Blaues Auge für Italien

20. Juni 2010, 18:08
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In der Offensive überraschend harmloser Titelverteidiger spielte nach Rückstand nur 1:1 gegen Neuseeland - Nach zweitem Remis gerät Aufstieg in Gefahr

Nelspruit - Titelverteidiger Italien hat auch gegen den krassen Außenseiter Neuseeland schwer enttäuscht und in seinem zweiten Spiel bei der Fußball-WM in Südafrika wiederum nur ein 1:1 erreicht. Nachdem Stürmer Shane Smeltz den krassen Außenseiter vor 38.229 Zuschauern in Nelspruit früh in Führung gebracht hatte (7.), gelang Vincenzo Iaquinta (29./Foulelfer) nur noch der Ausgleich für die hochfavorisierte "Squadra Azzurra".

Entscheidungsspiel gegen Slowakei

Die Italiener halten damit nach ihrem zweiten Match in der Gruppe F wie die Neuseeländer lediglich bei zwei Punkten sowie einem Torverhältnis von 2:2 und müssen damit vor dem abschließenden Match am Donnerstagnachmittag gegen Schlusslicht Slowakei (1 Punkt), das zuvor gegen Tabellenführer Paraguay (4) klar 0:2 verloren hatte, um den Aufstieg ins Achtelfinale bangen. Vor allem die Ideenlosigkeit in der Offensive des vierfachen Champions war erschreckend.

Für den Weltmeister von 2006, der nach dem Tod von Ex-Teamspieler Roberto Rosato (66 Jahre/Europameister 1968 und Vizeweltmeister 1970) mit Trauerflor spielte, begann die Partie mit einem Schock, nutzte der Gegner doch gleich die erste Chance: Nach einer langen Freistoß-Flanke und einem kapitalem Abwehrfehler von Italiens Kapitän Fabio Cannavaro war Smeltz zur Stelle und staubte zur überraschenden Führung für die "All Whites" ab (7.).

Danach übernahm der Topfavorit zwar klar das Kommando, hatte aber zunächst Pech, so sprang etwa ein Weitschuss von Riccardo Montolivo von der Innenstange zurück ins Feld. Erst ein Elfer, den Stürmer Iaquinta sicher verwertete, brachte den "Azzurri" den verdienten Ausgleich (29.). Ein Trikotvergehen von Tommy Smith an Daniele De Rossi, der auch theatralisch zu Boden gefallen war, hatte zu diesem Penalty geführt (28.).

Zwar machten die Italiener weiter das Spiel, aber ohne zu zwingenden Chancen zu kommen. Lippi war das natürlich zu wenig, er brachte deshalb in der Pause Antonio Di Natale für Alberto Gilardino im Sturm und Mauro Camoranesi für Simone Pepe im Mittelfeld, um mehr Torgefahr zu erzeugen. Das gewünschte Resultat stellte sich aber nicht ein, ein Schuss von Di Natale aus spitzem Winkel, den Schlussmann Mark Paston wegfaustete, blieb zunächst die einzige Möglichkeit aufs 2:1 (49.). Deswegen brachte Lippi mit Gianpolo Pazzini anstelle von Mittelfeldmann Claudio Marchisio noch einen dritten Angreifer (61.).

Ein Remis wie ein Sieg

Die defensiv überaus geschickt agierenden Neuseeländer beschäftigten Italiens Schlussmann Federico Marchetti nur selten, so schlug ein Gewaltschuss von Ivan Vicelich knapp neben der Stange ein (63.). Auf der Gegenseite probierte es Montolivo aus rund 25 Metern ebenfalls mit der Brechstange, aber der fehlerlose Paston war erneut auf dem Posten (70.). Und bei einem Iaquinta-Kopfball nach Camoranesi-Ecke klärte Winston Read per Kopf zur Ecke (79.). Neuseeland war da im Konter viel gefährlicher, als ein Schuss von "Joker" Chris Wood nur knapp am langen Eck vorbeizischte (83.). Da auch der Weitschuss von Camoranesi im Finish von Paston pariert wurde (88.), blieb es beim 1:1, das die Neuseeländer wie einen Sieg feierten. (APA)

Italien - Neuseeland 1:1 (1:1). Nelspruit, Mbombela-Stadion, 38.229 Zuschauer, SR Carlos Batres (Guatemala).

Torfolge:
0:1 ( 7.) Smeltz
1:1 (29.) Iaquinta (Foulelfmeter)

Italien: Marchetti - Zambrotta, Cannavaro, Chiellini, Criscito - Pepe (46. Camoranesi), De Rossi, Montolivo, Marchisio (61. Pazzini) - Iaquinta, Gilardino (46. Di Natale)

Neuseeland: Paston - Bertos, Reid, Nelsen, Smith, Lochhead - Vicelich (80. Christie), Elliott - Killen (93. Barron), Fallon (64. Wood) - Smeltz

Gelbe Karten: keine bzw. Fallon, Smith, Nelsen

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    Zweiter Punkt in Gruppe F für Neuseeland. Da kann Coach Ricki Herbert zufrieden sein.

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    Beim Weltmeister von 2006 läuft noch längst nicht alles rund. Gewisse Abstimmungsprobleme sind evident.

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