"Albirroja" bittet zum Tanz

19. Juni 2010, 14:30
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Südamerikaner setzen gegen WM-Neuling auf Sieg, der braucht jedoch selbst dringend Punkte-Zuwachs

Bloemfontein - "Wir müssen sie zum Tanzen bringen, ihnen unseren Rhythmus aufdrängen", sagte Paraguays Nelson Valdez vor dem vorentscheidenden WM-Vorrundenspiel am Sonntag (13:30 Uhr) in Bloemfontein gegen die Slowakei.

"Wir werden mit allen Mitteln versuchen, unser Weiterkommen schon in diesem Spiel perfekt zu machen", sagte der Dortmund-Legionär weiter und verwies auf die Ergebnisse am ersten Spieltag: Während die Albirrojas Weltmeister Italien ein 1:1 abtrotzten, schockte die Slowaken das gleiche Ergebnis gegen Neuseeland. "Wir haben es selbst in der Hand", sagte Valdez.

Verstärkte Offensive

Die Teams aus Südamerika waren bislang die Attraktion der WM in Südafrika: Fünf Siege und zwei Unentschieden stehen zu Buche - kein anderer Kontinent ist so erfolgreich gestartet. Nach der Abwehrschlacht gegen Italien versprechen jetzt auch Paraguays Spieler Angriffsfußball. "Wir müssen auf Sieg spielen, denn ein Erfolg bringt uns vorzeitig ins Achtelfinale", sagte Mittelfeldspieler Christian Riveros.

Dreimal erreichten die Albirrojas bei sieben WM-Teilnahmen die zweite Runde, ein viertes Mal nach 1986, 1998 und 2002 ist fest eingeplant. Nicht nur aus sportlichen Gründen: "Die FIFA zahlt neun Millionen Dollar an Prämien für den Einzug ins Achtelfinale. Auch wenn das nicht ganz ausreicht, um unsere Auslagen für die WM zu begleichen, schreiben wir damit keine roten Zahlen2, sagte Juan Napout, Präsident des nationalen Verbandes APF.

Paraguay hat sich seit 1998 für jede Endrunde qualifiziert, schaffte es zweimal bis ins Achtelfinale - für diese Bilanz des kleinen Landes hat selbst Teamchef Gerardo Martino keine schlüssige Erklärung. "Vielleicht ist es einfach so, dass die Paraguayer gute Menschen sind", vermutete der Argentinier. 

Gegen die Slowakei wird Roque Santa Cruz Valdez und Lucas Barrios im Angriff unterstützen. Offen ist noch, ob er hinter den Spitzen agiert oder mit ihnen in einem echten Dreier-Sturm. Santa Cruz, der noch an den Folgen einer Knieverletzung litt, war gegen Italien erst in der Schlussphase eingewechselt worden.

Politik der verschlossenen Tür

Während die Südamerikaner noch das vermeintlich leichteste Spiel gegen Neuseeland in der Hinterhand haben, geht es für die Slowaken bereits am Sonntag um alles oder nichts. "Wir müssen dieses Spiel gewinnen", sagte Verteidiger Martin Skrtel vom FC Liverpool: "Noch ist alles drin."

Um den Schock des späten Ausgleichs gegen die Kiwis zu überwinden, verordnete Trainer Vladimir Weiss seinem Team zunächst Ablenkung und dann Abschottung. Erst stand eine Runde Golf auf dem Programm, dann ein Besuch in einem Safari-Park und anschließend ein Einkaufsbummel in Pretoria. "Es ist definitiv gut, aus der Routine im Hotel auszubrechen. Das hilft, das Neuseeland-Spiel aus dem Kopf zu bekommen", sagte Abwehrspieler Marek Cech.

Am Freitag schließlich schottete Weiß seine Spieler völlig ab: Training hinter verschlossenen Türen, keine Interviews. "Der Trainer möchte nicht, dass die Spieler durch die Journalisten abgelenkt werden", sagte Verbandssprecherin Marianna Cizmarova: "Er möchte, dass sie sich darauf konzentrieren, eine Mannschaft zu sein." (sid/rob)

Voraussichtliche Aufstellungen:

Slowakei - Paraguay (13.30 Uhr, Bloemfontein, Free-State-Stadium

Slowakei: 1 Mucha - 5 Zabavnik, 3 Skrtel, 16 Durica, 4 Cech - 7 Weiss, 6 Strba, 17 Hamsik, 15 Stoch - 11 Vittek, 9 Sestak

Ersatz: 12 Pernis, 23 Kuciak - 2 Pekarik, 21 Salata, 22 Petras, 8 Kozak, 10 Sapara, 19 Kucka, 20 Kopunek, 13 Holosko, 14 Jakubko, 18 Jendrisek

Keine Ausfälle

Teamchef: Vladimir Weiss

Paraguay: 1 Villar - 6 Bonet, 14 Da Silva, 21 Alcaraz, 3 Morel - 13 Vera, 15 V. Caceres, 16 Riveros, 17 Torres - 19 Barrios, 18 Valdez

Ersatz: 12 D. Barreto, 22 Bobadilla - 2 Veron, 4 Caniza, 5 J. Caceres, 23 Gamarra, 8 E. Barreto, 11 Santana, 20 Ortigoza, 7 Cardoso, 9 Santa Cruz, 10 Benitez

Keine Ausfälle

Teamchef: Gerardo Martino (ARG)

 

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    Roque Santa Cruz wird gegen die Slowakei Paraguays Sturm aufpeppen.

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