Wenn das Pech Hochsaison hat

18. Juni 2010, 20:33
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Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. Das kennt man. Verblüfft stehen wir aber vor der diese Weisheit erweiternden, wenn auch rhetorischen Frage: Ja, aber alles auf einmal? Wenn bei drei nebeneinanderstehenden Porträtbildern kein einziges richtig beschriftet ist und wenn in einer Grafik über das Grenzgebiet an der March so gut wie keiner der tschechischen und slowakischen Ortsnamen richtig ist, dann haben wir einen Punkt erreicht, an dem Edward Aloysius Murphy Jr. (1918-1990) vielleicht an eine Überarbeitung des nach ihm benannten Gesetzes gedacht hätte.

Im Detail geht es darum: Wir haben uns im Album mit dem Schweizer Kunsthistoriker Beat Wyss beschäftigt. Zur Sprache kamen auch der Salzburger Schriftsteller Gerhard Amanshauser und Frank Hartmann, Professor an der Bauhaus-Universität Weimar. Um sich ein richtiges Bild machen zu können, geben wir die Fotos der verdienten Herren hier mit richtiger Benennung wieder.

Die Sache mit den Bildern verlangt einen Exkurs: Wir haben auch einen falschen Karl Valentin ins Bild gerückt. Zum 80er von Friedrich Achleitner illustrierten wir den Hinweis auf eine Würdigung, in der der Frage nachgegangen wurde, was den Jubilar und den bayerischen Komiker und Volksschauspieler verbindet, mit einem Bild Valentins. Es zeigt aber nicht Valentin, es zeigt aber den österreichischen Schauspieler ErwinLeder, Karl Valentin darstellend. Und es zeigt sich: Leder ist in dieser Rolle sehr überzeugend.

Damit bleiben noch die Ortsnamen richtigzustellen: Mit Ledrice war Lednice gemeint, ehemals Eisgrub, Břeslav heißt richtig Břeclav, Slupava gibt es an der March nicht, wohl aber ein Stupava. Und aus Devinská Nova Ves, einem Vorort von Bratislava, wurden irrtümlich zwei Gemeinden, Devinská und Nova Ves. Für diese Ortsnamen-Stolperer möge gelten: Wer hat inmitten dieser schönen Aulandschaft schon Augen für Ortstafeln? (Otto Ranftl/DER STANDARD, Printausgabe, 19.6.2010)

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