Fünf Zivilisten bei NATO-Angriff getötet

19. Juni 2010, 21:09
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Zwei Mädchen im Alter von sieben und acht Jahren unter den Opfern

Chost - Bei einem Luftangriff der NATO im Osten Afghanistans sind nach afghanischen Angaben fünf Zivilisten getötet worden. Der Leiter der Gesundheitsbehörde der Provinz Chost, Rahmazai Mangal, sagte der Nachrichtenagentur AFP, am Samstag seien im Provinzkrankenhaus die Leichen von fünf Zivilisten eingeliefert worden. Unter den Todesopfern seien zwei Mädchen im Alter von sieben und acht Jahren.

Ein 14-jähriger Jugendlicher sei bei dem Angriff verletzt worden. Der Polizeichef von Chost, Abdul Hakim Ischaksai, erklärte, das Bombardement sei gegen Stellungen der radikalislamischen Taliban im Bezirk Mussa Chel gerichtet gewesen. Außer den Zivilisten seien 38 Taliban-Kämpfer getötet worden.

Das afghanische Innenministerium und die NATO bestätigten den Vorfall zunächst nicht. Die Angaben würden überprüft, hieß es in Erklärungen. Der Befehlshaber der NATO-Truppe in Afghanistan, US-General Stanley McChrystal, hatte das Ziel ausgegeben, die Zahl ziviler Opfer bei NATO-Angriffen zu verringern.

Laut einer UN-Studie nahm die Zahl ziviler Todesopfer im vergangenen Jahr um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab. Die meisten der 2142 Todesfälle bei Kämpfen im Jahr 2009 haben demnach die Taliban zu verantworten. (APA)

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