Ein wenig Technik könnte dem Fußball nicht schaden

19. Juni 2010, 15:57
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Forderung: Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern mit Trackingsystemen verhindern

Die Unberechenbarkeit und die relative Seltenheit von Toren mögen die Gründe sein, weshalb Fußball für Millionen Menschen auf der ganzen Welt eine der spannendsten Sportarten überhaupt ist. So kann auch eine "Übermannschafft" wie Spanien bei dieser Weltmeisterschaft 90 Minuten lang angreifen und durch einen glücklich gestolperten Konter der Schweiz dennoch 0:1 verlieren.

Das ist vielleicht nicht ganz fair, aber so ist es eben, wenn 22 Spieler eineinhalb Stunden einem runden Leder nachlaufen. Ärgerlich ist es nur dann, wenn nicht die Spieler über den Ausgang eines Matches entscheiden, sondern eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters. So geschehen im jüngsten Aufeinandertreffen der Teams von Slowenien und den USA. Nach einem 0:2 Rückstand schaffen die USA in der zweiten Hälfte noch den Ausgleich und in letzter Minute sogar den 3:2 Siegtreffer. Doch der Referee sieht als einziger auf dem Platz eine Abseitsstellung, wo keine war und lässt das Tor nicht zählen. Eine bodenlose Frechheit für die Spieler und die Fans und aus sportlicher Sicht möglicherweise eine verheerende Fehlentscheidung, die das Ausscheiden aus der Weltmeisterschaft zur Folge haben könnte.

Mehr Fairness durch Technik

Dabei müsste das eigentlich gar nicht sein, beschwert sich unter anderem aktuell der Techblog Gizmodo. Durch ein wenig Technik könnte das Gros aller Fehlentscheidungen aus dem Weg geräumt werden. Die größten Probleme bereiten Linienrichtern und Feldschiedsrichtern nach wie vor knappe Abseitsstellungen. Oftmals ist nur in der Zeitlupe zu erkennen, ob sich ein Stürmer zum Zeitpunkt des Abspiels tatsächlich im Abseits befunden hat oder nicht.

Doch mit dem Einsatz von Trackingsystemen und Kameras könnte man auf recht günstige und einfache Weise das überforderte menschliche Auge entlasten. Lokale Ortungs-Chips in den Schuhen der Spieler und im Ball, sowie Rezeptoren rund ums Spielfeld ließen die präzise Ortung aller entscheidender Faktoren zu und würden Fehlentscheidungen ausschließen. Wie beim Tennis eine Maschine dem Schiedsrichter anzeigt, ob der Ball beim Aufschlag das Netz berührt, könnte ein Gerät beim Fußball eine Abseitsstellung aufzeigen.

Veränderungsresistent

Ob derartige Neuerungen tatsächlich jemals Einzug halten werden, ist trotz jedes Appells an die Ratio fraglich. Bislang konnten sich immer die Stimmen der Verfechter alter Traditionen durchsetzen. Doch wenigstens bei so wichtigen Turnieren wie der WM oder der Champions League könnte ein bisschen weniger Unberechenbarkeit nicht schaden. (zw)

  • Lokale Ortungssysteme könnten Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern bei Abseitsstellungen ausschließen.
    foto: epa/jon hrusa

    Lokale Ortungssysteme könnten Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern bei Abseitsstellungen ausschließen.

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