openSUSE auf der Suche nach künftiger Ausrichtung

20. Juni 2010, 15:08
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Mehrere Vorschläge präsentiert - Erster Release Candidate für openSUSE 11.3 bringt Entwicklung weiter

Oft wird in der Linux-Welt der Hinweis bemüht, dass einer der entscheidenden Vorteile der Open-Source-Herangehensweise ist, dass es leicht ist für unterschiedlichste Bedürfnisse auch speziell optimierte Distributionen zu schnüren. Eine Ausrichtung, die es aber natürlich regelmäßig zu überprüfen gilt, ändern sich doch auch die Rahmenbedingungen für die eigene Software stetig, einem solchen selbstreflexiven Prozess stellt sich derzeit das openSUSE-Projekt.

Auswahl

So hat der bei Novell beschäftigte Programm-Manager der Distribution, Andreas Jäger, auf der Mailing-Liste des Projekts drei Vorschläge zur Diskussion gestellt, zwischen denen schlussendlich die Community selbst wählen soll. Da wäre einmal die Fokusierung von openSUSE auf die Bereitstellung einer optimalen Umgebung für EntwicklerInnen - von Web über MeeGo bis zu GTK+ und Qt. Alternativ könnte man sich openSUSE auch als Grundlage für externe Derivate vorstellen, der dritte Vorschlag würde mobile und Cloud-Anwendungen in den Mittelpunkt stellen. Die einzelne Vorschläge sollen nun - plus einem allgemeinen Community-Statement - nacheinander ausführlich diskutiert und weiter verfeinert werden, bis es dann schlussendlich zur Abstimmung kommen soll.

openSUSE 11.3

Parallel dazu ist das Projekt derzeit aber auch eifrig mit der Fertigstellung der kommenden Release der eigenen Softwarezusammenstellung beschäftigt. Mit openSUSE 11.3 RC1 hat man nun eine der letzten geplanten Vorversionen präsentiert, vor der finalen Veröffentlichung im Juli soll nur mehr ein weiterer RC folgen. Die neue Generation der Distribution bietet unter anderem die Desktops KDE 4.4 und GNOME 2.30, alternativ wird erstmals auch der schlanke LXDE voll unterstützt. Der Kernel ist in der aktuellen Version 2.6.34 enthalten, selbes gilt für den X.org-Server (1.8).

Start

Als Startsystem können die NutzerInnen erstmals das bei Ubuntu entstandenen Upstart nutzen, dies allerdings derzeit nur optional, von Haus aus kommt weiterhin das klassische Init-System zum Einsatz. Wer gerne mit neuen Funktionen experimentiert wird sich über die Unterstützung des Next-Generation-Dateisystems Btrfs im grafischen Installer freuen.

Download

Der RC1 kann kostenlos in 32- und 64-Bit x86-Versionen von der Seite des Projekts heruntergeladen werden, neben einer Install-DVD gibt es auch wieder schlankere Live-CDs für KDE und GNOME. Wie gewohnt sei vor dem Produktiveinsatz gewarnt, handelt es sich doch noch um eine unstabile Version, in der Fehler zu erwarten sind. So ist im RC1 etwa ein Bug bekannt, der die Nutzung von LVM-Partitionen verhindert. (apo, derStandard.at, 20.06.10)

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    grafik: opensuse
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