Angeklagter Kurienkardinal weist Schuld von sich

21. Juni 2010, 17:35

Konkordat garantiert Vatikan Zugriff auf alle Ermittlungsunterlagen

Neapels Erzbischof Crescenzio Sepe wies am Montag die Vorwürfe wegen illegaler Immobiliengeschäfte zurück. Dem Vatikan sind im Verfahren gegen den Kardinal alle Ermittlungsunterlagen auszuhändigen.

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"Zona extraterritoriale" warnt ein Schild vor dem mächtigen Palazzo, den Roms bekannteste Barockarchitekten Gianlorenzo Bernini und Francesco Borromini nahe der spanischen Treppe errichtet haben. Ein unmissverständlicher Hinweis darauf, dass der 1622 erbaute Palast zwar auf italienischem Staatsgebiet liegt, dessen Eigentümer aber jenseits des Tibers hinter den vatikanischen Mauern zu Hause sind.

Das bedeutet: Die Staatsanwälte, die gegen Kardinal Crescenzio Sepe wegen Korruption ermitteln, haben sich an das Regelwerk des Konkordats zwischen Staat und Kirche zu halten. Sie müssen dem Vatikan alle Ermittlungsunterlagen zustellen, das Berufsgeheimnis des Angeklagten respektieren und ihn an einem neutralen Ort verhören. Doch in dem vom Missbrauchsskandal angeschlagenen Vatikan zielt man nicht auf Verschleppung des Verfahrens. Der Papst besteht auf rasche Aufklärung der Vorwürfe gegen Sepe, die dessen Amtszeit als Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker betreffen.

Warum hat Sepe Berlusconis früherem Bautenminister Pietro Lunardi ein fast 1000 Quadratmeter großes Palais neben dem Parlament um nur vier Millionen Euro verkauft? Waren die 2,5 Millionen Euro, die Lunardi und der damalige Kulturminister Rocco Buttiglione der Kongregation für die Restaurierung des Palais der Kongregation genehmigten, eine Gegenleistung für den günstigen Kauf? Warum wurde ein Gutachten des Rechnungshofs missachtet, das den Beschluss der Minister als "unzulässig" und "unbegründet" ablehnte, da es sich um extraterritorialen Besitz handle?

2000 Wohnungen in Bestlage

Die von Papst Gregor dem Großen gegründete Kongregation hat im Lauf der Jahrhunderte durch unzählige Hinterlassenschaften ein Immobilienvermögen angehäuft, das auf neun Milliarden Euro geschätzt wird. Römische Bürgerfamilien mit gutem Draht zum Vatikan nutzen seit Jahren ihre Beziehungen, um eine der 2000 Wohnungen in bester Lage zu ergattern. Joseph Ratzinger missbilligte Sepes Führungsstil und schob ihn 2006 als Erzbischof nach Neapel ab. Sepe wurde durch den indischen Kardinal Ivan Dias ersetzt, der den römischen Machtspielen fernsteht, nun aber aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten will.

Crescenzio Sepe wies am Montag bei einer Pressekonferenz in Neapel alle Anklagepunkte der Staatsanwälte zurück. Der Beitrag des Staates sei für eine Stabilisierung des historischen Palazzo verwendet worden, der durch die Vibrationen der nahen U-Bahn beschädigt worden sei. Das an Lunardi verkaufte Palais habe sich einem technischem Gutachten zufolge in schlechtem Zustand befunden und eine Sanierung wäre zu aufwändig gewesen.

Sepe gab zu, Zivilschutzchef Guido Bertolaso auf Ersuchen eines engen Mitarbeiters eine Wohnung zur Verfügung gestellt zu haben. Um Details habe er sich aber nicht gekümmert. Die Bilanzen seiner Kongregation seien regelmäßig vom Staatssekretariat genehmigt worden. "Kräfte in- und außerhalb der Kirche wollen mir schaden", erklärte der Erzbischof. "Doch ich nehme das Kreuz auf mich und verzeihe ihnen", fügte er hinzu. In seiner Zeit als Präfekt habe er "größte Transparenz walten lassen."

Sepes Verteidiger erklärte, es gebe "keinen strafrechtlich relevanten Tatbestand unter den Anklagepunkten, die sich anhand der Fakten leicht entkräften lassen." Der Kardinal will in den kommenden Tagen die beiden ermittelnden Staatsanwälten treffen. (Gerhard Mumelter aus Rom /DER STANDARD, Printausgabe, 22.6.2010)

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Peter Alpenrausch
00
22.6.2010, 16:01
schade

daß ich nicht katholisch bin ärgert mich immer wieder

wie oft hätte ich da schon den verein verlassen können

xx Hour1
00
22.6.2010, 14:12

Vatikan ist hier Vemutlich er betrogene.

eine Palzzo um die Hälfte ( 4 Mill €) verkauft und zusätzlich 2,5 Mill € von staat für die Restaurierung des Palais der Kongregation erhalten.
D.H Vatikan verdient 1,5 Mill € weniger.
Kein Wunder daß sie eine schelle aufklärung wollen.

fabrikant
00
22.6.2010, 11:52
Wäre eine ideale Besetzung für "Der Pate IV"

füllhornkäfer
00
22.6.2010, 14:01
absolut

hat irgendwie auch etwas sehr Italienisches, die ganze Geschichte...

Wieviel Demokratie ist es bitte?
00
22.6.2010, 16:45
Aber auch etwas

sehr Landeshauptmännisches, wie es in einer benachbarten Zwergrepublik üfter mal angeblich nicht vorkommt und sobotkanisch ist es auch irgendwie.

vikto1313
112
22.6.2010, 09:38
Vor dem Gesetz sind alle gleich -nur die Kirchenfürsten nicht! Vor Gott sind alle gleich - nur die Kirchenfürsten nicht!

Geld, Gier, Macht, Reichtum, Selbstherrlichkeit, Unterdrückung, Überheblichkeit, Lügen...
diese Liste lässt sich noch lange fortführen. Sie steht für die Kirche. Das ist der Motor, der innere Antrieb, das wahre Gesicht der Kirche.

Der Gläubige hat sich an Gebote, die die Kirche ausspricht zu halten, selbst lacht man darüber.
Die Kirche ist ein eigener Staat, der sich nicht an die Gesetze anderer Staaten halten muss.
Die Struktur der Kirche ist wie eine Sekte aufgebaut. Nur, dass sie sich schon seit 2000 Jahren gegen andere durchsetzen konnte.
Den wahren Reichtum, den die Kirche hat, kann sich ein normaler Bürger nicht einmal vorstellen.
Die könnten alleine, ganz Afrika von der Armut befreien.
LAUTER SCHEINHEILIGE HEUCHLER!

cipf
 
25
22.6.2010, 08:57

Ich bin für die Wiedereinführung der Inquistion. Aber diesmal unter weltlicher Aufsicht und Führung.
Speziell der Teil mit der "hochnotpeinlichen Befragung" - der deucht mich plötzlich für bestimmte Gruppen durchaus nötig und gottgewollt.
Das wäre auch im Interesse des Klerus. Stellt doch das "Rot" der Kardinalsroben das Blut dar, dass sie bereit wären zu vergießen um der Liebe Christi willen.
Da könnten sie dann all ihr Leid und ihre Pein dem Herren als gefälliges Opfer darbringen.
Irgendwie mag ich die ganze Bande nicht!

aqualung
00
24.6.2010, 12:46
diese art von ironie

ist hier wirklich fehl am platz. abgesehen davon, dass die inquisition ein mittel war, den machtbereich weltliche herrscher mit kirchlicher legitimation zu vergrößern, war sie eine der größten massenmorde der damaligen zeit, zumindest auf europäischem boden. die mittel die benutzt wurden und die unschuldigen die vertrieben und gefoltert wurden, sind nicht zu beschönigen!

Threonin
01
22.6.2010, 17:17

Die schlimmste Zeit der Inquisition war, als die weltliche Macht ihren Einfluss geltend gemacht hat.

cipf
 
00
23.6.2010, 07:44

Ich glaube, da verwechseln se was.
Die weltliche Macht war für die Ausübung der Folter und die Hinrichtungen zuständig. Aber ausschließlich (was Inquisition betrifft) auf Anweisung der kirchlichen Gewalten, Drohnen und Mächte.

Threonin
01
23.6.2010, 10:16

IN Spanien hat sich die Inquisition "verselbstständigt", das war sogar dem Papst zu viel. Auf Verlangen des spanischen Königshauses machten einige extremistische Mönche weiter. Nur so als ein Beispiel.

Und ja, die Folter und die Hinrichtung waren im Allgemeinen Sache der weltlichen Ordnung.

cipf
 
00
24.6.2010, 14:06

Angeblich war es gerade in Spanien nicht sooo schlimm (weniger schlimm auf jeden Fall als in Deutschland, Österreich und Böhmen und so). Die div. Berichte über die "spanische Inquisition" sollen - angeblich - Teil einer Religionskriegsmasche gewesen sein (Reformation und so).
Aber wie auch immer, in seiner Altform - abzulehnen.

Threonin
00
24.6.2010, 19:53

Da gibt es einen zeitlichen Unterschied. Spanien war einige Jahrzehnte vorher. Meines Wissens nach war Deutschland während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) schlimm. Davor schon während der Hussitenkriege in Böhmen.

Spanien war 1500 und danach. Hier führte die Inquisition ein Eigenleben. War von der absoluten Zahl der Verbrennungen her nicht so beeindruckend, allerdings besonders zynisch und brutal.

xyz7784
01
22.6.2010, 07:49
An ein Gebot halten sich die der Wahrheit verpflicheteten katholischen Bischöfe konsequent und systematisch:

"Werden Dir persönliche Verfehlungen vorgeworfen, dann lüge so lange, bis Dir das Gegenteil nachgewiesen wird".

Das Gebot "Du sollst nicht lügen" wird also von den führenden Repräsentanten der katholischen Kirche vorsätzlich und regelmäßig (nicht als Einzelverfehlung) ins Gegenteil verkehrt.

Wer von Euch also ohne Schuld ist, kann sich also mit Fug und Recht die höchsten Vertreter der katholischen Kirche zum Vorbild nehmen, um in den erlauchten Kreis dieser angeblich Lauteren aufzusteigen.

Ein nitupsaR
 
00
22.6.2010, 03:37

Rocco Buttiglione, hihi.

Die Würde des Schweins ist unantastbar
03
21.6.2010, 21:22
Man möge beachten, wie dieser fromme Mann...


...die Hände faltet.
Der kann nicht schuldig sein!

Dei Feinde und Vernaderer der Heiligen Kirche werden ihrer gerechtenStrafe nicht entgehen.

Queen of Sheba
 
02
21.6.2010, 20:54
Es fehlt der bei Immobilienprivatisierungen übl(ich)e Hinweis auf die Unschuldsvermutung.

?und
00
22.6.2010, 15:51
die gilt nur für nonnen

xyz7784
03
22.6.2010, 07:52
Die neue Begrüßungsformel des katholischen Klerus:

Gelobt sei Jesus Christus, es lebe die Unschuldsvermutung - Amen.

Blumfeld
 
15
21.6.2010, 20:02
s***** korrupte bande

tschuldigung aber die röm.kath. kirche befindet sich einfach nur abseits jeglicher moral und ruft bei mir nur noch ekel und abscheu hervor ... wer braucht die s**bande heutzutage noch ...

Ahenobarbus
01
21.6.2010, 19:26

Was jetzt lieber Standard, wurde der Kardinal angeklagt (Überschrift) oder wird gegen ihn ermittelt (Artikelinhalt)? Kein unerheblicher Unterschied.

misfits74
 
21
21.6.2010, 18:13
ERSTER :)

fcuk religion

JosefGott
40
22.6.2010, 06:55

Was hat Mutmaßliche Korruption (es gilt die Unschuldsvermutung) mit fcuken zu tun? Sie verwechseln da was. Aber glar, hauptsache "Erster" schreien. Die ersten werden die letzten sein. Wie wahr...
Scheint jetzt Mode zu sein gegen die Kirche zu hetzen.

misfits74
 
00
22.6.2010, 17:55
hetzt die hetzer

diese kut.ten.brun.zer haben die welt 2000 jahre lang vollgesch.iss.en. es reicht!

puwit
00
22.6.2010, 10:06

na geh vatikan ag lesen

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