Diözese Gurk kündigt zwei Anzeigen an

19. Juni 2010, 11:43

Fälle 30 Jahre zurück - Verdächtige verstorben - 44 Kontakte seit Jahresbeginn - Bilanz von Opferanwalt Kalbhenn

Klagenfurt  - Die Diözese Gurk wird in der kommenden Woche wegen zweier Missbrauchsfälle, die mehr als 30 Jahre zurückliegen, Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft erstatten. Insgesamt hätten sich seit Jahresbeginn 44 Personen gemeldet, teilte die Diözese am Samstag in einer Aussendung mit. 20 davon beim Patientenanwalt des Klinikum Klagenfurt, Erwin Kalbhenn, der im März von Diözesanbischof Alois Schwarz als unabhängiger "Anwalt für Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen" eingesetzt worden war.

Kalbhenn hat nun eine Bilanz seiner Tätigkeit vorgelegt. Neben ihm gibt es die seit 1995 bestehende "Ombudsstelle der Diözese Gurk für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche" unter der Leitung von Univ.-Prof. Jutta Menschik-Bendele sowie Prälat Matthias Hribernik. Die Ombudsstelle wird ihre Tätigkeit unter Berücksichtigung der neuen Richtlinien, die von der in der kommenden Woche tagenden Bischofskonferenz erlassen werden, weiter fortsetzen.

22 der aktuellen 44 Kontaktnahmen bezogen sich laut Diözese auf Vorwürfe von sexuellem Missbrauch und 15 auf Vorwürfe von psychischer oder körperlicher Gewalt. Drei Kontaktaufnahmen betrafen sowohl Vorwürfe von Gewaltanwendung als auch von sexuellen Übergriffen. In vier Fällen waren die Vorwürfe nicht eindeutig zuordenbar.

Mit allen Betroffenen sei versucht worden, Kontakt herzustellen. Acht Personen hätten die Einladung von Bischof Schwarz zum persönlichen Gespräch angenommen. Der jeweilige Sachverhalt sei sorgfältig geprüft worden, das weitere Vorgehen sei in Absprache mit den Betroffenen festgelegt worden, hieß es in der Aussendung.

Diözesanbischof Schwarz hatte bereits Ende März angekündigt, man werde alle Missbrauchsfälle - auch die bereits verjährten - der Justiz übergeben, sofern die Opfer damit einverstanden sind. Die Anzeigen, die nun der Staatsanwaltschaft übergeben werden sollen, betreffen bereits verstorbene Personen. Österreichweit sind bis Mai bei der von Waltraud Klasnic geleiteten Anwaltschaft für Opfer kirchlichen Missbrauchs rund 150 konkrete Verdachtsfälle registriert worden. (APA)

AsaJoe
00
24.6.2010, 01:25
Fälle verjährt - Verdächtige verstorben

Jaaaa, hier erkennt man sehr schön, wie sehr die Kirche an "Wahrheitsfindung" interessiert ist:

Tote (mutmaßliche) Täter werden angezeigt, nachdem deren (mutmaßliche) Tat bereits verjährt ist.

Um die Lebenden kümmert man sich wohl erst, sobald sich deren Status ebenfalls geändert hat.


Ist schon praktisch - weil gleich viel weniger schmerzhaft -, wenn man sich für eine öffentliche Selbstgeißelung einen Toten als Schutzschild auf den Rücken schnallen kann...

apostata
10
21.6.2010, 18:29
sie sollen die lebendigen zur rechenschaft

ziehen und die toten ruhen lassen. es sowieso nur eine ablenkung von bi capellari, damit das system und sein posten erhalten bleiben.

Seria
95
20.6.2010, 10:04

besser wäre es fälle lebender Täter und opfer vor den kadi zu bringen und ohne große Ankündigung. Man macht sich extrem unglaibwürdig mit der Erwartung die blöden Schafe einlullen zu können

Katholische Kirche
415
19.6.2010, 15:09
150 konkrete Verdachtsfälle...

...wieviele davon Trittbrettfahrer?

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