Alternative Einkommensquellen für Airlines

21. Juni 2010, 11:40
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Wie Billigairlines trotz Schnäppchenpreisen an ihr Geld kommen, hat der ÖAMTC in einer Erhebung herausgefunden

Eine Erhebung des ÖAMTC über Zusatzkosten bei Fluglinien zeigt deutlich, wo sich vor allem Billiganbieter, die fehlenden Euros zurückholen.

Besonders beliebt sind bei vielen Low-Cost-Airlines Gepäckgebühren. Die Flugtickets selber sind immer noch erstaunlich günstig, allerdings nur für jene, die mit Zahnbürste und Kamm verreisen. Alle, die etwas mehr als nur eine Handtasche mitnehmen möchten, werden zum Teil kräftig zur Kasse gebeten. Bei Germanwings, easyJet oder Ryanair muss für jedes Gepäckstück gezahlt werden, wobei Reisende, wenn sie den Koffer bereits bei der Buchung anmelden nur die Hälfte von dem zahlen, was fällig wird, wenn der Koffer erst beim Check-In am Flughafen angemeldet wird. Pro Gepäckstück und Strecke sind bei Germanwings 8 Euro fällig, die sich bei einer Anmeldung des Koffers erst am Flughafen auf 20 Euro erhöhen. esayJet verlangt 11 bzw. 22 Euro und Ryanair ist der Transport eines Gepäcksstückes ganze 15 bzw. 35 Euro wert. Die Monate Juli und August sind bei Ryanair besonders kostspielig, denn da wird die Gepäckgebühr noch einmal um fünf Euro erhöht.

Ebenfalls eine gute Einnahmequelle sind die Freigepäckmengen. Die übliche Gewichtsgrenze von 20 Kilogramm ist laut ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant dabei höchstens ein ungefährer Richtwert, denn Ryanair und InterSky beispielsweise haben eine Freigepäcksgrenze von maximal 15 Kilogramm. Jedes Extra-Kilo wird in Rechnung gestellt. „Dabei sind Linienairlines mit bis zu 100 Euro (je nach Flugzone) per Kilogramm empfindlich teurer als Billigairlines", so Bergant.

Immer beliebter wird auch die so genannte "service charge", die gewöhnlich schon bei der Flugbuchung aufgeschlagen wird und je nach Buchungsart variiert. Bei einer Buchung im Internet beträgt die Servicegebühr meistens zwischen fünf und 15 Euro pro Strecke, bei einer telefonischen Buchung über ein Service-Center kann sich dieser Betrag auf 20 bis 25 Euro erhöhen - pro Person und Flug. Am einfallsreichsten bei der Einhebung von Sondergebühren ist laut ÖAMTC Ryanair. "Bei dieser Airline kann man grundsätzlich nur mehr online einchecken und selbst dafür zahlt man noch fünf Euro."

Verpflegung an Bord ist bei den meisten Billigairlines nur noch eine vage Erinnerung an vergangene Tage. Germanwings, InterSky oder easyJet fahren zwar mit den Servierwägelchen durch die Gänge, hinter den Flaschen und Snackboxen jedoch klingelt die Kasse, denn gratis gibt es hier gar nichts. Air Berlin/flyniki bietet hier die Ausnahme von der Regel und offeriert den Passagieren einen Snack und ein Getränk. Andernfalls besteht immer noch die Möglichkeit, selbst etwas mitzunehmen, so dass einige der Billigfliegern zu richtigen Jausenstationen geworden sind, wo sich die verschiedensten Geschmäcker und Gerüche mischen, was dem Reisekomfort nicht immer zuträglich ist. Getränke können natürlich nicht mitgenommen werden bzw. dürfen erst nach dem Sicherheitscheck gekauft werden.

Vorsicht auch bei Stornos. "Die reinen Flugkosten werden üblicherweise nicht rückerstattet", erklärt Bergant. Steuern und Gebühren allerdings müssen nur dann gezahlt werden, wenn der Flug auch wirklich in Anspruch genommen wurde und können also im Fall einer Stornierung rückgefordert werden. Der ÖAMTC bietet hierfür ein Formular (Download pdf) für die Erstattung von Steuern und Gebühren an.

Um trotzdem möglichst billig in die Luft zu kommen, sollte man laut ÖAMTC zum einen Billig- und Linienairlines vergleichen, da die Low-Cost-Carrier nicht immer die besten Angebote haben und manchmal Linienflüge sogar günstiger sein können. Möglichst frühes Buchen erweitert das Angebot an günstigen Preisen. Es ist auch ratsam, Informationen über den Flughafen einzuholen, da eine Landung auf einem abgelegenen Flughafen nicht nur einen Mehraufwand an Zeit bedeutet, sondern gesparte Euros schnell durch teure Verbindungen, etwa ins Stadtzentrum, wieder verbraucht werden könnten. Ein guter Weg, günstige Flüge zu finden, sind Flugsuchmaschinen wie swoodoo.com. Vor allem, wenn man etwas flexibel ist, was die Flugtermine betrifft, kann man hier wahre Schnäppchen finden. Zu guter Letzt rät der ÖAMTC dazu, sämtliche Unterlagen gut aufzuheben und nicht bei unbekannten Internetanbietern oder Airlines zu buchen. (red)

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    Snacks und Getränke nur gegen Bares, da nehmen viele lieber selber etwas mit an Bord.

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