George Soros blickt in die Zukunft

20. Juni 2010, 19:35
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In dieser Publikation hat es sich George Soros leicht gemacht: Er hat eine Vortragsreihe, die er im Herbst 2009 in Budapest hielt, einfach zwischen zwei Buchdeckel pressen lassen. Sein Thema, wenig überraschend: die Weltwirtschaftskrise.

Einführend referiert Soros, der sich bekanntlich rühmt, die Finanzkrise vorausgesehen zu haben, über seine Boom-Bust-Theorie, die Reflexionstheorie (darf nie fehlen), über die Finanzmärkte, die Irrtümer der Aufklärung und Postmoderne. Wie üblich gleitet er dabei ins Philosophische ab. Schließlich sieht er sich selbst als "gescheiterten Philosophen". Vieles davon hat man von Soros schon gehört oder gelesen. Interessant wird es im hinteren Teil des Buches, wenn der Hedgefonds-Manager, der, nebenbei bemerkt, 2009 3,3 Milliarden Dollar verdiente, auf die Zukunft der Finanzmärkte blickt, auf das Leben nach der Krise sozusagen. Die Erholung sei nicht nachhaltig, der nächste Absturz werde heuer oder 2011 kommen, prophezeit Soros. Er plädiert für mehr Regulierung der Märkte. Sie dürften nicht - wie bisher - sich selbst überlassen werden. Barbara Forstner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.6.2010)

 

  • George Soros: "Der Blick geht nach vorn", Finanzbuch-Verlag, München 2010, 15,60 Euro.
    foto: verlag

    George Soros: "Der Blick geht nach vorn", Finanzbuch-Verlag, München 2010, 15,60 Euro.

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