Argentinier protestierten jahrelang gegen eine finnische Zellulosefabrik
Buenos Aires - Argentinische Umweltschützer haben eine
aus Protest gegen eine finnische Zellulosefabrik seit mehr als drei
Jahren blockierte Grenzbrücke ins Nachbarland Uruguay am Samstag
freigemacht. Ihr Ziel, die Schließung der an einem Grenzfluss auf
uruguayischer Seite gelegene Fabrik, erreichten sie nicht.
Allerdings hatte sich die uruguayische Regierung zuvor
bereiterklärt, dass Vertreter auch der argentinischen Regierung die
Fabrik überwachen dürften. Die Umweltschützer warnten, die Blockade
werde fortgesetzt, wenn das Versprechen bilateraler Kontrollen nicht
erfüllt werde.
Entscheidung zugusten Montevideos
Im April hatte der Internationale Gerichtshof in Den Haag
faktisch
zugunsten Uruguays entschieden. Zwar kritisierten die Richter, die
Regierung in Montevideo habe ein bilaterales Abkommen mit Argentinien
verletzt, als es den Bau der finnischen Fabrik am gemeinsamen
Grenzfluss Uruguay genehmigte, ohne das Nachbarland zu informieren.
Allerdings habe die argentinische Seite nicht nachweisen
können,
dass die 2007 nahe der Stadt Fray Bentos etwa 300 Kilometer
nordwestlich von Montevideo in Betrieb genommene Fabrik den Fluss und
die Umwelt erheblich belaste. Unter dem Eindruck dieses Urteils hatte
die argentinische Regierung, die die Blockierer früher bestärkt
hatte, juristischen Druck für ein Ende der Blockade auf die
Umweltschützer ausgeübt.
Die rund 750 Millionen Euro teure Fabrik gehört seit Ende
vergangenen Jahres zu dem finnischen Forst- und Papierkonzern UPM und
hält höhere Umweltstandards ein, als die meisten argentinischen
Zellulosefabriken. Die Blockade der Brücke zwischen der
argentinischen Stadt Gualeguaychú und Fray Bentos hatte den Landweg
zwischen beiden Mercosurländern um mehrere hundert Kilometer
verlängert. (APA/dpa)