Noch mehr Ölaustritt möglich

21. Juni 2010, 23:36
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BP-Studie zu Ölauffangmethoden malt düsteres Bild

Washington - Das Ausmaß der Ölpest im Golf von Mexiko könnte laut einer internen Einschätzung des Konzerns BP noch verheerender sein als zuletzt angenommen. Im schlimmsten Fall könnten in mehr als 1500 Metern Tiefe täglich bis zu 100.000 Barrel (15,9 Millionen Liter) Öl austreten, heißt es in dem Bericht des Konzerns an den US-Kongress, den der demokratische Abgeordnete Ed Markey am Sonntag veröffentlichte. Die US-Regierung schätzt, dass derzeit am Tag bis zu 65.000 Barrel auslaufen, bis zu 100.000 Barrel könnten es sein, wenn das kaputte Sicherheitsventil entfernt würde.

Das Weiße Haus schloss sich unterdessen der Kritik am Segelausflug von BP-Chef Tony Hayward an. "Das war nur das letzte Glied einer langen Kette von PR-Pannen" , sagte der Stabschef des Weißen Hauses, Rahm Emanuel, dem Sender ABC. Hayward hatte an einer Yacht-Regatta vor der britischen Küste teilgenommen

Wie die Financial Times am Montag berichtete, plant Hayward eine Reise nach Moskau, um Sorgen vor einem Kollaps BPs zu zerstreuen. Hayward wolle dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew erläutern, dass BP die Folgekosten der Ölpest werde tragen können. BP ist über seine russische Tochter TNK-BP drittgrößter Ölförderer in Russland. Die Kosten für den Kampf gegen das Desaster belaufen sich laut BP inzwischen auf zwei Mrd. Dollar.

Und erneut wurden Vorwürfe laut, schon vor Explosion der "Deepwater Horizon" habe es dort Probleme gegeben. Diese seien ignoriert worden, sagte ein Ex-BP-Mitarbeiter der BBC.

Die US-Ölindustrie kündigte an gerichtlich gegen den von der Regierung verhängten Bohr-Stopp vorgehen zu wollen. (AFP, dpa/DER STANDARD-Printausgabe, 22.6.2010)

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