu müssen. Natürlich habe es eine Bindung der Mittel gegeben, um sicherzustellen, dass man auch für die Zuweisungstermine im Herbst noch ausreichend Budget zur Verfügung habe, begründete Fekter die Vorgehensweise des Ministeriums.

Die Ministerin vermutet als Hintergrund des medialen Aufschreis der Trägerorganisationen eine kürzlich zur Begutachtung ausgesandte Novelle des Zivildienstes. Darin wird festgelegt, dass Zivildiener künftig auch Organisationen zugeteilt werden können, die im Bereich der Kinderbetreuung tätig sind. Fekter interpretiert das Vorgehen der Sozialhilfeorganisationen daher als "vorauseilendes Rufen nach Geld, um ja nicht teilen zu müssen". Außerdem seien die Trägerorganisationen an die Öffentlichkeit gegangen ohne mit ihr zuvor Kontakt aufzunehmen, kritisierte die Ministerin.

Pröll: Zwei Millionen zusätzlich

Innenministerin Maria Fekter kann ihr Zivildienstbudget vom 59 Millionen Euro um zwei Millionen aufstocken. Das kündigte Finanzminister Pröll heute nach dem Ministerrat an. Damit werde ein "klares Signal" an die Trägerorganisationen geschickt.

FPÖ und BZÖ gegen Budgetaufstockung

Der freiheitliche Generalsekretär Harald Vilimsky meinte in einer Aussendung:"Solange Zivildiener als Schülerlotsen oder in Hinterkammerln von diversen Organisationen als Kopierhelfer fungieren, sollte keine Budgeterhöhung durchgeführt werden." Wenn beim Zivildienst Geld fehle, sollte beim Auslandsdienst gespart werden.

Der stellvertretende BZÖ-Klubobmann Herbert Scheibner fand es "überraschend", wie schnell hier der Finanzminister die Millionen locker mache, wenn verschiedene Organisationen Kritik am zu geringen Budget übten. Wenn es aber darum gehe, für Polizei und Bundesheer das Notwendigste zur Aufrechterhaltung der Sicherheit gewährleisten zu können, stoße man im Finanzressort auf taube Ohren. (APA)

Kommentar posten
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klausenpown
00
27.6.2010, 13:11

Hallo Frau Fekter. Nordkorea ruft an - die haben nämlich ein Patent auf Zwangsarbeit.

Lorenzo von Matterhorn
 
00
27.6.2010, 12:36

ich glaube, der herr vilimsky verwechselt den zivildienst mit der tätigkeit, die er inne hätte, wenn er nicht in der heimatpartei "tätig" wäre,...

auf jeden fall macht mich meine zivivergangenheit etwas stolz, wenn ich sehe, was die dummen blauen davon halten...

elisabeth langer
00
23.6.2010, 21:58
Und wieder ein Grund mehr

www.machen-wir-uns-stark.at

zu unterstützen!!

Anton Legerer
00
23.6.2010, 19:20
Wenn beim Zivildienst Geld fehle, sollte beim Auslandsdienst gespart werden.

= FPÖ stellt den Auslandseinsatz des Bundesheeres in Frage?

t&l
00
27.6.2010, 05:28

Auslandsdienst = Zivildienst im Ausland
www.auslandsdienst.at

jo, na, eh!
00
23.6.2010, 15:04
Zivildienst abschaffen!

...Bedingungsloses Grundeinkommen einführen!

und schon gibt es genug Leute die mit Ihrer Zeit gerne die sinnstiftende Arbeit eines Sozialberufs übernehmen wollen und es sich leisten können, dabei eine nur geringe oder keine Bezahlung zu erhalten. Und das freiwillig, freundlich und in einem geistig reifen Alter.

Superschurke
00
23.6.2010, 14:38
Spendenboykott gegen Trägerorganisationen

Das Wiener Rote Kruez hat seine Krankentransporte in eine GmbH ausgelagert, an die es "seine" Zivis weiterreicht. Vorteilhafterweise dürfen GmbHs Gewinn machen Vereine nicht. Dir Krankentransports GmbH gehört auch noch zu einem Teil Privatpersonen.

Die Republik stellt also einer privaten Firma Zwangsarbeiter zur Verfügung, damit diese Gewinn lukrieren kann. Gleichzeitig heuchelt das Rote Kreuz seinen ersten Grundastz der Freiwilligkeit vor sich her, während viele Zivis dort wirklich schlecht behandelt werden.

Deswegen bin ich einfach für ein bisschen Realitätssinn: Wer dem RK einen Cent spendet unterstützt Zwangsarbeit und Sklaverei. Er oder Sie ist gegen grundsätzliche Menschenrechte.

Warum kann man nicht einfach dazustehen?

Baer8
11
23.6.2010, 12:50
Wieso sollen jungen Menschen ihre wertvolle Zeit nahezu gratis zur Verfügung stellen?

Die Manager der Hilfsorganisationen kassieren und die Zivildiener dürfen arbeiten. Auf der einen Seite verlangt der Staat Zivil- und Wehrdienst und daß man im Fall des Falles sein Leben opfert und auf der anderen Seite bringt man nicht einmal die Mindestsicherung auf die Reihe. Wenn die Menschen für den Staat einstehen sollen dann hat die Gemeinschaft auch für den Einzelnen da zu sein und seine Existenz ohne wenn und aber zu sichern.

isidor vom billa
02
22.6.2010, 23:46
"Trägerorganisationen" -

und das Bild oben, Volltreffer!

sir osis of liver
 
01
23.6.2010, 00:15

ich hab schon gedacht, die schleppen jetzt die fekterin davon.

m-h1
01
22.6.2010, 21:09
wehleidig

wie wehleidig die schotter-mitzi ist, wenn ihre machenschaften mal "ohne rücksprache" mit ihr in die medien kommen

BFR_strikes_back
43
22.6.2010, 20:35
An alle Zivildienst-Basher:

Für mich war das die schönste Zeit überhaupt, ich hätte mien ganzes Leben lang nicht diese Erfahrungen machen können, die ich dort gemacht habe.
Natürlich ist es schlecht bezahlt, aber im endeffekt ging es mir auch darum soziale Verantwortung zu tragen (wenn das der staat schon nciht macht ^^)

Marilynn E.
13
23.6.2010, 12:32
es ist schön, daß Sie so gute Erinnerungen haben und das für Sie eine wertvolle Zeit war.

aber schließen Sie bitte nicht von sich auf andere. Es ist weder jeder für soziale Dienste geeignet noch will jeder als Zwangsarbeiter den Staat von seinen Pflichten entheben.

Ein liberal-demokratischer Staat darf einfach nicht sein Sozialsystem und das Gesundheitswesen auf dem Rücken ausgebeuteter junger Männer aufbauen, die unter Gefängnisdrohung zu einem Hungerlohn arbeiten. Erstens kann das ins Auge gehen, weil was ist wenn wieder vermehrt Leute zum Heer gehen und zweitens ist es untragbar, wenn die Allgemeinheit sich Geld sparen will und das einzelne Zwangverpflichtete bezahlen läßt.

Soll der Staat ein freiwilliges sozials Jahr attraktivieren, das ist der bessere Weg.

wolfgang gaerber
13
22.6.2010, 19:51
???

Na Hauptsache die Trägerorganisationen sind zufrieden.

Der Staat ist ja in erster Linie für seine Trägerorganisationen da - und erst in letzter Konsequenz für seine Bürger.

Diese ewige Schacherei ist doch demütigend.
Als nächstes wird der Zivildienst dann per Verfassungsgesetz auf 36 Monate verlängert - bis wieder Geld dafür da ist.


otis b. driftwood
10
23.6.2010, 08:51

völlig richtig.
im gegensatz zu den ganzen zivildienstverweigerern. oder gar solchen, die beides scheuen.

jayjay11
10
22.6.2010, 21:18

dein posting impliziert dass die interessen der trägerorganisationen im gegensatz zu denen der bürger stehen. aber gerade bei diesen handelt es sich ausschließlich um wohltätigkeitsorganisationen/gemeinnützige gmbh's, die zu 100% im dienste der gesellschaft stehen. folglich handelte der staat in diesem fall zwar im interesse der organisationen, im endeffekt profitieren wir aber alle davon. denk daran wenn du mal in paar jahren von zwei krankentransport-zivis zur kontrolluntersuchung ins spital geführt wirst.

Marilynn E.
00
23.6.2010, 12:33

den krankentransport können auch hauotamtliche, freiwillige soziales jahr absovlierer und ehrenamtliche machen - das muß kein zwangsverpflichteter zivi sein.

yofrog
00
23.6.2010, 06:20

sie haben recht. am besten wir weiten die zu leistende zeit auf 10 jahre aus. alle 3 ein jahr zivildienst.
tut uns allen gut, nicht wahr?

Cerv_antes
11
22.6.2010, 19:39
Zivildienst generell am Ende ...

Der Zivildienst ist langfristig nicht mehr zu halten.
http://zurpolitik.com/2010/06/2... lich-sein/

pepitschek1
01
22.6.2010, 19:32
spannend finde ich ja den seitenhieb des vilimskys auf den auslandsdienst...

wie der obergermane gut weiß sind viele dieser auslandsstellen für gedenkdiener (achtung! keine Innen) vorgesehen, die an den verschiedenen orten der welt als österreicher für forschungseinrichtungen, gedenkstätten, altersheime, etc. arbeiten.

Ich kann nicht genau sagen, wie viele Leute zzt. beim Auslandsdienst gedenkdiener sind, beim verein gedenkdienst und beim verein niemals vergessen insgesamt max 40, denen eine förderung vom bmi bekommen. sagen wir, dass der auslandsdienst auch ca. 20 förderungen bekommt, sind wir bei großzügig geschätzten 60. Eine Förderung des bmi beträgt pro kopf und jahr 10,000 Euro, macht also 60,000 Euro, das die Republik für Gedendiener ausgibt.

und jetzt denkt ans bh, an die hypo, an die andern banken.

h 90
20
23.6.2010, 06:44

Ja den Gedenkdienst koennte man sofort streichen. Ist ja kompletter Unsinn. Die Wahnsinnigen Einsparungen wird man damit aber trotzdem nicht machen

domflas
02
23.6.2010, 10:41

man sollte den gedenkdienst lieber weiter ausbauen und auch vermehrt stellen im inland für gedenkdiener schaffen. wie man in den jüngsten monaten miterleben durft, ist ja sogar bei hohen vertretern der republik das wissen um die geschichte und die geschichtliche verantwortung österreichs recht bescheiden!

h 90
00
23.6.2010, 10:49

und inwiefern wuerde da ein Gedenkdienst helfen?
Aufklaerung und offene Diskussion damit niemand behaupten kann, dass alles nicht wahr waere, waere notwendig.
Das ist aber verboten. Das gibt dann gewissen Leuten wegen ein paar kleiner Fehler die ganze Geschichte anzuzweifeln.
Ein paar junge Buam die dort rumhaengen nutzen gar nichts.

domflas
00
23.6.2010, 14:00

es geht doch darum, dass der österreichische staat dafür verantwortlich ist, dass seine bürger über dessen geschichte aufgeklärt werden - genauso wie für die würdevolle betreuung von pflegebedürftigen bürgern. je mehr zivildiener sich der holocaust-education widmen, desto eher kann dieses ziel erreicht werden.
außerdem ist mir nicht bekannt, dass aufklärung und offene diskussion über den holocaust verboten wären.

Repariertwaseuchkaputtmacht.
15
22.6.2010, 19:05

BZÖ: :"Solange Zivildiener als Schülerlotsen oder in Hinterkammerln von diversen Organisationen als Kopierhelfer fungieren, sollte keine Budgeterhöhung durchgeführt werden." Wenn beim Zivildienst Geld fehle, sollte beim Auslandsdienst gespart werden.

WTF? Die widersprechen sich ja selbst. Für den Auslandsdienst wird erstens eh so gut wie nichts ausgegeben (man zahlt sogar noch was damit man dort arbeitet) und "Kopierhelfer" sind das auch nicht. Ich hab eine sehr erfüllende Zivizeit gehat, in der ich viel gelernt habe und in der ich als vollwertiger Mitarbeiter behandelt wurde - auch wenn ich nicht so bezahlt wurde. Aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass einen Leute nicht nach dem Gehalt beurteilen, sondern nach der geleisteten Arbeit.

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