Cannabiskonsum

Bier trinken und Joints rauchen im Wiener Beisl

20. Juni 2010, 21:28

Auch in der Bundeshauptstadt kann man in Gaststätten ungestört Cannabis konsumieren - natürlich illegal

Wien - Tief im 2. Bezirk, unweit des Rotlichtviertels, verrät an der Straßenecke nur ein kleines "Zipfer"-Schild, dass hier ein Beisl sein könnte. Die Fenster sind mit dichten Vorhängen bedeckt, an der Eingangstür steht in fetten Lettern "Täglich geöffnet ab 20 Uhr". Doch auch nach 20 Uhr steht man erst mal vor verschlossenen Türen: Bevor man als Kunde eintreten kann, muss der Besitzer von innen aufschließen.

Auch drinnen sieht die Lokalität nicht wirklich einladend aus, dennoch ist der Betrieb sehr lebhaft: Auf den drei Tischen verteilt sitzt vorwiegend männliches, junges Publikum bei Bier und Joints. Ein stechender Marihuanageruch liegt in der Luft, und tatsächlich hat die Hälfte der gut ein Dutzend Kunden gerade einen Joint in der Hand.

Klare Spielregeln

Bevor man sich jedoch zur Runde setzen kann, deutet der etwa 60-jährige Besitzer, der gerade selbst drei tiefe Züge vom Joint nimmt und daraufhin in Husten ausbrechen muss, mit seinem Zeigefinger Richtung Tresen. Es gibt nämlich klare Spielregeln: Auch wer nur hier ist, um sich Marihuana zu holen - an einem Getränk kommt niemand vorbei.

Eigentlich sollte es laut Polizei solche illegalen Cafés gar nicht mehr geben. Im Jahr 2004 wurde mit einer breit angelegten polizeilichen Aktion gegen die sogenannten "Cannabis-Cafés" (nicht zu verwechseln mit den geduldeten Coffeeshops in den Niederlanden) vorgegangen. "Es gab zu der Zeit etliche solcher Cafés", erinnert sich Johann Golob, Leiter der Pressestelle der Wiener Polizeidirektion: "Seit dieser Zeit, und auch aktuell, sind uns keine weiteren Hotspots bekannt."

An den hintersten Tisch im Lokal setzt sich mittlerweile ein junger Bursch, sein Skateboard in Armreichweite an die Bank gelehnt. Wie selbstverständlich rollt er einen Joint. Schon bald kommt ein etwa 35-jähriger Herr vom Tresen zu ihm hinüber und legt einen 20-Euro-Schein auf den Tisch. Routiniert kramt der Bub ein Päckchen mit etwa zwei Gramm Marihuana aus seinem Rucksack. Geld und Gras wechseln den Besitzer.

Cannabiskonsum stagniert

"Die Verfügbarkeit von Cannabis ist in den meisten europäischen Ländern so gut, dass darüber kaum der Konsum gesteuert werden kann. Wer Cannabis in Wien erwerben will, kann dies verhältnismäßig leicht tun", behauptet Alexander David, Drogenbeauftragter der Stadt Wien. Letztendlich stagniert jedoch der Cannabiskonsum in Österreich nach einer kontinuierlichen Zunahme in den letzten 20 Jahren. "Es scheint ein gewisses Plateau des Konsums erreicht zu sein", so David. Auch die Illegalität von Cannabis beeinflusse den Konsum nur leicht, da sie im Vergleich zu allen anderen illegalen Drogen bei Cannabis am wenigsten abschrecke.

Hinter den Wiener Lokalen, in denen mit Cannabis gedealt wird, stehen organisierte, auf Gewinn erpichte Händler. Dies kann durchaus problematische Konsequenzen mit sich ziehen. "Das sind Geschäftsmänner, denen der gesundheitliche Aspekt total egal ist. Die nehmen auch in Kauf, dass ihre Ware mit Sand bestreut wurde, um das Gewicht zu steigern", warnt David. (Fabian Kretschmer/DER STANDARD-Printausgabe, 21.6.2010)

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a ad - das kann man auch anders sehen
01

Nanu, da habens komischerweise auf Gendering vergessen?

"Hinter den Wiener Lokalen, in denen mit Cannabis gedealt wird, stehen organisierte, auf Gewinn erpichte HändlerINNEN. Dies kann durchaus problematische Konsequenzen mit sich ziehen. "Das sind Geschäftsfrauen und -männer, denen der gesundheitliche Aspekt total egal ist."

Beatrix Karl, TRETEN SIE ZURÜCK!
04
29.6.2010, 01:38
Legalisierung wäre die bessere Lösung

Eines vorweg: Cannabis ist sicher nicht harmlos - aber das sind legale Dorgen wie Alkohol oder Nikotin auch nicht. Laut einer von "The Lancet" 2007 veröffentlichten Studie liegt das Schadenspotential von Cannabis unterhalb von dem des Tabaks und weit unterhalb von dem des Alkohols!

Solange Konsum, Anbau usw. illegal sind, entziehen sie sich jeder staatlichen Kontrolle. Skrupellose Dealer können das ausnutzen und - wie auch bei anderen illegalen Drogen - zu Streckmitteln greifen, die oft noch schädlicher sind als die Droge selbst. Und wie sinnvoller Jugendschutz ohne jede Kontrolle funktionieren soll, ist mir auch ein Rätsel.

Die häufig angeführte "Einstiegsdrogentheorie" wurde übrigens mittlerweile durch zahlreiche Studien widerlegt.

trollvottel
01
18.7.2010, 10:49

Ja, nur unsere Politiker ignorieren das standhaft.
Ganz im Gegenteil: FP-Drogenbeauftragter Stadler informiert sich gerne bei der schweizerischen Hardcore-Spinnersekte VNP, wo ein Dutzend selbsternannte Experten tausendseitige Bücher damit füllen, sich jeweils gegenseitig zu zitieren: Weil die meisten Junkies auch kiffen, sei ja logisch, dass Kiffen automatisch zum Junk führe.

Ganz ähnlich übrigens Partik-Pable: Man darf in der Schule nicht "Erste Hilfe bei Drogenüberdosis" oder dergleichen erwähnen, sondern nur mehr vom "suchtfreien Leben" daherfaseln. Warum? Weil die Tante glaubte, wer von H einmal gehört hat, will sofort nur noch spritzen. (Die Republikaner denken exakt gleich.)

Killa vomBilla
01
25.6.2010, 16:28
Eigentlich

Gibt es die gruppe HANFgewächse
Hopfen zb ist eine davon ;o)
So sind Biertrinker eigentlich HANF-konsumenten
grob gesehen.
Beim HOPFEN turnt auch nur die weibliche Blüte
so wie beim HANF und genauso kannst
eine HOPFEN Ernte zerstören eine handvoll männlicher Pollen und vorbei ist es mit dem billigen Bier.

A blöde gschicht ist das jetzt

;o)

P Reb
11
24.6.2010, 15:22

ich bin immer für liberalisierung und eigenverantwortung auch was marihuana betrifft. trotzdem find ich ganz ehrlich dass leute die regelmässig (zuviel?) kiffen einen genauso "intelligenten" gesichtsausdruck bekommen wie alkoholiker oder sonstige drogenuser...

drogen sind scheisse egal ob legal oder nicht!

Francis Scott
01
24.6.2010, 23:12
die goldene regel ist:

ein ZUVIEL von allem ist scheisse, egal ob drogen oder nicht.

au contraire
00
25.6.2010, 14:03

Genau.
Auch ein bisserl zu viel Kochsalz kann sich der Gesundheit abträglich auswirken.

Schon der gute, alte Paracelsus hat festgestellt: Erst die Dosis macht das Gift.

hanswurz
00
24.6.2010, 11:40

"Das sind Geschäftsmänner, denen der gesundheitliche Aspekt total egal ist. Die nehmen auch in Kauf, dass ihre Ware mit Sand bestreut wurde, um das Gewicht zu steigern"
deswegen strecken sie ja auch die ware, damit die kunden wiederkommen...

k_otin
03
24.6.2010, 09:09

"Das sind Geschäftsmänner, denen der gesundheitliche Aspekt total egal ist."

In Cafés, wo geraucht wird, ist denen der gesundheitilche Aspekt auch völlig egal, und ich denke, meinem Heurigen ist der auch egal, und dem Café Central geht es auch nicht um den gesundheitilchen Aspekt des Kaffeegenusses.

trollvottel
00
18.7.2010, 10:51

Der gesundheitliche Aspekt ist den Österreichern größtenteils wurscht.
Beweis? Bitte einen Raucher, der mitten in einer Kindergartengruppe stehend auf den Bus wartet und eine Tschick nach der anderen heizt, aus Rücksicht auf die Kinder ein Dutzend Schritte weit weg zu gehen.
(Ich habs probiert, er wollt mir eine auflegen.)

Hackbrett Schorsch
00
23.6.2010, 18:16

Solche Spelunken brauche ich nur wirklich nicht, um meine Joints zu genießen. Da es ohnehin jedem scheißegal ist, wird beinahe überall geraucht.

barchetta97
02
23.6.2010, 12:01
Herrlich der Link unter dem Artikel

"aktuelles wetter in den niederlanden" !!!!!
soll das eine aufforderung sein, ein wink mit dem zaunpfahl?? ich brech nieder....

delysid
01
23.6.2010, 11:49
Wo is der Rauchersheriff wenn man ihn mal braucht...

Oder gibts dort eh eine Gesetzeskonforme abtrennung?
Wie is das überhaupt? Muss man sein Lokal dann 3-teilen?

mightyjust
01
23.6.2010, 19:42

solange die dort keinen tabak dazumischen ists doch eh erlaubt - wozu die abtrennung? :p

Ignaz gartengschirrl
112
22.6.2010, 16:56
Es gab zu der Zeit etliche solcher Cafés

ja die gabs und die taten auch keinem weh.

legalisierung würde etliche tausend menschen helfen die jetzt permanent mit einem bein im kriminal stehen und cannabis das mit wer weiss was gestreckt ist (meist um es vom gewicht her schwerer zu machen).

politiker die cannabis als gefährliche einstiegsdroge bezeichnen während sie beim zeltfest das 50 liter fass anzapfen und sich ein schnapserl nach dem anderen gönnen kann man nur als ahnungslos bezeichnen!

unserem häupl dem alten weinfass würde ein joint gesundheitlich sicher besser bekommen als das permanente saufen!

Stef Hoche
116
22.6.2010, 12:04
lagalisieren

würde dem staat eine neue einnahmequelle bringen und die kriminalität bekämpfen. aber lieber geben wir steuergelder dafür aus, daß sich die polizei um solche lächerlichen delikte kümmert.

geek!
00
23.6.2010, 00:53

genau! und im gegensatz zu alkohol oder zigaretten kann der cannabis konsum nicht zu einer körperlichen abhängigkeit führen..

grafflove...
01
23.6.2010, 11:44

dafür zu einer psychischen. und das ist jetzt nicht soviel besser ;)
bleib ma bei der wahrheit =)

Peter Alpenrausch
00
29.6.2010, 11:39
hej

grafflove

da war doch ein SKERO lied, das so heißt ...

Peter Alpenrausch
00
29.6.2010, 12:32
so urleiwand!

moejoe187
01
23.6.2010, 13:57
im Vergleich zu den legalen Drogen

ist das lächerlich

Rene Stangeler
00
22.6.2010, 10:28
Werd ich heut gleich mal besuchen, das Lokal

Bei der genauen Lagebeschreibung wird es ja kein Problem sein es zu finden. Mal checken ob die Kerle (oder Buben, wie der Autor den dortigen Dealer mit Saktebord bezeichnet) dort wirklich Sand aufs Gras streuen.

420wien1200
00
14.2.2012, 00:01
Und gefunden?

Ich hab ihn nicht gefunden... würde mich interessieren wie du das angestellt hast?

parapente
33
22.6.2010, 09:15
Jetzt ist es aber zeit,


dass die Nichtraucher Anzeige erstatten!

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