Deutsche Bischöfe sprechen über Leitlinien-Verschärfung

21. Juni 2010, 14:10
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Auch Fall Mixa dürfte diskutiert werden

Würzburg - Die katholische Kirche in Deutschland will bei sexuellem Missbrauch von Kindern durch Geistliche härter durchgreifen und feilt weiter an neuen Vorschriften. Die Bischöfe der 27 Diözesen kamen am Montag in Würzburg zusammen, um abermals über den Umgang bei sexuellem Missbrauch zu beraten. Eine verschärfte Version der Leitlinien soll noch im Sommer verabschiedet werden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Bei der zweitägigen Klausur des Ständigen Rates der DBK sollte am Rande auch über die Causa des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa gesprochen werden.

Der Ständige Rat - das sind alle Diözesanbischöfe oder in Vertretung der jeweilige Weihbischof - ist das höchste Gremium der Bischofskonferenz zwischen den Vollversammlungen. Die DBK-Leitlinien sind seit ihrer Einführung 2002 bereits zweimal überprüft worden. Angesichts der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche geht es jetzt um eine Verschärfung. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden soll verbessert werden.

Ein heikler Punkt ist nach den Worten des DBK-Vorsitzenden Robert Zollitsch (Erzbischof von Freiburg), ob man eine generelle Pflicht zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft vorsehen soll. Will ein mögliches Opfer anonym bleiben, könnte diese Vorschrift davon abhalten, sich bei den Kirchenverantwortlichen zu melden. Denkbar sei eine Anzeigepflicht von der Zustimmung des Opfers abhängig zu machen. Diskutiert wird auch, die Leitlinien nicht nur auf Priester anzuwenden, sondern auch auf andere Mitarbeiter in der Kirche, etwa Pädagogen.

Der Ständige Rat hatte bereits Ende April in Würzburg über die neuen Leitlinien beraten. "In dieser Sitzung werden sie voraussichtlich nicht verabschiedet", sagte die DBK-Sprecherin. Das Papier soll im Sommer stehen, ein genauer Termin lasse sich noch nicht sagen.

Die Vorgänge um den früheren Augsburger Bischof Mixa werden von den Bischöfen wohl nur am Rande diskutiert. Offiziell stand das Thema nicht auf Tagesordnung. Wann Mixas Nachfolger als Militärbischof der Bundeswehr bestimmt wird, konnte die Sprecherin nicht sagen. Der päpstliche Nuntius in Berlin, Jean-Claude Perisset, werde Rom einen Kandidaten vorschlagen. Gegen Mixa, der wegen Prügel- und Veruntreuungsvorwürfen zurückgetreten war, werden nach Presseberichten neue schwere Vorwürfe erhoben, zum Beispiel Alkoholmissbrauch und sexuelle Übergriffe auf jüngere Priester.

Bei ihrer Klausur hinter verschlossenen Türen wollen die Bischöfe auch auf den Ökumenischen Kirchentag im Mai in München zurückblicken und bestimmen, wer im Oktober mit dem katholischen Medienpreis 2010 ausgezeichnet werden soll. Der Vertrauensverlust der Menschen in die Kirche stand nicht auf dem Klausurprogramm. (APA)

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