Lega Nord droht mit Sezession

20. Juni 2010, 19:13
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Bossi fordert Verlegung einiger Ministerien von Rom nach Mailand

Rom - Italiens rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord hat am Sonntag mit der Sezession Norditaliens gedroht, sollte das Land nicht in einen föderalistischen Staat umgewandelt werden, wie die Gruppierung seit ihrer Gründung vor 25 Jahren verlangt. "Wenn es nicht zum Föderalismus kommt, kann es nur die Sezession geben, nicht weil es die Lega Nord fordert, sondern weil es ganz Norditalien verlangen wird", sagte Unterstaatssekretär Roberto Castelli, Spitzenpolitiker der Lega Nord, bei der Jahresversammlung der Parteianhänger im lombardischen Pontida am Sonntag.

Castelli erklärte, die Lega Nord, zweitstärkste Regierungspartei, sei ein zuverläßliger Bündnispartner von Regierungschef Silvio Berlusconi. "Heute hält die Lega de facto den italienischen Staat zusammen", versicherte Castelli. Er und Parteichef Umberto Bossi wurden von 30.000 Lega-Anhängern bejubelt, die sich an dem alljährlichem Treffen in der kleinen Ortschaft beteiligten.

"Bereit, mit Waffen zu kämpfen"

Lega-Gründer und Reformenminister Bossi betonte, seine Partei habe den friedlichen Weg gewählt, um zum Föderalismus zu gelangen, obwohl viele Anhänger bereit wären, für dieses Ziel auch mit den Waffen zu kämpfen. "Bis Norditalien nicht frei sein wird, wird der Kampf nicht aufgegeben", versicherte Bossi. Er verlangte, dass einige Ministerien von der Hauptstadt Rom nach Mailand verlegt werden.

"Brüder auf freiem Boden", war auf einem Plakat der Lega-Anhänger zu lesen. Das alljährliche Juni-Treffen in Pontida ist eine alte Tradition der Lega Nord, die Ende der 80er Jahre als kleine, radikale Autonomiebewegung entstanden war, und sich danach zu einer überregionalen Föderalismus-Partei entwickelt hat. (APA)

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    Umberto Bossi droht Rom

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