Bayern lassen die ÖBB nicht zum Zug kommen

21. Juni 2010, 19:25
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Bundesbahnen gehen bei Vergabe der Verkehrsdienste im Werdensfelsnetz-Regionalverkehr leer aus

Wien - Die Träume vom ersten großen Nahverkehrsengagement im Ausland sind bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) fürs Erste geplatzt: Die ÖBB werden bei der Vergabe der Verkehrsdienste im bayerischen Werdenfelsnetz (München - Garmisch-Partenkirchen - Mittenwald bzw. Reutte in Tirol) nicht zum Zug kommen. Das hat der Aufsichtsrat der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die die Ausschreibung im Namen des Freistaats durchführt, am Montag beschlossen, wie der "Kurier" in seiner Dienstag-Ausgabe berichtet.

Stattdessen dürfte die Bahnverbindung in Händen des bisherigen Betreibers DB Regio bleiben. Das Angebot der ÖBB soll noch hinter dem ebenfalls mitbietenden Verkehrsunternehmen Benex (dahinter steht die Hamburger Hochbahn) und der französischen Veolia an vierte Stelle gereiht sein. Der verlorene Auftrag hätte die Leistung von 4,1 Mio. Zugkilometer jährlich von 2013 bis 2025 umfasst, damit wären etwa 40 Mio. Euro pro Jahr umzusetzen. Zum Vergleich: Die ÖBB wickeln im heimischen Nah- und Fernverkehr jährlich 100 Mio. Zugkilometer ab.

Im Hinblick auf das Bayern-Engagement haben die ÖBB erst im April mit Siemens einen Rahmenvertrag über Lieferung und Wartung von bis zu 200 Nahverkehrszügen abgeschlossen, die auch in Bayern zulassungsfähig sind. Volumen: bis zu einer Mrd. Euro. Mit diesem Vertrag wollen sich die Österreicher durch den Rückschlag nun nicht entmutigen lassen: Sie bereiten jetzt die Teilnahme an einer noch größeren Ausschreibung in Bayern vor (5,8 Mio. Jahres-Zugkilometer, Laufzeit 12 Jahre), dem Nahverkehr zwischen München - Rosenheim - Salzburg bzw. München - Kufstein. Mit dieser Relation ("Deutsches Eck") sind die ÖBB bestens vertraut, ihnen werden laut Zeitung auch von den Mitbewerbern gute Chancen eingeräumt. (APA)

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