Scheidungsrecht: Erster Ansatz zur Vereinheitlichung

21. Juni 2010, 18:56
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Jedes Land in der EU hat sein eigenes Scheidungsrecht. Wollten sich Partner scheiden lassen, die unterschiedliche Staatsbürgerschaften haben, in verschiedenen Ländern wohnen oder gemeinsam in einem anderen Land wohnen, galt bisher: Es gilt das Recht jenes Landes, in dem zuerst ein Gericht angerufen wurde. Mit der neuen Regelung ändert sich das.

Können sich die Partner nicht einigen, nach welchem Recht sie sich scheiden lassen wollen, wählt das Gericht das Recht nach vier abgestuften Punkten aus: In welchem Land lebt das Paar? In welchem Land hat es gemeinsam am längsten gelebt? Hat das Paar eine gemeinsame Staatsangehörigkeit? Und in welchem Land wurde das Gericht angerufen?

Mit bei der Regelung sind Österreich, Deutschland, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Lettland, Luxemburg Rumänien, Slowenien, Spanien, Ungarn und Portugal und Malta. Einige Länder, etwa Schweden, machen nicht mit, aus Angst um ihr liberales Recht. (tob/DER STANDARD-Printausgabe, 22.6.2010)

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