Nintendo 3DS setzt auf alte Hardware

22. Juni 2010, 10:44
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Verbauter Grafikchip fast fünf Jahre alt - Schwächere Leistung als bei iPhone 3GS und PSP

Nintendos kommender Spiele-Handheld "3DS" hat bei seiner Vorstellung auf der vergangenen Branchenmesse E3 allen anderen Produkten die Show gestohlen. Der DSi-Nachfolger kann Spiele, Filme und Fotos über einen speziellen Bildschirm in 3D ausgeben, ohne dass dazu eine besondere 3D-Brille benötigt wird. Im Rahmen der Präsentation hielt sich der Hersteller mit näheren Spezifikationen der Hardware zurück, betonte allerdings, dass der neue Grafikchip hinter den Effekten deutlich aufwändigere Grafiken als bisherige portable Spielkonsolen des Unternehmens darstellen könne. Tatsächlich werden die ersten erhältlichen Werke wie "Kid Icarus: Uprising" 3D-Grafik bieten - ähnlich wie bei PSP und moderneren Smartphones.

Alter Chip

Nun hat der japanische Grafikspezialist DMP bestätigt, dass der hauseigene PICA200-Grafikprozessor im neuen 3DS verbaut wird. Das erstaunliche dabei: Der PICA200 wurde bereits im Jahr 2006 gefertigt. Nintendo wiederholt damit ein Rezept, dass man bei der Wii ebenfalls angewandt hat und setzt abermals auf kostengünstige, in die Jahre gekommene Hardware-Komponenten. Laut einer Analyse des Portals Digital Foundry läge Nintendo damit einige Generationen hinter dem PowerVR SGX535-Grafikchip von iPhone 3GS und iPad zurück. Der PICA200 unterstützt lediglich den OpenGL ES 1.1-Standard, wenngleich der beim 3DS eingesetzte Chip durch Erweiterungen auch neuere Effekte wie "gaseous object rendering", "soft shadows", "per-pixel lighting", "procedural textures" und "refraction mapping" erlaubt. Laut DMP könne der PICA200 theoretisch bis zu 15,3 Millionen Polygone pro Sekunde berechnen, bei 800 Millionen Pixel pro Sekunde. Im Vergleich dazu schafft die fünfeinhalb Jahre alte PlayStation Portable 33 Millionen Polygone pro Sekunde bei 333 MHz Taktrate. Digital Foundry geht beim 3DS daher von einer Taktrate von 200 MHz aus.

3D-Effekt

Der 3D-Bildschirm gibt eine Auflösung von 800 x 240 Bildpunkten aus, wobei das Bild für jedes Auge in 400 x 240 Pixel aufgesplittet wird. Zu welcher Leistung die Hardware tatsächlich im Stande ist, wird man frühestens mit der ersten Generation an 3DS-Spielen sehen. Einen Ausblick darauf gibt der Trailer zu "Kid Icarus: Uprising".

(zw)

  • Nintendo-Chef Iwata präsentiert den neuen 3DS.
    foto: epa/mike

    Nintendo-Chef Iwata präsentiert den neuen 3DS.

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