Sunnitenführer gehängt

20. Juni 2010, 18:57
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Gruppe Djundollah werden Anschläge vorgeworfen

Teheran - Im Iran ist am Sonntag der Anführer der sunnitischen Rebellengruppe Dschundollah hingerichtet worden. Abdolmalek Rigi wurde in einem Teheraner Gefängnis gehängt. Die von ihm angeführte Gruppe hatte sich vergangenen Oktober zum schwersten Bombenanschlag im Iran seit den 80er-Jahren bekannt, bei dem mehr als 40 Menschen getötet wurden. Die iranische Justiz hatte Rigi den Angaben zufolge wegen Anschlägen und bewaffneten Angriffen auf Sicherheitskräfte sowie Raubüberfällen zum Tod durch den Strang verurteilt.

Bei der Hinrichtung waren laut der Nachrichtenagentur Fars Hinterbliebene von Anschlagsopfern anwesend. Abdomalek war im Februar vermutlich mit pakistanischer Hilfe im Südosten des Iran festgenommen worden. Er wurde in einer aufsehenerregenden Flugzeugentführung gefasst. Iranische Agenten hatten den Flieger mit dem Rebellenchef an Bord auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Kirgistan in den Iran umgeleitet. Ende Mai war bereits Rigis Bruder Abdolhamid hingerichtet worden.

Aufstand an der Grenze

Die Gruppe Djundollah (Armee Gottes) wirft der Regierung vor, Sunniten zu diskriminieren. In der verarmten Grenzregion zu Pakistan und Afghanistan kam es in den vergangenen Jahren vermehrt zu Anschlägen und Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, Aufständischen aus der sunnitischen Volksgruppe der Balutschen und Drogenhändlern.

Im Atomstreit mit dem Iran zeigte sich Frankreich nun betont gesprächsbereit. Sein Land könne "ohne Verzögerung" mit dem Iran sprechen, sagte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Samstag während eines Besuchs bei seinem russischen Amtskollegen Dmitri Medwedew.

Basis solcher Gespräche seien die Bemühungen von Brasilien und der Türkei sowie die Antwort darauf aus Russland, Frankreich und den USA. Die jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrates seien im Übrigen nicht als Bestrafung gedacht. (AFP, Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 21.6.2010)

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