Blockade der Grenzbrücke zu Argentinien beendet

20. Juni 2010, 00:01
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Argentinier protestierten jahrelang gegen eine finnische Zellulosefabrik

Buenos Aires - Argentinische Umweltschützer haben eine aus Protest gegen eine finnische Zellulosefabrik seit mehr als drei Jahren blockierte Grenzbrücke ins Nachbarland Uruguay am Samstag freigemacht. Ihr Ziel, die Schließung der an einem Grenzfluss auf uruguayischer Seite gelegene Fabrik, erreichten sie nicht.

Allerdings hatte sich die uruguayische Regierung zuvor bereiterklärt, dass Vertreter auch der argentinischen Regierung die Fabrik überwachen dürften. Die Umweltschützer warnten, die Blockade werde fortgesetzt, wenn das Versprechen bilateraler Kontrollen nicht erfüllt werde.

Entscheidung zugusten Montevideos

Im April hatte der Internationale Gerichtshof in Den Haag faktisch zugunsten Uruguays entschieden. Zwar kritisierten die Richter, die Regierung in Montevideo habe ein bilaterales Abkommen mit Argentinien verletzt, als es den Bau der finnischen Fabrik am gemeinsamen Grenzfluss Uruguay genehmigte, ohne das Nachbarland zu informieren.

Allerdings habe die argentinische Seite nicht nachweisen können, dass die 2007 nahe der Stadt Fray Bentos etwa 300 Kilometer nordwestlich von Montevideo in Betrieb genommene Fabrik den Fluss und die Umwelt erheblich belaste. Unter dem Eindruck dieses Urteils hatte die argentinische Regierung, die die Blockierer früher bestärkt hatte, juristischen Druck für ein Ende der Blockade auf die Umweltschützer ausgeübt.

Die rund 750 Millionen Euro teure Fabrik gehört seit Ende vergangenen Jahres zu dem finnischen Forst- und Papierkonzern UPM und hält höhere Umweltstandards ein, als die meisten argentinischen Zellulosefabriken. Die Blockade der Brücke zwischen der argentinischen Stadt Gualeguaychú und Fray Bentos hatte den Landweg zwischen beiden Mercosurländern um mehrere hundert Kilometer verlängert.  (APA/dpa)

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